Juicy Gay & mrbx – Rainbow Trap

Review: Juicy Gay und mrbx laden in ihre "Rainbow Trap", eine – zumindest meist – kunterbunte Utopie des Optimismus.

„Rainbow Trap“ ist eines dieser Alben, die die Stärken der beteiligten Künstler*innen auf den Punkt bringen. Rap-Sonnenschein Juicy Gay und Produzent mrbx geben darauf ein Abbild ihrer ganz eigenen Kunstutopie: Der Rainbow Trap.

Juicy Gay beherrscht sie beide: Sommerliche, fast schon aufdringlich eingängige Gute Laune-Hymnen und energetisierend antreibende Trap-Banger. Für beides lässt Kollaborateur mrbx mit seinen luftigen, aber druckvollen Produktionen auf „Rainbow Trap“ Raum. „Cornflakes“ beispielsweise ist eine dieser verschmitzt-lockeren Juicy Gay-Hymnen, die nach langen Sonnenbrand-Tagen in vollen Parks rufen. „Schiebedach“ wiederum lüstert mit seinen knarzigen 808s und düsteren Keys nach Stagedives und Pogo, macht sich aber auch ganz wunderbar auf stressigen Autofahrten durch dichtbebaute Innenstädte. „LEL“ vereint das Beste beider Welten: Felly und Juicy Gay sind die Kombo, die Deutschrap dringend (wieder) brauchte.

Neben klassischen Dicke Hose-Tracks wie dem lieben „Süßi“ und humoristischen Songs wie „Giraffe“ – Schmucksammlung zu groß für einen Menschenhals – wendet sich der erste offen schwule, nun doch nicht-schwule, Rapper Deutschlands im letzten Albumdrittel zunehmend schweren Komplexen zu. Dass ernste Thematiken in die Musik Juicy Gays einfließen ist nicht wirklich neu, in der Konsequenz fanden jedoch noch nie so direkt persönliche Ängste und Zweifel Einzug. Vor allem „Lebendig“ gibt daher tiefe Einblicke in das zwiegespaltene Innere des Rappers, behandelt die Suche nach sich selbst und offenbart, dass unter der Oberfläche selbst ein in Hip-Hop-Form gegossener Sonnenschein wie Juicy Gay mit sich hadert. Zuvor gibt „Lass Los“ bereits ein Abbild der großen Probleme unserer Zeit – Klimawandel, Ungleichheit, emotionaler Stress – und sucht den Absprung hin zur Utopie. Bislang bleibt der ein Wunsch.

Wie sieht Juicy Gays und mrbx’ „Rainbow Trap“-Welt nun aus? Bunter, (zumeist) optimistischer und gerechter als die reale Welt. Ein Stück dieses Ideals können Zuhörer*innen nun bereits erleben: Ein erster Schritt.

Mehr Juicy Gay gibt es hier.

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Die Rechte für das Albumcover liegen bei Weltgast.

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