So war das Kosmonaut Festival 2018!

Ach Kosmonaut, wie schaffst du es nur, jedes Mal noch schöner zu werden? Wir haben euch letztes und vorletztes Jahr schon genug davon vorgeschwärmt, dass es am Stausee Rabenstein das wohl schönste Festivalgelände Deutschlands gibt. Oder davon, dass die vielen kleinen Details wie die Minigolf-Anlage, das Herzblattstudio oder auch einfach die liebevolle Deko eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Und auch das Line-up konnte uns immer wieder überzeugen, nicht zuletzt dank der kleinen Liebhaber-Perlen, die sich oft in den frühen und mittleren Slots des Timetables verstecken. Warum also war es dieses Jahr noch schöner? Zum einen weil vom Wetter über die Bands bis hin zum Rahmenprogramm einfach alles gepasst hat. Zum anderen aber wegen einer gewissen Aktion namens „Kamp mit K“, die für uns persönlich das Festival zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.

Wir, das sind Yvonne, acht weitere Freunde und ich – oder auch die Mexikamper. Unter diesem Namen haben wir uns im April äußerst spontan bei der Aktion angemeldet, die sich Kraftklub für die diesjährige Ausgabe ihres Festivals überlegt hatten. Team anmelden, Facebook-Seite erstellen, Likes sammeln, was das Zeug hält, und als einer der Top 10-Finalisten zwei Tage früher anreisen und auf 100 qm das Traumkamp aufbauen. Klingt nach einer Menge Spaß. Es wurde gewerkelt, geworben und gebastelt, was das Zeug hält und wir schafften es tatsächlich nicht nur unter die ersten zehn Teams, sondern bis zum eigenen Dixiklo, das es als Belohnung für 750 Facebook-Likes gab. Wir sagen euch, es gibt nichts Besseres auf dieser Festivalwelt! Danke an alle, die uns ein Like geschenkt haben! Vollbepackt reisten wir also schon am Mittwoch an. Was folgte, waren zwei Kamp mit K-Tage, die fast schöner waren als die eigentlichen Festivaltage. Schnell wurden bei den ersten Flunkyball-Runden Freundschaften geschlossen, Werkzeuge und alkoholische Tauschmittel ausgetauscht. Von Neid oder Konkurrenz war kaum etwas zu spüren, stattdessen wurde als krönendes Highlight eine kampübergreifende Party im Bällebad gefeiert. Am Freitagmittag wurde es dann ernst. Die Jury um Kraftklub und den Youtube-Handwerker-König Fynn Kliemann, der sein eigenes Kliemannsland-Kamp (außer Konkurrenz) aufgebaut hatte, nahm alle Kamps unter die Lupe. Ich lüge wirklich nicht, wenn ich schreibe, dass uns unser Sieg überrascht hat. Gefreut haben wir uns natürlich trotzdem riesig über die goldenen Tickets fürs nächste Jahr und die wohl schönsten Jeansjacken des Universums. Und irgendwie auch über den Besuch von MTV und unsere ganz eigene Ausgabe von MTV Kribs. Fazit dieser ganzen Geschichte: Sucht euch eure coolsten Freunde zusammen und macht beim Kamp mit K mit, es lohnt sich!

Bei dieser ganzen Euphorie wollen wir aber natürlich das eigentliche Festival nicht vergessen. Das begann für uns am Freitag mit dem Auftritt von Rikas. Die Stuttgarter Band lieferte mit ihrer schwäbischen Samba auf der Atomino-Bühne den perfekten Auftakt und brachte das Publikum schon am frühen Nachmittag zum Tanzen. Und weil die vier echt nette Jungs sind, haben sie uns hinterher im Interview noch ein paar Fragen beantwortet, die wir euch in den nächsten Tagen präsentieren werden. Bis zum nächsten Must-see war für uns noch etwas Zeit und die nutzten wir, um die Beine in den See zu stecken und das Gelände zu erkunden. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr die Wortbühne, auf der Podcasts ihren Beitrag zum Festivalgeschehen leisten durften. Eine schöne und entspannte Abwechslung zum musikalischen Treiben! Pünktlich zum Auftritt von Faber fanden wir uns aber vor der Hauptbühne wieder und ließen uns gefühlt in die letzte Kraftklub-Tour zurückversetzen, bei der uns der Schweizer mit seiner etwas eigenwilligen Folklore-Musik ans Herz gewachsen ist. Und so wie uns schien es einigen zu gehen, wenn man sich die begeisterte Menge vor der großen Bühne anschaute. Noch mehr Ekstase löste später Drangsal aus, bei dem sich die Menschenmasse vor der kleinen Atomino-Bühne drängte. In gewohnt ausdrucksvoller Manier performte Max Gruber Auszüge aus seinen beiden bisherigen Alben wie den poppigen Hit „Turmbau zu Babel“ und brachte schließlich die Menge mit einem „1000 und 1 Nacht“-Cover völlig zum Ausrasten. Ausrasten war auch das Motto vor der Hauptbühne, die von Feine Sahne Fischfilet fast zerlegt wurde. Und tatsächlich kam die Show nicht ganz ohne Verletzte aus, denn Frontmann Monchi wurde beim Crowdsurfen einfach ein Stück Haut vom Daumen abgebissen. Verrückt!

Langsam aber sicher stieg die Spannung auf den geheimen Headliner – seit immer Kosmonaut-Tradition – und mit ihr brodelte auch die Gerüchteküche immer mehr. Die beiden am häufigsten genannten Namen waren wohl Die Ärzte und Cro. Als Kraftklub kurz die Bühne betraten und eine „spezielle Ausgabe des geheimen Headliners“ ankündigten und der fallende Vorhang schließlich RIN präsentierte, war die Enttäuschung bei einigen doch sichtbar groß. Ältere Semester konnten mit dem Namen so gar nichts anfangen, die jüngeren Fans waren begeistert, aber der Großteil war wohl einfach nicht davon überzeugt, einen würdigen Headliner vor sich zu sehen. Nach drei Songs kam allerdings die nächste Überraschung und Bausa löste RIN ab. Die Enttäuschung wandelte sich in Verwunderung und die Menschenströme, die schon in Richtung Ausgang unterwegs waren, warteten doch lieber nochmal ab. Zurecht, denn auch Bausa verließ nach wenigen Songs die Bühne und überließ Haiyti das Feld. Die Verwunderung wurde wieder von Spannung abgelöst, denn das konnte es ja noch nicht gewesen sein. Die Gerüchteküche wurde schließlich – zumindest zum Teil – bestätigt und Cro performte seine größten Radio-Hits. Und dann das große Feuerwerk (im wahrsten Sinne des Wortes) zum Finale: Casper und Marteria stürmten die Bühne, spielten erstmals ihren neuen gemeinsamen Song „Champion Sound“ und kündigten ihr gemeinsames Album „1982“ für den 31. August 2018 an. Was für ein Spektakel und tatsächlich eine ganz spezielle Headliner-Ausgabe! Nach einer wie immer mehr als gelungenen Aftershow-Party mit den Drunken Masters ging man dann aber trotzdem mit dem Gedanken schlafen, dass die beiden ruhig noch ein paar Songs mehr hätten spielen können.

Am Samstagmorgen um 7:30 Uhr wurde aus diesem Wunschdenken Realität und die beiden Berliner rissen die Kosmonaut-Camper aus ihrem wohlverdienten Schlaf. Mit einem Pick-up ging es quer über den Zeltplatz (oder auch zur nächsten Steckdose) und neben ein paar älteren Songs wurde natürlich nochmal die neue Single zum Besten gegeben. So etwas prägt sich nämlich bestimmt morgens mit Restalkohol und im Halbschlaf besonders gut ein! Auf jeden Fall war damit die „Gude Laune“ bei den Campern für den restlichen Tag gesichert.

Etwas beschaulicher startete für uns der Nachmittag mit Sam Vance-Law auf der Hauptbühne. Mit Chamber-Pop, verschmitztem Lächeln und spitzzüngigem Humor wickelte er uns um den Finger. Und wir spoilern schon mal: Im Interview machte er damit gleich weiter. Auch dieses Ergebnis bekommt ihr in den nächsten Tagen. Währenddessen ging es bei der Blok Party um einiges beatlastiger zu. Nach Jace, Juicy Gay, Juse Ju und BHZ heizte die Österreicherin Mavi Phoenix der immer größer werdenden Zuschauermenge ein. Der Grund für diesen Ansturm hatte sich im Timetable gut versteckt, aber nach und nach dann doch herumgesprochen. Hinter VSK steckte nämlich das Verbale Style Kollektiv rund um die K.I.Z-Rapper. Eine halbe Stunde Abriss total und jede Menge glückliche Gesichter! Direkt danach ging es wieder zurück zur großen Bühne, auf der Olli Schulz nicht nur musikalisch schön verpackte Alltagsgeschichten zum Besten gab, sondern vor allem eine der unterhaltsamsten Shows des Festivals ablieferte. Lachen, Mitsingen, Tanzen – man wusste gar nicht so recht, was man zuerst machen sollte.

Der nächste Act stand letztes Jahr noch mitten in der Nacht auf der Reich für immer-Bühne und schaffte es trotzdem – oder gerade deshalb – ohne Probleme, den Platz vor der Hauptbühne zu füllen. Trettmann ist mittlerweile längst kein Geheimtipp mehr und seine Songs passten zur entspannten Nachmittagsatmosphäre am See wie die Faust aufs Auge. Dass Felix Brummer beim Feature „Wie du“ die Bühne stürmte, hat wohl keinen überrascht, aber jeden gefreut.

Nach kurzer Verschnaufpause – wir durften schließlich unser Kamp mit K nicht vernachlässigen – machten wir uns bei Milky Chance schon mal für den Headliner warm. Der Auftritt war bestimmt nicht schlecht, aber irgendwie für unseren Geschmack etwas zu eintönig. Oder wie Yvonne so schön sagte: „Bei denen bekommt „Spiel denselben Song nochmal“ eine ganz neue Bedeutung!“

Pünktlich zum Auftritt der Gastgeber wurde es vor der Hauptbühne dann so richtig voll. Und nicht nur vor der Bühne, sondern auch auf der Bühne wimmelte es während des Kraftklub-Auftritts vor Menschen. Die Tänzer-Gäng, einigen wahrscheinlich aus dem letzten Festivalsommer bekannt, war für mehrere Songs wieder mit am Start. Mit neuen Choreographien und sichtbar viel Freude begleiteten sie die Band und sorgten damit für das i-Tüpfelchen bei der sowieso schon grandiosen Liveshow. Wer an diesem Headliner-Auftritt etwas bemängeln möchte, könnte höchstens meckern, dass er mit 75 Minuten einfach zu kurz war. Ansonsten überzeugten Kraftklub auf voller Linie, was vor heimischer Kulisse allerdings auch nicht anders zu erwarten war. Oder wie Felix Brummer sagte: „Sogar unsere Großeltern sind heute hier. Danke, dass ihr uns nicht blamiert habt.“

Apropos blamieren: Was passiert, wenn man „vor dem Auftritt zu viele Drogen konsumiert“, hat Yung Hurn als Abschluss-Act der Atomino-Bühne eindrucksvoll bewiesen. Zu spät zum Auftritt, eben mit dieser Begründung, und so verpeilt, dass er den gleichen Song einfach mehrmals spielt, „weil es so geil war“. Schon irgendwie peinlich, aber so richtig stört das nach so einem Festival ja auch niemanden mehr. In Erinnerung bleibt nämlich wieder einmal, dass das Kosmonaut uns mit seiner Atmosphäre verzaubert hat und wir gerne wieder dabei sind, wenn die Rakete am 5. und 6. Juli 2019 wieder startet!

Eine Fotogalerie zum Festival findet ihr übrigens in den nächsten Tagen auf unserer Facebook-Seite.

Und so sah das aus (wer uns im Video findet, darf uns behalten!):

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Fotos: Yvonne Hopfensack

 

 

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