Frank Carter & The Rattlesnakes – Modern Ruin

Frank Carter - Modern Ruin

Knapp anderthalb Jahre nach dem Release ihres Debütalbums „Blossom“ kehrt die britische Punk-Band Frank Carter & The Rattlesnakes mit einem neuen Album und viel Wut und Ärger zurück. Der Rotschopf Carter schreit sich wie auch schon auf dem schroffen Debüt den Ärger über seine Mitmenschen und die Welt von der Seele und ist dabei sogar noch pissiger als vor ein paar Jahren.

So könnte eine zu erwartende Einleitung einer Rezension des neuen Frank Carter Albums „Modern Ruin“ aussehen. Ganz richtig ist das ganze jedoch nicht, denn Carter ist auf dem Nachfolger des gefeierten Wut-Debüts so überhaupt nicht mehr verärgert. Vielmehr scheint der Brite zahm, schreibt ein Einschlaflied für seine kleine Tochter („Lullaby”) und singt den Großteil der Songs, die auf „Blossom“ noch von gescreamten Vocals dominiert worden waren. Vor allem die ruhigeren Lieder des Albums klingen psychedelischer als sie noch auf dem Erstling klangen, erinnern teils mehr an Shoegaze als den aggressiven Punk-Rock, den man einst spielte. Lediglich der Titeltrack des Werkes kommt mit längeren Schrei-Passagen aus. Das ganze heißt natürlich nicht, dass es auf dem Zweitling der Band um den Briten mit der direkten Art nicht auch rockige Momente gibt – die gibt es en masse. Diese sind nur anders in Alternative-Rock anstelle von Punk verpackt. Carter entwickelt sich jedoch nicht nur vom Sound weiter, sondern lernt besonders im Songwriting einiges hinzu. Komplexer und durchdachter erscheinen die Songs, leiten durch Interludes ineinander über und bilden von Song Nummer Eins an ein schlüssiges Gesamtgebilde.

Frank Carter ist zwar nicht mehr wütend, wer jedoch mit dieser Stimungsänderung leben kann findet in „Modern Ruin“ ein Album, welches unterhält, große Singalongs auf Konzerten heraufbeschwört und einfach verdammt gelungen ist. Gerne weiter so Mr. Carter! Der Herr kann einfach keine schlechte Musik machen.

Und so hört sich das an:

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https://www.youtube.com/watch?v=DDgekKQ8nLc

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Die Rechte für das Albumcover liegen bei International Death Cult.

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