Temples, Gebäude 9, 30.10.2026

Temples Köln

Temples, das vierköpfige Psychedelic-Rock-Quartett aus England, hatten mit „Jet Stream Heart“ mein Interesse geweckt. Dass mich der Song auch zu ihrem Konzert ins Kölner Gebäude 9 locken würde, war schnell klar. Etwas skeptischer blickte ich allerdings auf das restliche Set, denn neben dem aktuellen Album „Bliss“ kannte ich nur wenige Songs der Diskografie. Da die vier Vorgänger-Alben stilistisch weniger upbeat und markant auf mich wirkten, befürchtete ich ein möglicherweise langwieriges Konzert. Doch es kam anders. Am Ende blickte ich auf einen wundervollen Abend zurück.

Schon optisch passte der Auftritt perfekt in die Halloween-Saison. Während am Schlagzeug Frankensteins Monster Platz genommen hatte, kombinierte der Keyboarder stilechtes Kiss-Make-up mit einem Dracula-Shirt. Sänger und Bassist präsentierten sich ebenfalls im Vampir-Look, während ein geheimnisvoller Kapuzenmann – irgendwo zwischen Tod, Imperator und Mönch – als Guitar-Tech zwischen den Instrumenten wechselte. Für mich war das eine stimmige und herrlich spooky Ergänzung zum Konzertabend.

Musikalisch überzeugten Temples mit einem ganz eigenen Gitarrensound, der stellenweise kaum noch eindeutig diesem Instrument zuzuordnen war. Besonders die Songs des aktuellen Albums „Bliss“ entfalteten eine hypnotische Wirkung. Psychedelische Effekte auf der Stimme, verträumte bisweilen desorientierende Lichteffekte und die zahlreichen Handylichter im Publikum verstärkten die besondere Gesamtwirkung. Zusammen mit dem technisch herausragenden Auftritt und dem tollen Sound ließ das einen schnell den Alltag vergessen. Stattdessen konnte man sich einfach in den Klangwelten verlieren.

Auch die Atmosphäre im Gebäude 9 passte zum 16 Song langen Set von Temples: entspannt und angenehm respektvoll. Jeder schien auf seine eigene Weise in die Musik einzutauchen. Die Interaktion mit dem Publikum blieb zwar überschaubar, reichte aber vollkommen aus, um zum Klatschen, Tanzen und Mitschwingen der Arme zu animieren. Ein Abend, der mich deutlich positiver überraschte als erwartet.

Und so hört sich das an:

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Beitragsbild von Lucie.

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