Landmvrks, Palladium Köln, 19.12.2025

landmvrks konzert köln

Genug von der vorweihnachtlichen Kuschel-Kitsch-Stimmung? Dann war das Palladium am Freitagabend genau der richtige Ort. Statt grün-rot-goldenem Glitzer: ein Meer aus tätowierter Haut und schwarzer Kleidung. Jeglicher Klecks von Farbe ist, wenn überhaupt, ein Versehen, der einzige Weihnachtspulli in der Menge dann fast schon eine Provokation.

In Köln hat die französische Band Landmvrks laut eigener Aussage ihre bislang größte Headline-Show gespielt. Seit 2014 begeistern sie mit ihrer musikalischen Mischung aus Metalcore, Hardcore Punk und vereinzelten Hip-Hop-Einflüssen. Vier Jahre nach Lost in the Waves erschien dieses Jahr The Darkest Place I’ve Ever Been, ihr neuestes und damit viertes Studioalbum.

Als Support stehen zuerst Split Chain, dann Hardcore-Band Pain Of Truth aus New York auf der Bühne und pushen mit heftigem Sound das Publikum langsam, aber stetig. Als letzter Support-Act füllen die Amerikaner Underoath den Saal dann nochmal richtig aus. Ob es letztendlich wirklich ganze drei Vorbands gebraucht hätte, bezweifle ich jedoch. Die Soundchecks gingen erstaunlich schnell und effizient über die Bühne und die Bands haben das Publikum schon gut auf den Abend vorbereitet, dennoch hat es sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge gezogen.

Doch für die Show, die Landmvrks anschließend abliefert, wartet man gerne, denn es hat sich definitiv sehr gelohnt. Kurz vor neun geht es los: hinter dem vorgezogenen weißen Vorhang erklingen die ersten düsteren Gitarrenklänge. Die dichte Atmosphäre baut sich langsam auf und zieht einen immer mehr in „The Darkest Place I’ve Ever Been“, den Titelsong des letzten Albums. Der Vorhang fällt, durchdringendes Schlagzeug setzt ein, die ersten Becher (und ein paar Weihnachtsmützen) zischen durch die Luft: die begeisterte Menge stimmt den Opener sowie die darauffolgenden Songs „Creature“ und „Death“ beherzt und völlig ohne Aufforderung mit an.

Nicht anders zu erwarten, bietet Landmvrks eine wunderbar packende Collage aus melodischer Wucht und melancholischer Tiefe. Der Raum ist gefüllt mit purer Energie: intensive Drums, brutale Gitarren, mitreißende Melodien, die das Publikum durchrütteln. Natürlich gibt’s Crowd Surfing und Moshpits – die Menge wird nach und nach immer ungehaltener, vor allem beim unglaublich harten „Sulfur“ oder bei „Lost in a Wave“. Wütende Riffs und mächtige Screams werden durch gekonnte Pausen getaktet und erzeugen eine abrupte Stille, die spürbar tief in den Knochen nachhallt. Interludes wie „Sombre 16“ und das Intro von „La Valse Du Temps“ bringen kurze Verschnaufpausen, sowohl für die Band als auch für uns. „Suffocate“ wird dann noch in Akustik und Klargesang von Frontsänger Florent Salfati alleine auf der Bühne performt – sentimental und tiefgehend – nur um dann gemeinsam mit dem mitschreienden Publikum nochmal richtig Fahrt aufzunehmen – klar eines meiner Highlights des Abends.

Stichwort Frontsänger: die gewaltige Performance von Vocal-Bestie Salfati kann man einfach nur loben. Seine krassen Growls und Screams gehen ohnehin durchs Mark. Zudem ist er nicht nur gefühlt überall gleichzeitig auf der Bühne, sondern rappt und singt mühelos auf Französisch und Englisch.

Was fehlt der ohnehin überwältigenden Performance der Band noch? Genau, eine durchdachte Inszenierung und eindrucksvolle Kunsteinlagen. Zu jedem Song gibt es eine eigene Videoshow im Hintergrund, zwischendurch wird auf der Bühne das „V“ des Albumcovers gesprayt, gegen Ende folgt noch ein Schlagzeugsolo inklusive Lichtshow.

Mit diesem beeindruckenden künstlerischen Gesamtkonzept hat uns Landmvrks ein lautes, intensives und mehr als gelungenes verfrühtes Weihnachtsgeschenk beschert. Merci beaucoup!

 

PS.: Bleibt mir nur zu Weihnachten eine neue Landmvrks Tour zu wünschen.

Und so hört sich das an:

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Ein Kommentar zu „Landmvrks, Palladium Köln, 19.12.2025“

  1. Leider erwähnst Du in Deinem Bericht nicht, dass das Konzert 3 Stunden vor Beginn einfach mal ne Stunde vorgezogen wurde, und wenn man wie meine Frau und ich uber eine Stunde Fahrzeit hat und vorher noch arbeiten war, dann hat man einfach mal die ersten zwei Vorbands, die im Übrigen echt gut sind, einfach verpasst. Echt Kacke. Was Landmvarks angeht, kann ich dem Bericht nur zustimmen! War einfach Klasse!

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