Interview mit All The Luck In The World über das neue Album “A Blind Arcade” und ihrem Respekt vor Liveshows

(English Version below.) All The Luck In The World veröffentlichten im Februar mit “A Blind Arcade” ein wunderschönes neues Album zum nachdenken, träumen und verlieben. Doch die Veröffentlichung der neuen Platte hatte auf sich warten lassen – das erste Album der Band war bereits 2014 erschienen. Vor ihrem Konzert im artheater in Köln am 08.04.2018 erzählten uns Sänger/Gitarrist Neil Foot und Keyboarder/Bassist Ben Connolly, woran es gelegen hat:

minutenmusik: All The Luck In The World ist eigentlich eine Band aus Irland, die aber nach Berlin gezogen ist. Wie kam es denn dazu?

Ben: Wir sind schon vor ein paar Jahren nach Berlin gekommen und haben dort unser erstes Album aufgenommen. Uns hat die Stadt wirklich gut gefallen und wir haben dort viele nette Menschen kennengelernt, mit denen wir dann auch unser zweites Album aufnehmen wollten. Unter anderem deshalb sind wir dann zurückgekommen. Als wir das College beendet hatten, wollten wir alle gerne einen Tapetenwechsel und irgendwo leben, wo es ein bisschen erschwinglicher ist und wo man als Künstler mehr Möglichkeiten hat, denke ich. Berlin schien da genau die richtige Stadt zu sein.

minutenmusik: Habt ihr hier schon ein bisschen Deutsch gelernt?

Neil: Nein. (auf Deutsch)

Ben: Noch nicht. Es steht auf jeden Fall auf unserem Plan aber ich denke mir immer, dass ich dafür etwas mehr Zeit brauchen werden. Vielleicht wäre im Sommer ein guter Zeitpunkt damit anzufangen.

minutenmusik: Im Februar habt ihr euer zweites Album “A Blind Arcade” veröffentlicht, was nach eurem 2014 erschienenen Debüt-Album relativ lange gedauert hat. Woran hat es gelegen?

Neil: Es war eine Kombination aus Unsicherheit und… ja, eigentlich gar nicht so viel Faulheit, aber… wir wussten einfach noch nicht so recht, wie wir es am besten veröffentlichen sollten. Das Album war zwei Jahre lang schon komplett fertig gemischt und gemastered, bevor wir es veröffentlicht haben. Wir waren zu der Zeit noch auf dem College und hatten uns gerade erst in Berlin neu eingerichtet. Da hat es irgendwie länger gedauert.

minutenmusik: Hattet ihr denn eine Vison, wie das Album am Ende werden sollte, oder ist das während des Schreibens/während der Aufnahmen einfach so entstanden?

Ben: Hmm… ich weiß nicht.

Neil: Eigentlich nicht, oder?

Ben: Ich denke nicht. Als wir angefangen haben, die Songs zu schreiben, wurde irgendwann immer deutlicher, wie es am Ende klingen sollte. Wir haben bestimmte Sounds gefunden, von denen wir dachten, sie seien sehr speziell oder man könne sie ruhig häufiger verwenden. Solche Sachen haben sich akustisch dann bis zum fertigen Album durchgesetzt. Und so sind die Songs dann nach und nach entstanden.

Neil: Ja, es gab Zeiten, da haben wir an sechs oder sieben Songs gleichzeitig gearbeitet und konnten sehen, wie sie sich zum fertigen Track entwickelt haben. Aber ein grundlegendes Konzept hatten wir nicht.

minutenmusik: Als ich mir das Album angehört habe, kamen mir direkt Bilder in den Sinn, zum Beispiel “hey, dieser Song klingt irgendwie wie ein Sonnenuntergang am Strand“ oder so ähnlich. Hattet ihr beim Schreiben auch irgendwelche bestimmten Szenarien im Kopf?

Ben: Ja! Die Bilder in unserem Kopf waren zwar nicht ganz so abstrakt, aber wir haben die Songs sehr auf das bezogen, wovon sie handeln. Manche Lieder haben eine Art Umgebung erschaffen, über die wir untereinander auch sehr viel geredet haben.

Neil: Ja, dem würde ich so zustimmen.

minutenmusik: Und welchen würdet ihr als den persönlichsten Song vom Album betrachten?

Neil: Persönlich…

Ben: Das dürfte wahrscheinlich “Moon” sein, oder?

Neil: Ja, auf dem Album gibt es einen Song namens “Moon” der von der Nacht handelt, in der meine Mutter gestorben ist.

minutenmusik: Und wer hatte die Idee für das wunderschöne Album Cover bzw. wer hat es gestaltet?

Ben: Das war unser Gitarrist, Kelvin. Der ist ein ziemlicher Künstler. Wir hatten untereinander ein paar Ideen besprochen und dann kam er mit dem Bild des Geweihs und wir waren alle völlig überwältigt davon! Also haben wir uns entschieden, daran weiterzuarbeiten und die Kombination verschiedener Bilder hat dann am Ende das fertige Cover ergeben.

minutenmusik: Und das ist ziemlich beeindruckend geworden! Zur Veröffentlichung eures Albums hattet ihr im Februar außerdem einige kleinere Release-Konzerte in Deutschland gespielt. Wie hat es sich angefühlt, so kleine Shows zu spielen?

Neil: Das hat Spaß gemacht.

Ben: Ja, das waren unsere ersten Shows nach einer etwas längeren Zeit. Es ist ein Jahr her gewesen, seitdem wir das letzte Mal auf der Bühne gestanden hatten! Und die Konzerte gingen auch eher so in Richtung Akustik Shows. Das heißt, heute ist unser erstes Konzert mit der gesamten Band seit fast anderthalb Jahren! Aber die Release-Shows waren toll. Schon allein weil sie eher Akustik Shows waren…

Neil: Ja, stimmt, das ging eher in Richtung Akustik-Gig. Wir waren etwas nervös… wir hatten so lange nicht mehr live gespielt und die Proben liefen auch irgendwie nicht so perfekt, aber am Ende war es wirklich schön und das Publikum war großartig! Und es war wirklich jeden Abend eine wunderbare Zeit.

minutenmusik: Jetzt seid ihr wieder auf Tour und die meisten Shows sind sogar ausverkauft. Wie war das für euch?

Ben: Großartig!

minutenmusik: Hattet ihr erwartet, dass so viele Zuschauer kommen würden?

Ben: Nein, nicht wirklich. Wir sind einfach nur richtig glücklich darüber, dass die Menschen uns nicht vergessen haben, während wir weg gewesen sind. Es war wirklich großartig, so viele Menschen zu sehen – und heute ja auch! Wir sind wirklich dankbar dafür.

minutenmusik: Und wenn ihr ehrlich seid: steht ihr lieber auf der Bühne oder verscharrt ihr euch lieber im Studio?

Neil: Also ich persönlich bevorzuge die Arbeit im Studio.

Ben: Ja, ich glaube, ich würde auch das Studio vorziehen.

Neil: Man muss aber dazu sagen, dass wir noch nicht so viele Tourneen gespielt haben, also vielleicht ändert sich das ja noch!

Ben: Es hängt auch immer ein bisschen davon ab, wie die Stimmung an dem Abend ist und so etwas. Manchmal ist es wirklich ein besonderes Gefühl auf der Bühne zu stehen, aber ich denke, gerade vor den Release-Konzerten waren wir echt noch ein bisschen unsicher und nervös, was Live-Auftritte angeht. Vielleicht genießen wir diesen Part als Band einfach noch nicht so ganz. Aber als wir dann nach der Live-Pause das erste Konzert gespielt hatten, haben wir uns gedacht wie blöd dieser Gedanke eigentlich war, denn wir hatten wirklich Spaß auf der Bühne!

minutenmusik: Oh wow, okay.

Während des Konzertes erzählte die Band, dass sie sich ihr Equipment für die Tour eigentlich ausleihen wollte, dann jedoch festgestellt haben, dass es finanziell auf das Gleiche herauskommen würde, die Instrumente einfach selbst zu kaufen. So spielten sie in Köln also nicht nur das erste Mal wieder mit der gesamten Band, sondern auch mit einem nagelneuen Equipment, das erst wenige Tage vor dem Tour-Start angekommen war.

minutenmusik: Eure Musik ist ja so ein Mix aus verträumtem Alternative/Indie, der auch etwas melancholisch ist. Hört ihr solche Musik auch privat oder was habt ihr aktuell in eurer Playlist?

Ben: Ja, klar. Wir hören eigentlich einen ziemlich bunten Mix.

Neil: Ich höre mir nur das an, was Spotify mir vorschlägt.

Ben: Ich höre eigentlich alles. Aber ja, es ist auch viel melancholisches dabei, auch wenn wir eigentlich so ziemlich alles hören…

Neil: Dubstep.

Ben: (lacht)

Neil: Du liebst Dubstep.

Ben: Ja, ich bin ein großer Dubstep Fan! (Beide lachen.)

Und so hört sich das an:

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All The Luck In The World live 2018:

13.04.2018 – Berlin (ausverkauft)
14.04.2018 – Hamburg (ausverkauft)
29.09.2018 – Dortmund, WAY BACK WHEN Festival
05.10.2018 – Nyon (CH)
09.10.2018 – Salzburg (AT)
10.10.2018 – Dornbirn (AT)
12.10.2018 – Dresden
13.10.2018 – Nürnberg, Nürnberg Pop Festival
14.10.2018 – Stuttgart
16.10.2018 – Zürich (CH)
17.10.2018 – Mainz
18.10.2018 – Münster
19.10.2018 – Leipzig
20.10.2018 – Potsdam
21.10.2018 – Hannover
22.10.2018 – Bremen
13.12.2018 – Hamburg
15.12.2018 – Berlin (Extended Set & Special Guests)

English Version:

minutenmusik: All The Luck In The World are a band from Ireland but you have moved to Berlin? How did that happen?

Ben: We’ve been coming to Berlin for a couple of years and we recorded our first record here. We really liked the city and met some nice people to work on the second one with, and came back for that as well. When we finished college, we just kind of decided we could use a change of scenery and that we wanted to live somewhere a little bit more affordable and somewhere that offered a little bit more artistic opportunity, I suppose. And Berlin maybe seemed like that place.

minutenmusik: While staying there, did you learn speaking some German?

Neil: Nein. (‘No’ in German.)

Ben: Not yet. It is on the agenda but I’m thinking about that I’m gonna need time to do it. Maybe during summer would be a good time to start lessons.

minutenmusik: In February, you released your second album “A Blind Arcade” which took quite a while. What took you so long?

Neil: It was a combination of uncertainty and… not so much laziness but… we just didn’t know yet the best way to put it out. We had it completely finished, mixed and mastered for two years before we released it. We were still finishing college at that time. We were obviously relocating in Berlin so it just took that long.

minutenmusik: Did you have a vision of how the album should sound in the end or did the sound develop during the writing/recording process?

Ben: Uhm… I don’t know.

Neil: Not really?

Ben: I don’t think so. As we started to write the songs it kind of became more and more clear what it’s gonna sound like. You know, we found sounds that we were like “that feels very unique” or whatever, and that’s something that we can use again. That kind of stuff made its way through the record, sonically. And then I guess the songs just kind of came one by one.

Neil: Yeah, there were times and when were like working on six or seven songs at a time and bringing them up. Seeing them transfer. But no general concept.

minutenmusik: When I listened to the album, some songs gave a certain image in my mind, for example “hey, this song sounds like a sunset on the beach” or something. Did you have images like that in your minds while writing?

Ben: Yes! The images in our head wouldn’t be so abstract when it comes to the songs as in we would take more literally what they are about. Some songs do kind of create a setting. That is something that we would talk about a lot.

Neil: Yeah, I would agree with that.

minutenmusik: And which song would you say is the most personal on the album?

Neil: Personal.

Ben: It’s gotta be “Moon”, probably, isn’t it?

Neil: Yeah, there’s a song called “Moon” on it which is a sad song about the night that my mother died.

minutenmusik: Who came up with the idea for the beautiful album artwork and who designed it?

Ben: It’s our guitarist, Kelvin. He’s quite the artist. We discussed a couple of ideas and then he came to us with the image of the antlers and we were really blown away by that! So we decided to work on that and it was the combination of a couple of images together that made this picture in the end.

minutenmusik: And it turned out really impressive! For the release of your new album, you played some intimate release shows in Germany this February. How did it feel playing those small shows?

Neil: They were fun.

Ben: Yeah, they were our first gigs in quite a long time. It’s been over a year since we played! And they even were stripped back and intimate. So, tonight is gonna be our first full band show in a year and a half almost. But they were nice. The instrumentation was a bit more stripped back…

Neil: It was really stripped back. We were kind of nervous… haven’t played for so long and practice wasn’t going perfectly and then we just got there and everyone was lovely, the crowds were great! And it just turned out to be a really nice evening every evening.

minutenmusik: And now you’re on tour and most of the shows are even sold out! How does that feel?

Ben: Great!

minutenmusik: Did you expect that many people to buy tickets?

Ben: No, not really. We’re just really happy that people didn’t forget about us while we were absent. No, it was brillant to see full rooms and another one tonight. We’re just thankful for that.

minutenmusik: And to be honest: do you prefer being on stage or working in the studio?

Neil: Personally, I prefer working in the studio.

Ben: Yeah, probably in the studio.

Neil: You know, we haven’t done that many tours and stuff, so maybe that will change.

Ben: Yeah, it also depends on what kind of mood we’re in on the night and stuff like that. It’s definitely a very special feeling sometimes at gigs and I think before the release shows we were quite on edge on performing live. Maybe we don’t enjoy that bit so much. And then once we played the first show, we’re like “well that was stupid because that was really fun!”.

Während des Konzertes erzählte die Band, dass sie sich ihr Equipment für die Tour eigentlich ausleihen wollte, dann jedoch festgestellt haben, dass es finanziell auf das Gleiche herauskommen würde, die Instrumente einfach selbst zu kaufen. So spielten sie in Köln also mit ihrem nagelneuen Equipment, das erst wenige Tage vor dem Tour-Start bestellt worden und angekommen war!

minutenmusik: Oh wow, okay. Your sound is a mix of Alternative/Indie and very dreamy and melancholic… Is that the kind of music you listen to privately as well or what’s on your playlist right now?

Ben: Yeah, sure. We listen to a good mix of stuff.

Neil: I just listen to everything Spotify tells me to.

Ben: I listen to pretty much anything, actually. Yeah, we do like a lot of sort of melancholic music but we also like lots of other kinds, like…

Neil: Dubstep.

Ben: (laughs)

Neil: You love dubstep.

Ben: Yeah, big dubstep fan. (Both of them start laughing.)

Fotos von Yvonne/minutenmusik.

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