Maxïmo Park – Risk To Exist

Die „Class of 2005“. Das waren energiegeladene Bands wie Franz Ferdinand, Bloc Party oder die Arctic Monkeys, die mit ihrem ganz eigenen Sound die Indie-Rock Szene des letzten Jahrzehnts dominierten. Doch was ist aus ihnen geworden? Die meisten haben diesen Sound über die Jahre leider verloren, sich weiterentwickelt und zählen heute fast schon eher zum Indie- oder Alternative-Pop. So auch Maxïmo Park, die nun ihr bereits sechstes Studioalbum „Risk to Exist“ veröffentlichen, das mit 11 neuen Songs sehr groovig und tanzbar, gleichzeitig aber auch ungewohnt politisch daherkommt.

Schon die Singleauskopplungen „What Did We Do To You To Deserve This?“ und “What Equals Love?” lassen erahnen, dass dieses Album sich eher in Richtung Pop orientiert und wir wieder einmal größtenteils auf den Rock-Sound der Band verzichten müssen, der sie so bekannt gemacht hat. Viele Synthies, melodische Refrains, groovige Rhythmen, die das Ganze tanzbar machen und eingängige Melodien, dafür leider nur wenige raue Gitarrenriffs: Das alles macht „Risk to Exist“ aus und zeigt, dass die Platte auf einer deutlich poppigeren Schiene fährt, als die meisten Vorgängeralben der Band. Viele Fans und Kritiker, die sich nach dem letzten Album „Too Much Information“ wieder eine klassisch rockige Platte gewünscht hatten werden enttäuscht sein. Aber wenn man sich mal von ebendiesen Wünschen und Erwartungen loslöst und das Album an sich betrachtet, wird man sehr schnell feststellen, dass das, was die fünf Briten da fabriziert haben, gar nicht mal so schlecht ist.

Ganz im Gegenteil: Mit „Risk To Exist“ hat die Band es geschafft, eine wunderbar ehrliche und zeitgemäße Platte zu schaffen, die sowohl textlich als auch musikalisch einiges zu bieten hat. Thematisiert werden unter anderem der Brexit und die Flüchtlingskrise, zu denen in den Songs „Risk To Exist“ und „What Did We Do To You To Deserve This“ klar, ehrlich und auf den Punkt gebracht Stellung bezogen wird. Dadurch zeigen sich die Musiker um Frontsänger Paul Smith politisch und gleichzeitig persönlich wie noch nie. Und auch wenn der ursprüngliche Rock’n’Roll-Sound der Band mehr und mehr den Einflüssen aus Indie und Pop weichen musste, klingt das Album keinesfalls eintönig oder langweilig. Stattdessen bereichern diese experimentierfreudigen Einflüsse den Sound der Band eher, machen ihre Songs grooviger, tanzbarer und vor allem ohrwurmtauglicher.

Die neue Platte von Maxïmo Park, egal ob man sie jetzt dem Indie-Rock, dem Alternative-Pop oder welchem Genre auch immer zuordnen möchte, mag Fans der ersten Stunde also zwar im ersten Moment enttäuschen, entpuppt sich aber als starkes und aktuelles Album, das einige hitverdächtige Songs zu bieten hat.

Und so hört sich das an:

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Die Rechte für das Albumcover liegen bei Daylighting.

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