Death Cab for Cutie, Live Music Hall, 06.02.2019

Death Cab for Cutie sind für viele wohl eine der Indie-Bands schlechthin. Immerhin schaffen es die Musiker aus Seattle schon seit 2003, beständig auf der Bildfläche zu bleiben. Aktuell touren sie mit ihrem neuesten Album „Thank You For Today“ durch Europa. Wir haben uns das Konzert in der ausverkauften Kölner Live Music Hall angeschaut.

Death Cab for Cutie sind keine dieser Bands, die das Publikum mit einer atemberaubenden Show begeistern wollen. Sie stehen einfach auf der Bühne und lassen ihre Musik sprechen, ohne pompöse Lichtshow, ohne aufwendig gestaltetes Backdrop oder sonstige Bühnendeko. Das würde auch überhaupt nicht passen. Die melancholische Grundstimmung ihrer Songs und die oft tieftraurigen Texte vermitteln genug Atmosphäre und lassen die Zuhörer so sehr in ihre eigene Gefühlswelt abtauchen, dass diese wahrscheinlich ohnehin nichts von irgendwelchen Showelementen mitbekommen würden. Das ist vielleicht auch die Erklärung, warum das Publikum am vergangenen Mittwoch auffallend ruhig und zurückhaltend war. Bis auf wenige, zaghafte Jubelrufe bei einzelnen Songs und braven Applaus war den Kölnern an diesem Abend nicht viel zu entlocken. Auch wenn Death Cab bestimmt keine Band sind, die zu euphorischem Tanzen oder Freudensprüngen animieren, hätte es ruhig etwas mehr Begeisterung seitens des Publikums sein können.

Die Band lieferte jedenfalls über fast zwei Stunden eine sehr solide Leistung ab, die mit einigen Perlen zu glänzen wusste. Neben den wohl bekanntesten Hits wie „Soul Meets Body“ oder „Transatlanticism“ setzte sich für mich vor allem „60 & Punk“ von den restlichen Indie-Gitarren-Songs ab. Als Ben Gibbard mit seiner weichen Stimme zur reduzierten Keyboard-Musik davon sang, wie sein einstiger „Superhero“ langsam aber sicher seine Würde und seine Lebensfreude an den Alkohol verlor, ging das schon mitten ins Herz. Ähnlich intim war die Atmosphäre während „I Will Follow You Into The Dark“, das der Sänger als erste Zugabe spielte, nur begleitet von seiner Akustikgitarre und dem andächtigen Mitsingen einiger Fans. Die komplette Instrumentenvielfalt wurde hingegen bei „I Will Possess Your Heart“ geboten, in dessen Intro Gibbard noch mal eben zwischen Gitarre und Keyboard wechselte. Zeit genug war dafür vorhanden, immerhin dauerte alleine das Intro gut fünf Minuten und fuhr so ziemlich alles auf, was das Indie-Herz begehrt. Und demensprechend glücklich und zufrieden waren dann auch die Gesichter der Besucher beim Verlassen der Live Music Hall, trotz oder gerade wegen all der schönen Melancholie.

Und so hört sich das an:

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https://www.youtube.com/watch?v=pq-yP7mb8UE

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