Triggerfinger, Strom München, 17.10.2026

Triggerfinger in München

Das waren noch Zeiten, als man 85 Minuten lang auf „I Follow Rivers“ wartete, wie das Hamburger Abendblatt einst treffend feststellte. Wie lange das eigentlich her ist, wurde mir an diesem Abend im Münchner Strom bewusst, als die Erinnerung an jenes Konzert von damals wach wurde – damals noch in einer deutlich größeren Halle. Seitdem ist viel Wasser Elbe und Isar hinabgeflossen. Und während man unweigerlich über das River-Followen und die zweifelhafte One-Hit-Wonder-Werdung nachdachte, erstaunte es zunächst, dass sich der verhältnismäßig kleine Club nur gemächlich füllte. Am Ende fand dann aber doch noch eine ansehnliche Menge an Publikum den Weg vor die Bühne – eine Menge, die natürlich längst wusste, welche Live-Wucht sie gleich erwarten würde.

Tatsächlich ging es direkt in die Vollen: Auf einen Support-Act wurde verzichtet, und so betrat das Trio pünktlich um 20:30 Uhr die Bühne. Angeführt von Ruben Block (Gitarre/Gesang), Schlagzeuger Mario Goossens und Geoffrey Burton am Bass – der den Platz des 2023 ausgestiegenen und 2025 verstorbenen Paul Van Bruystegem eingenommen hat – legten die Belgier ohne Umschweife los. Mit den ersten Tönen von „Geronimo“ groovte es gut los und man leitete den Abend mit dem aktuellen Album „Tarmac“ ein, das tatsächlich das erste Album seit 2017 darstellt. Eine Zeitspanne, die auf der Bühne nicht zu spüren war: „Colossus“ vom gleichnamigen Album reihte sich an zweiter Stelle nahtlos ein, begeisterte mit Bassläufen, Tempo und eindringlichem Gesang. Ganz klar: Der Start in den Abend war geglückt.

Das Tempo wurde in der Folge hochgehalten und es folgte ein Best-Of-Set mit einem kleinen Augenmerk auf „Tarmac“, dessen Stücke sich immer wieder gut einfügten. Während man auf Platte durchaus verschiedene stilistische Phasen raushört (ohne dass die unverkennbare Handschrift der Band verloren ginge), verschmolzen die Songs hier zu einem stimmigen Ganzen. Beispielsweise in der Mitte des Sets, bevor man langsam auf die Zielgerade einbog, als „Perfect Match“ von 2014 („By Absence Of The Sun“), „Flesh Tight“ aus 2017 („Colossus“) und „Through the Beam“ von 2026 („Tarmac“) aufeinander folgten, ohne dass man als Zuschauer eine Verschnaufpause gehabt hätte. Und apropos Zielgerade: Dass nach dem dreckig Blues-rockenden „Is It?“ wirklich Feierabend sein sollte, wollte natürlich niemand im Club so wirklich glauben.

Für vier Stücke kam die Band noch einmal zurück und überraschte zunächst mit „Wannsee“, einer Coverversion der Toten Hosen, für die sie in diesem Jahr als Support spielen durften. Definitiv eine gelungene Würdigung! Und natürlich durfte es dann im Zugabenblock auch nicht fehlen: „I Follow Rivers“ wurde nicht ausgelassen, aber in einer deutlich rockigeren Version gespielt als jene Variante, die einst versehentlich zum Hit wurde. Zum Abschluss gab es dann die typischen Triggerfinger: „Let It Ride“ blueste und groovte die Menge noch einmal durch, bevor man sich dankbar von der Bühne verabschiedete. Von der Bühne, aber noch nicht aus dem Club, denn: Man zeigte sich noch nah am Fan und gab gerne am Merchandise-Stand Autogramme. Ein rundum gelungener Konzertabend, an dem Band und Fans wussten, was sie aneinander haben.

Setlist:

01. Geronimo
02. Colossus
03. By Absence of the Sun
04. Short Term Memory Love
05. First Taste
06. That’ll Be the Day
07. No Trouble
08. Stars
09. Perfect Match
10. Flesh Tight
11. Through the Beam
12. Love Lost in Love
13. Black Panic
14. All This Dancin‘ Around
15. Is It
16. Wannsee (Die Toten Hosen Cover) (Z)
17. Come Clean (Z)
18. I Follow Rivers (Lykke Li Cover) (Z)
19. Let It Ride (Z)

Und so hört sich das an:

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Die Rechte am Bild liegen bei Marius Meyer.

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