Tokio Hotel, Dream Machine World Tour, E-Werk Köln, 24.03.2017

Mit “Dream Machine” veröffentlichten Tokio Hotel Anfang des Monats ihr fünftes Studioalbum (Review von Anna). Im Rahmen ihrer dazugehörigen “Dream Machine World Tour” war die Band, die die deutsche Musikszene einst spaltete wie keine andere, am 24.03.2017 zu Gast im E-Werk, Köln.

Eine halbe Stunde vor Einlass war die Schlange vor dem E-Werk noch recht überschaubar. Sicher lag dies daran, dass einige Fans, die normalerweise tagelang vor der Halle ausgeharrt hätten, dieses Mal als VIP-Ticketinhaber in einer separaten Einlassschlange standen. VIP Pakete, wie das 850€-teure “Kings Of Suburbia-Upgrade“, lockten hierbei neben Early Entry, Q&A Session und einem Foto unter anderem auch mit einem Akustik-Gig in der Garderobe und einem gemeinsamen Drink mit der Band. Die Fans von früher sind sicherlich erwachsen und berufstätig geworden, aber ob man sich das leisten kann/muss sei mal dahin gestellt. Hier findet ihr eine Übersicht über alle VIP-Upgrades, deren Inhalte und Preise.

Ohne Vorband ging es gegen 20:45 Uhr dann endlich los. Erwartungsgemäß begann das prall gefüllte E-Werk laut zu kreischen, denn manche Dinge ändern sich halt doch nicht. Bill, Tom, Georg und Gustav standen bereits mit spacigen Masken auf der bunt leuchtenden Bühne, als der Vorhang fiel und der erste Song “Something New” ertönte.

Obwohl (oder gerade weil) die letzten beiden Alben im Gegensatz zu den früheren Pop-Rock-Stücken der Band eher in Richtung Dance/Electro gingen, war die Stimmung am Abend ausgelassen: es wurde lautstark gesungen, ausgiebig getanzt und niemand riss sich gegenseitig Haarbüschel aus. Doch auch die Stimmung der Band war grandios: sympathische Ansagen von Sänger Bill, der mehrfach seine pompösen Outfits wechselte und vom Dracula-Mantel über Netzhemd bis silbernes Nachthemd alles präsentierte. Außerdem ein energiegeladenes Drumsolo von Gitarrist Tom.

Zwischen all den neuen Songs wurde mit “Black” aber auch ein alter Song aus der “Zimmer 483“-Ära ins Set aufgenommen. Zunächst war dieser unter dem Titel „Schwarz“ veröffentlicht worden, ehe Tokio Hotel der deutschen Sprache den Rücken gekehrt hatten, „Ich habe heute beschlossen, alle die auf Deutsch mitsingen, die schmeiß ich raus!“, witzelte Bill vorher noch, wurde dann jedoch gnadenlos von den deutschsprachigen Fangesängen übertönt und wechselte dann ebenfalls die Sprache. Ein wirklich schöner Moment für alle nostalgischen Fanherzen!

Wer Tokio Hotel früher musikalisch gefeiert hat, kann mit der neuen Stilrichtung vermutlich nicht allzu viel anfangen – zumindest ging es mir anfangs so. Doch überraschenderweise konnte selbst ein Song wie „Better“ der durch seinen doch recht monotonen Text auf Platte ziemlich nervig rüberkam, live überzeugen. Nicht nur, dass Bill erklärte, er habe sich mit diesem Song aus einer beendeten Beziehung gerettet, auch schmetterte er jedes „better“ im Refrain mit einer unglaublich emotionalen und stimmlichen Power in Richtung Menge.

Als zum Ende dann noch „Durch den Monsun“ ertönte und der Abend mit einem Konfettiregen beendet wurde, blickte man im gesamten E-Werk in glückliche Gesichter. Nicht nur von jungen Frauen – auch die Männerquote war deutlich höher als noch vor einigen Jahren. Ein weiteres Indiz dafür, dass man eine Band wie Tokio Hotel aufgrund ihres Namens und der bisheriger Bandgeschichte nicht in eine Schublade stecken, sondern sehr wohl offen für musikalische Weiterentwicklungen bleiben sollte.

So hört sich das an:

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