So war die Rockaue 2017!

Danko Jones Wild Cat

Ein eintägiges Festival in der Rheinaue, einem grünen und äußerst beliebten Naherholungsgebiet in Bonn… Dazu bestes Sommerwetter und ein überzeugendes Line-Up zum wirklich fairen Preis – das konnte ja nur gut werden!

Am 8. Juli ging das 2015 ins Leben gerufene Festival „Rockaue“ bereits in die dritte Runde. Neben diversen hochkarätigen und bekannten Hauptacts, darunter In Extremo und Danko Jones, fanden sich auch aktuelle Senkrechtstarter wie die Blues Pills oder The Picturebooks unter den diesjährigen Acts wieder, die auf drei verschiedenen Bühnen ihre Auftritte absolvierten. Im Vergleich zur Premiere verschwanden Vertreter der damals noch in die Programmplanung einbezogenen Richtungen Electronics und Pop größtenteils aus dem Line-Up und der Fokus wurde verstärkt auf den Bereich der Rockmusik gelegt.

Rauputz, Rockaue
Die lokale Band Rauputz versetzte bereits um die Mittagszeit ihre Zuschauer vor der Talent Stage in Stimmung.

Besonders lobenswert war die im Sinne der Nachwuchsförderung eingerichtete „Talent Stage“, auf der junge oder noch recht unbekannte, aber vielversprechende Bands präsentiert wurden. Mit dabei waren zum Beispiel Rauputz aus dem nahegelegenen Lohmar, die bereits früh auf der Bühne standen und ihrem Publikum gut einheizten.

The Picturebooks, Rockaue
The Picturebooks waren sicherlich eine der kraftvollsten Bands des Festivals.

Im Laufe des Nachmittags betraten mit und mit immer mehr Gäste das Festivalgelände, doch war es nie zu überfüllt, so dass man bequem auch kurz vor Beginn der verschiedenen Auftritte in der Regel noch einen richtig guten Platz finden und die Musiker aus einer nicht allzu weiten Entfernung bei ihren Darbietungen bewundern konnte. Besonders eindrucksvoll war dabei der Auftritt des Duos The Picturebooks aus Gütersloh, einer enthusiastischen Formation, die sehr kraftvolle Musik macht, obwohl tatsächlich nur zwei Musiker auf der Bühne stehen. Philipp Mirtschink an den beckenlosen Drums und Fynn Grabke, zuständig für Gesang und Gitarre, kreierten einen wuchtigen Sound, der sehr schnell großen Beifall des Publikums auslöste. Drei Jahre ist die Band fast pausenlos unterwegs gewesen und hat sich mittlerweile so einige Fans in Deutschland und Europa erspielt. Schließlich haben die beiden auch ein gutes Songmaterial. Gespielt wurden auf der Rockaue neben bisherigen Favoriten wie „The Rabbit and the Wolf“ oder „Your Kisses Burn Like Fire“ auch Songs aus dem aktuellen Album „Home Is a Heartache“. Gerade die Single „I Need that Oooh“ kam gut an.
Der eine oder andere dürfte sicherlich auf den Geschmack gekommen sein und sich The Picturebooks auf einem ihrer 60 (!) eigenen Konzerte, die sie dieses Jahr noch in Europa spielen, erneut ansehen wollen.

Radio Havanna, Rockaue
Entspannte Stimmung beim Auftritt von Radio Havanna.

Auf dem Festivalgelände der Rockaue konnte man sich an einem ausreichenden Speisen- und Getränkeangebot zu akzeptablen Preisen bedienen. Verschiedene Extras sorgten für den willkommenen Spaß zwischen den Konzerten. So lag beispielsweise ein in der Rheinaue befindliches Labyrinth nun mitten auf dem Festivalgelände, die Feuerwehr duschte die Festivalbesucher mehrmals mit einer kühlenden Ladung Wasser und es fanden mehrere Autogrammstunden statt, bei denen man Künstlern wie den Blues Pills oder Kyle Gass persönlich begegnen konnte.

Insgesamt herrschte eine ziemlich entspannte Stimmung. In aller Ruhe konnte man es sich am Nachmittag vor der Hauptbühne bei Radio Havanna bequem machen. Die Band spielte einige deutschsprachige Lieder, in denen sie versuchte, ernsthafte gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor zu behandeln. Immer wieder machten sich Radio Havanna gegen Rechtsradikalismus stark oder schlug gleich vor, die Nazis doch einfach mit einer Rakete ins All zu schicken. Letztlich war es wohl Geschmacksache, ob man diesen Auftritt anregend oder doch als etwas zu plump empfand. Unterhaltsam war er jedenfalls.

Suburbian Rex, Rockaue
Eine äußerst positive Überraschung: die Nachwuchsband Surbian Rex.

Vielleicht die Entdeckung des Tages auf der Talent Stage: Suburbian Rex. Vor einigen hundert Zuschauern legte die sehr junge Band einen unglaublich mitreißenden Auftritt hin. Eigentlich nur im Vorbeigehen gehört, zogen uns die eingängigen und vielversprechenden Gitarrenriffs bis ganz vor die Bühne, wo uns im weiteren Verlauf der Performance absolut überraschende und feinsinnige Gitarrensolos und –spielereien erwarten sollten. Die ganze Band machte einen höchst professionellen, eingespielten Eindruck. Der Bassist erinnerte mit seiner fidelen Art gar ein wenig an Flea von den Red Hot Chili Peppers. Diese Band muss man im Auge behalten!

Kyle Gass Band, Rockaue
Kyle Gass und seine Band in Aktion.

Kyle Gass, bestens bekannt als Miglied von Tenacious D, bot mit seiner Band einen humorvollen Auftritt, nahm sich selbst allerdings sogar ein wenig zurück und gab seinen Musikern somit die Möglichkeit, ihr Können voll und ganz unter Beweis zu stellen. Auch ohne seinen vielleicht bekannteren Tenacious D – Partner Jack Black zeigte Kyle Gass, wie man ein Publikum gut unterhält und einen sympathischen Eindruck vermittelt.

Kyle Gass Band guitar, Rockaue

Die schwedischen Blues Pills hatten es schwer auf der Rockaue. Die Band mit enormem Potenzial hatte leider das Pech, dass Sängerin Elin Larsson unter Stimmproblemen litt. Dennoch gaben die Blues Pills alles, musste jedoch nach fünf Liedern ihr Konzert abbrechen, um Elins Stimme nicht weiter zu strapazieren und zu gefährden. Letztlich war aber selbst dieser Kurzauftritt der Blues Pills der vielleicht beeindruckendste des ganzen Tages.

Blues Pills guitar, Rockaue
Ein Genie an der E-Gitarre: Dorian Sorriaux in voller Konzentration.

Dafür sorgten allein schon die hervorragend komponierten Songs aus den beiden bisher veröffentlichten Alben, welche in der Live-Version noch einmal in die Länge gezogen und mit einer Vielzahl von atemberaubenden Solos des Gitarristen Dorian Sorriaux geschmückt wurden, bei denen man wirklich Gänsehaut bekommen konnte.

Blues Pills Elin, Rockaue
Elin Larsson gab alles, was sie konnte.

Aufgrund des frühzeitigen Abbruchs des Konzertes wurde das nachfolgende Programm auf der Hauptbühne ein wenig vorgezogen. Neben In Extremo, dem eigentlichen Headliner, zogen vor allem die Kanadier Danko Jones viele Fans vor die Bühne und lieferten eine sehr solide, wenn auch nicht überragende Show ab. Was man der Band keinesfalls absprechen kann, ist der immense Spaß, den die Musiker auf der Bühne zu haben schienen. Das Publikum ließ sich davon natürlich anstecken.

Danko Jones, Rockaue

Mit Freude erinnern wir uns an diesen sehr entspannten Tag auf der Rockaue und hoffen, dass das Ganze auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird. Selbst einen Luftgitarrenspieler konnte man dieses Jahr auf der Bühne bewundern, damit haben wir nicht gerechnet. Aber die Rockaue ist immer für eine Überraschung gut…
Es lohnt sich unbedingt, dieses Festival zu besuchen. Kommt doch mal vorbei!

Luftgitarre, Rockaue

So sah das gesamte Line-Up 2017 aus:
In Extremo, Danko Jones, Callejon, Blues Pills, Massendefekt, Kyle Gass Band, Heisskalt, Skinny Lister, Any Given Day, Radio Havanna, The Picturebooks, Vola, Watch Out Stampede, Apron, Scherf & Band, Capitano, Neufundland, Atoa, Steorrah, Louder Than Wolves, To The Rats And Wolves, Atlin, Ultraschall, Heldenviertel, Suburbian Rex, Ego Decay, Poly Deluxe, Into This, Rauputz.

Hier findet ihr weitere Informationen zum Festival:

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Fotos von minutenmusik.de.

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