Portrayal Of Guilt – Christfucker

Review: Auf "Christfucker" kanalisieren Portrayal Of Guilt all die Düsternis heraus, die sich in den letzten 18 Monaten aufgestaut hat.

Portrayal Of Guilt haben sich schuldig gesprochen, denn die Lärm-Beschwörer haben ein Album geschrieben, das auf den provokanten Namen „Christfucker“ hört. Was in konservativen Kreisen Amerikas sicherlich noch für Trubel sorgen könnte – würde an die richtigen Stellen geschaut –, ist jedoch derart krachig geschnürt, dass der Titel wohl nicht in Kreise durchstoßen wird, die wirklich zu schocken sind.

Unmissverständlich kündigen schon die ersten dreißig zum „Intro to CHRISTFUCKER“ komprimierten Sekunden an: Viel Freude versprüht die Kunst der drei Musiker nicht. Strickt die Band dort noch einen Anti-ASMR-Krachteppich und ließe sich so zumindest noch in die tiefsten Hinterkammern der Aufmerksamkeit verdrängen, so fahren die übrigen neun Stücke den Lärmpegel nach oben. Weit nach oben. Die Instrumente verzerren dabei teils so sehr und schichten sich so eng, dass sie mancherorts nur als verzerrtes Rauschen wahrnehmbar sind. Das markant böse Gekeife von Gitarrist und „Sänger“ Matt King tut den Rest: Purer Nihilismus. Dazu passt, dass Portrayal Of Guilt ihre Songs nicht selten mit Leinwand-würdigen Videos beschenken, die Zuschauer*innen Horror-Trips miterleben oder an brutalen Entführungen teilhaben lassen.

„Christfucker“ jedenfalls schließt nahtlos an den bislang bestrittenen Entwicklungspfad an, möchte seinem provokant-eingängigen Titel entsprechend aber noch mehr Unbehagen auslösen als seine zwei Vorgänger-LPs. Das gelingt selbst „Bed Of Ash“, der als Ambient-Versatzstück eigentlich zwischendrin eine Minimalpause von dem Kabinett des Horrors bieten könnte und immerhin die Lautstärke wieder zurückdreht. So jedoch ist „Christfucker“ zwar ein eindimensional-bösartiges Hör- und Seh-Erlebnis, dafür aber ein umso ergreifenderes. Und das (noch) ganz ohne empörten Aufschrei.

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Die Rechte für das Cover liegen bei Run For Cover.

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