Interview mit grandson über “Death of an Optimist”

Grandson

(ENGLISH VERSION BELOW) “Unter anderen Umständen würden wir uns gerade in einem Café unterhalten und ich würde später auf die Bühne gehen”, stellt grandson, bürgerlich übrigens Jordan Benjamin, bedauerlich fest. Und die Bedauerung ist ganz meinerseits. Denn natürlich ist in den Zoom-Talks immer nur begrenzt Zeit. Und dass grandson nicht nur musikalisch vor Innovation nur so strotzt, beweist auch unser Gespräch, in dem der Musiker nur so übersprudelt vor faszinierenden Gedanken. Am Ende geht es um Aktivismus in der Musik, die Arbeit mit Größen wie Travis Barker und Mike Shinoda, die Konzeption des Narrartivs hinter seinem Debüt und auch seine Fans, die Grandkids.

minutenmusik: Wie fühlst du dich so kurz vor der Veröffentlichung deines Debütalbums? Bist du überhaupt aufgeregt?

grandson: Um ehrlich zu sein, fühlt es sich sehr kompliziert an. Ich freue mich nicht nur für mich selbst, sondern auch darüber, dieser Gemeinschaft, die mich in den letzten zwei Jahren so unterstützt hat, obwohl ich doch kaum Audiodateien veröffentlicht hatte, endlich etwas zurückgeben zu können. Unter diesen Umständen ist es aber sehr schwierig, diese Arbeit so gut ich kann ehre. Als Musiker musste ich mich auf meine eigene Willenskraft verlassen, denn wenn ich jeden Abend auf die Bühne gehe, wenn ich an Liedern arbeite, fühle ich mich für mein Schicksal allein verantwortlich. Und mit einer solchen Mentalität gehe ich an meine Arbeit heran. Ich habe das Gefühl, dass ich mich diesen unbeweglichen Objekten, namens Zynismus und Selbstzweifel, stellen muss, und den statistischen Wahrscheinlichkeiten, dass ich die Dinge, die ich erreichen will, nicht erreichen werde.

Und ich liebe das Gefühl, dass es in meinen Händen ist, diese unbeweglichen Objekte doch zu bewegen, aber dieses Jahr mit der Pandemie und nicht in der Lage zu sein, auf Tournee zu gehen, nicht in der Lage zu sein, die Arbeit durch andere Möglichkeiten zu ergänzen, die Botschaft zu verbreiten und mit den Menschen zu tanzen… Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass das, was ich unter Kontrolle habe, vielleicht nicht ausreicht. Ich habe Hoffnung und Vertrauen in die Arbeit, die ich bereits geleistet habe, und hoffe, dass die Botschaften und Bilder in diesen Liedern den Menschen erhalten bleiben, und wer immer sie hören muss, sie finden wird. Das wird vielleicht nicht über Nacht geschehen. Aber mein Wunsch nach direkter Belohnung steht gerade jetzt ziemlich auf dem Prüfstand, während ich mich darauf vorbereite, dieses sehr persönliche, detaillierte Werk inmitten einer noch nie dagewesenen Ungewissheit zu veröffentlichen.

minutenmusik: Das kann ich mir vorstellen. Planst du überhaupt, den Relase zu feiern oder sitzt du zuhause und wartest auf das Feedback?

grandson: Wie kann ich denn aktuell feiern? Ich plane, einen Livestream mit Fans zu machen. Aber ich habe noch viel vorzubereiten, und ich würde das gerne in einer Umgebung tun, die sich nach der Monotonie der letzten 8 Monate, in denen ich in meiner Wohnung sitze, aufregend und anders anfühlt. Vielleicht gehe ich also in die Wüste, nur mit ein oder zwei Freunden, nachdem wir uns alle getestet haben. Ich versuche, Wege zu finden, das Album für die große Leistung zu feiern, die es am Ende schließlich ist. Man bekommt schließlich nur ein erstes Album, und ich möchte nicht zurückblicken und daran erinnern, wie ich nur ängstlich war und mich beklagte, wie ich mir wünschte, dass es hätte sein können. Also versuche ich, aufgeregt zu sein und etwas Spaß zu haben.

minutenmusik: Klar, aktuell ist es echt schwierig, aber wir müssen das Beste draus machen.

grandson: Unter anderen Umständen würden wir uns gerade in einem Café unterhalten und ich würde später auf die Bühne gehen. Aber damit müssen wir uns gerade alle auseinandersetzen, in de Branchen wie Musik, Aktivismus oder Journalismus ist gerade alles noch unerforschtes Terrain. Aber ich denke man kann es so sehen, wie es auch in meiner Musik relefktiert wird: Entweder siehst du es als eine unglaubliche Zeit mit einem nie da gewesenen Bewusstsein, das vor allem junge Menschen auf der ganzen Welt bekommen, und neuen Wege, auf denen wir uns den aktuellen Herausforderungen stellen. Man muss Frieden damit finden, dass das Beste zu geben aktuell einfach ausreichen muss. Das ist alles, was wir machen können. Ob es nun um die Albumpromotion geht oder darum, vor dem Rathaus zu protestieren, alles was ich machen kann, ist da sein und für etwas einstehen. Und das muss komplett unabhängig von den Umständen und den Nachfolgen sein. Unsere Generation hat so hohe Erwartungen an Belohnung. Wenn ich heute protestiere, will ich morgen einen Fortschritt erkennen. Aber wir haben leider noch einen weiten Weg vor uns.

Genau so ist es mit meiner Musik: Ich gehe nirgendwo hin, egal ob ich jetzt ein Nummer 1-Album habe oder es niemand anhört. Ich werde ins Studio gehen und so viel wichtige Statements aussprechen wie ich kann. Ich versuche, diese Genres, mit denen ich aufgewachsen bin, nach vorne zu bringen und meine eigene Stimme zur Konversation hinzuzufügen. Mein inneres Verlangen dies zu tun, ist komplett unabhängig von der Resonanz der Außenwelt.

minutenmusik: Inwiefern hat es sich denn anders angefühlt, ein Album als großes, zusammenhängendes Kunstwerk zu schreiben? Gerade im Vergleich zu den EPs?

grandson: Es hat sich gut angefühlt! Natürlich war es auch sehr herausfordernd, denn es gibt ja nicht den einen richtigen Weg. Ich hätte auch einfach zehn Songs über irgendwas schreiben können. Aber dieses eine koheränte Thema, um das man alles herumschreibt, und diese verschiedenen Charaktere und diese Beziehung von Dingen, die mit einem Fuß in aktuellen Geschehnissen und mit dem anderen in etwas Fantastischem, Dystopischem stecken, zu finden, war ein sehr langsamer Prozess. Aber es gab diesen Moment, ab dem ich es geliebt habe und jeden Tag Fortschritte im Studio machte. Mit diesem abstrakten Ziel, ein Album zu schreiben, ins Studio zu gehen, aber ohne eine klare Vorstellung über das Thema zu haben, hat die ersten Sessions sehr herausfordernd gestaltet. Ich glaube, deswegen verlassen siche viele aktuelle Künstler*innen aktuell auf andere Songwriter, damit sie ihnen diesen Fokus, diesen Dreh- und Angelpunkt zurechtlegen. Aber dann läuft man auch Gefahr, das zu verlieren, was dichausmacht. Das war meine größte Angst bei diesem Album. Dass ich bei meinem ersten Majorlabel Album mit den größten Namen im Rock’n’Roll arbeiten könnte, um am Ende nur ein weiteres Projekt von Ideen vieler anderer Menschen zu sein.

Ein Weg, wie wir versucht haben, mit dieser Angst umzugehen, war, das Kernteam beizubehalten, mit dem ich auch angefangen hatte, aber auch neue Stücke, die zu meinem existierenden kreativen Ökosystem passten, hinzuzufügen. Ich arbeite an allem mit meinem Co-Writer, diesem wunderbaren niederländischen Produzenten, mit dem ich in den vergangenen fünf Jahren eine Beziehung aufgebaut habe. Wir sind zusammen durch so vieles gegangen und haben viel über die aktuelle Rockszene diskutiert. Aber ich durfte eben auch mit Mike Shinoda und Travis Barker arbeiten, ohne die Leute zu verlassen, die mich überhaupt erst dahin gebracht haben. So habe ich versucht, mir nicht zu viele Sorgen machen zu müssen, dass ich mich verliere, während ich außerdem immer anspruchsvollere Dinge erreichen wollte.

minutenmusik: Erinnerst du dich denn noch an den Moment oder die Phase, in der du dein Alter Ego X erschaffen hast?

grandson: Während des Schreibens wurde mir klar, dass die Spannung, die ich zwischen dem Wunsch, hoffnungsvoll zu bleiben, und dem Einschleichen von Selbstzweifeln und Zynismus empfinde, etwas war, von dem ich mich sehr inspirieren ließ. Ich wollte einen kreativen Weg finden, diesen Konflikt zu personifizieren oder zu vermenschlichen, ihm menschliche Qualitäten zu verleihen. Das waren alles Gefühle vor dem Lockdown. Meine Einstellung war: “Ich werde diese Lieder schreiben und dann auf Tournee gehen. Hoffentlich finde ich auf dem Rücksitz eines Tourbusses heraus, wie ich das mache.” Aber während einer Tournee hat man ständig Schlafentzug, man löscht ständig irgendwelche Brände. Normalerweise schreibe ich also, wenn ich zurück bin. Und dann trete ich auf der nächsten Tour auf und lasse mich von den Auftritten inspirieren, was ich als Nächstes tun möchte. Aber da ich diesen Teil dieses Prozesses nicht hatte, musste ich mich hinsetzen und mich kreativ einarbeiten, denn es war das Einzige, was ich tun konnte, um meine Zeit wertvoll zu nutzen. Ansonsten sitzt man nur herum und wartet darauf, dass eine Impfung gefunden wird. Ich hasse es, still zu sitzen, ich brauche einen Sinn, um morgens aufzuwachen. Von dort bin ich dazu gekommen, tiefer in diesem Konflikt zu graben und die visuellen Darstellungen dieser Lieder herauszufinden. Ich war immer stolz darauf, Songwriter zu sein und diese Musikvideos und Fotoshootings von anderen Menschen interpretieren zu lassen.

Aber ich wollte nur immer nur dass diese visuellen Elemente die gleiche Geschichte erzählen. Doch bei diesem Album wusste ich, dass ich mehr daran interessiert war, vor der Kamera zu stehen, da es mir die Möglichkeit geben würde, aufzutreten. Es fühlte sich an, als hätte ich Schmetterlinge im Bauch, es machte mich auf eine Weise nervös, wie ich mich mein ganzes Leben lang fühlen möchte. An dem Tag, an dem mich das nicht mehr so fühlen lässt, werde ich professioneller Fallschirmspringer. Das war der Anfang. Ich war mir nicht sicher, wie die Figuren aussehen würden, ich war mir nicht sicher, wo die Erzählung enden sollte. Ich denke, sie endet nach wie vor in diesem zweideutigen, unbestimmten Raum, der die einzige Art und Weise ist, eine Geschichte zu beenden, die noch immer geschrieben wird. Eigentlich kam mir die Idee aber im Lockdown, in langen Gesprächen mit meinem Manager und den Creative Directors und beim Herumlaufen in meiner Wohnung.

minutenmusik: Wo siehst du die Verbindung zwischen deinem Song “Identity” und diesem anderen Charakter? Wie würdest du die Verbindung zwischen der Suche nach der eigenen Identität und Social Media beschreiben? Du bist da ja selbst auch sehr aktiv.

grandson: “Identity” war tatsächlich der letzte Song, den ich vor dem Lockdown geschrieben habe. Ich glaube diese Unentschlossenheit, die du auch in Songs wie “Riptide” oder “In Over My Head” hörst, vermittelt auch eine Vorahnung von der Entrückung vom eigenen selbst. “Identity” ist der Song, der das auf einer persönlichen Ebene durchspielt. In der ersten Strophe rede ich über meine Ängste, den Sinn zu hinterfragen. Wenn ich für etwas einstehe und dieses etwas am Ende in der Fußnote der Geschichte verloren geht, ist es dann überhaupt passiert? Darüber habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht. Sowohl im Bezug auf das politische Klima, als auch bezüglich meiner Karriere. In der zweiten Strophe denke ich dann darüber nach, warum das nicht passieren sollte? Diese überwältigende LAwine an schlechten Nachrichten, die wir täglich sehen wie die Massenverhaftungen von Immigrant*innen, eine Massenepidemie, all diese verschiedenen Erscheinungsbilder hoffnungsloser Umstände. Das ist diese andere Seite von mir, die mit mir spricht. Dieser Song fungiert als eine Art Einführung in meinen “X”-Charakter, weswegen ich ihn an den Anfang gesetzt habe. Auch wenn die erste Hälfte des Albums viel optimistischer ist, wollte ich ihn früh einbeziehen. Denn leider hat er ja auch viele gute Punkte. Ich glaube, dass in Protestmusik immer der Eindruck vermittelt wird, dass die andere Seite keine Ahnung hat und das einfach die bösen Leute sind, während wir natürlich die guten sind. Das ist der Narrativ, den Leute von mir erwarten. Aber ich glaube, es ist wichtig, zu betonen, dass es viel komplizierter ist. Ich wollte das ehrlichste Album machen und dabei auch meine eigenen Ängste und Fehler darstellen.

Was Social Media betrifft und wie man sich selbst dort finden kann, denke ich an diese wahnwitzige Macht der Anonymität, der Macht, dass man sich einfach hinter dem Bildschirm verstecken kann. Ich hatte damit alle möglichen Erfahrungen. Ich habe auch schon Morddrohungen von Menschen erhalten, die glaube ich nicht realisiert haben, dass ich auf deren Profil klicken kann. Manchmal wenn ich diese hasserfüllten Nachrichten bei Instagram erhalte, klicke ich also auf deren Seite und das ist einfach ein Siebzehnjähriger, der ein Bild vom Prom mit seiner Mutter gepostet hat. Ich stelle mir dann vor, ich würde in genau dieser Szene dabei sein, um zu schauen, ob er dann genau so mit mir umgehen würde. Wir sind gerade ein bisschen wie im Wilden Westen und wir brauchen auf jeden Fall Warnlabels oder eine Art Regulation für Social Media, gerade für die jungen Menschen. Ich glaube, wir haben ein großes Problem, das wir erstmal bewältigen müssen. Die Linie zwischen Fakt und Fiktion verschwimmt schneller, als wir aufklären und damit die Fähigkeit vermitteln, Fakten zu prüfen und ehrliche Interpretationen von Geschehnissen zu fördern.

Das echte Leben fühlt sich an wie diese Wähle-dein-Abenteuer-Bücher, wo wir diese sehr abgeschiedenen Gedankenraster haben, von denen man eins betreten kann. Manchmal geschieht das sogar unbemerkt. Hier in den USA, je nach Nachbarschaft, deiner demographischen Information, deinem YouTube-Feed, deinem Twitter-Feed, den Nachrichenstationen in den Restaurants der Gegend, siehst du eine andere Interpretation von etwas. Zum Beispiel die unglaubliche, solidarische und informative Erfahrung, die der Sommer der sozialen Unruhen hier in Los Angeles war. Es war so schön, so viele Menschen zusammenkommen zu sehen. Es ist unvermeidlich, dass, wenn man so viele Menschen zusammenbringt, die fünf Monate lang eingesperrt waren, jemand einen Ziegelstein wirft. Die Entscheidung, sich darauf zu konzentrieren, die ganze Situation als Aufruhr darzustellen und die Art und Weise, wie sie dieses Gespräch entmenschlicht haben. Wie man zusammensetzt, was passiert ist, und welche Schlussfolgerungen man daraus zieht, hängt nur von dem ersten Video ab, auf das man klickt. Ich denke, es ist eine wirklich verwirrende Zeit, und ich glaube nicht, dass ich darauf eine Antwort habe, aber ich versuche, so ehrlich wie möglich einen Soundtrack zu dieser Kakophonie zu geben, zu diesem Lärm. Denn wir haben so wenig Raum, um unsere Frustration auszudrücken und einen kathartischen Moment dafür zu finden. Darum wird es bei diesem Album und diesem Projekt immer gehen.

minutenmusik: Als Instrument für diese Haltung hast du einen sehr modernen Rock Sound gewählt, der auch irgendwie über Genres hinausgeht. Denkst du, dass die Rockszene insgesamt mehr in diese progressive Richtung geht oder fühlst du eher, dass es hier eine Rückwärtsbewegung gibt?

grandson: Da jetzt alles so dezentralisiert ist, durch die Zugänglichkeit, Musik online stellen zu können, fühlt es sich an wie eine große Explosion. Es wird immer Wellen in der Musik geben, und ich denke, es ist unvermeidlich, dass wir versuchen, die Dinge zu verstehen und sie zusammenzufügen, um sie dann wieder auseinander zu brechen. Es wird immer Menschen geben, die sich den Normen der Zeit widersetzen, und sie führen dann die neue Generation. Wenn ich an Künstler wie Billie Eilish oder Odd Future denke, dann inspirieren diese Künstler die Rockmusik, weil sie subversiv und unvollkommen sind. Ich denke, wenn man sich einen Künstler wie Frank Ocean ansieht, dann hat all das dazu geführt, dass die Voraussetzungen für einen grandson geschaffen wurden, auch die Twenty One Pilots zeigen den Weg.

Ich denke, man kann beide Seiten sehen. Zum einen kommt alternative Musik von ganz verschiedenen Orten kommt. Damals hatte man nur zehn Dollar, man ging in den Plattenladen und kaufte entweder eine Rockplatte oder eine Hip-Hop-Platte. Aber so bin ich nicht aufgewachsen. Ich bin mit dem Herunterladen eines Liedes aufgewachsen, es würde zehn Minuten dauern, man bekommt vielleicht einen Virus auf den Computer, aber es war eine andere Erziehung. Ich hatte einen Hip-Hop-Song und einen Rock-Song, ich hatte lange Zeit keinen Bezug zu Alben. Und ich denke, deshalb kann man Künstler*innen aus verschiedenen Orten finden, die Genres auf unkonventionelle Weise spielen, aber es gibt eben auch diese Leute, die eine gewisse Nostalgie versprühen in dieser neuen Ära des Pop-Punk oder Grunge. Ich bin aber nicht hier, um zu beurteilen, wie sich jemand ausdrückt. Aber ich bin stolz darauf, meinen kleinen Teil des Internets zu nutzen, um die Konversation voranzutreiben, nicht nur dramatisch und lyrisch, sondern auch darüber, was Rock’n’Roll überhaupt sein kann. Und Rock ist eben vor allem eine Haltung, ein Gefühl, ein Geist der Rebellion, der sich gegen Autoritäten durchsetzt und dafür wird es immer Raum geben. Zu 100%.

Das Album “Death of an Optimist” kannst du hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

Website / Facebook / Instagram / Twitter

ENGLISH VERSION. “in other circumstances you and I would have a conversation at a coffee shop, I would be getting on stage later that night”, states grandson with sorrow. And the regret is all mine. Because of course there is always only limited time in the Zoom Talks. And the fact that grandson is not only musically brimming with innovation is also proven by our conversation, in which the musician only bubbles over with fascinating thoughts. In the end it’s all about activism in music, working with greats like Travis Barker and Mike Shinoda, the concept of the narrative behind his debut and also his fans, the Grandkids.

minutenmusik: How do you feel so short before the release of your debut? Are you even excited?

grandson: It’s a complicated feeling to be entirely honest. I feel excited not only for myself but also to finally give something back to this community that has been so supportive over the past two years without having much audio files to draw from. It’s confusing in these circumstances to feel like I’m honoring the work as best as I can. As a musician I had to rely on my own will power, as I get on stage every night, as I work on songs, I feel singularly responsible for my destiny. And I approach my work with that sort of mentality. I feel like I’m up against this immovable object which is my cynicism and self-doubt, the statistical odds that I won’t accomplish the things that I want to accomplish.

And I like the feeling that it’s up to me to just move these immovable objects but this year with the pandemic and being unable to tour, being unable to supplement the work with other ways of getting the message out there and dance with people… I feel for the first time in my life, what’s in my control might not be enough. I have hope and trust in the work that I have already done and hope that the messages and images in these songs remain true to people and whoever needs to hear them will find it. That might not be happening over night. But my desire for insta-gratification is certainly on trial right now as I prepare myself to put out this very personal, detailled body of work in the midst of an unprecedent amount of uncertainty.

minutenmusik: I can imagine that. Do you even plan to celebrate in any way or do you just sit at home and wait for the feedback?

grandson: How can I? I’m planning to do a livestream with fans. But I have a lot to get done and I’d like to do that in an environment that feels exciting and different after this monotony of sitting in my appartment for the past 8 months. So I might go into the desert, just with one or two friends when we all get tested. I’m trying to find ways to celebrate it and make it feel like the accomplishment that it is. You only get one first album and I don’t want to look back and feeling anxious and lamenting about how I wish it could have been, so I’m trying to be excited and make something fun.

minutenmusik: Sure, it’s very tough at the moment, but have to make the best of it.

grandson: Yeah, you know in other circumstances you and I would have a conversation at a coffee shop, I would be getting on stage later that night. But those are the things we have to navigate in the spaces of music, activism, journalism, it’s all uncharted territorry in this moment. But I think as it’s reflected in the themes of music that you can either see it as a incredible time with an unprecedent amount of consciousness emerging for explicitly young people all over the world and new ways we are facing the challenges of today. And then there’s also a lot to point to that would suggest the opposite. You’ve got to make peace with when you’re doing your best it has to be enough. That’s all we can do. Whether it’s promoting my album or marching in front of city hall, all that I can do is show up and stand for something. And that has to be something completely independent from the circumstances or what happens after that. We as a generation have these expectations for gratification. By marching I want to see progress the next day, but unfortunately we’re in it for the long haul.

Same with my music: I’m not going anywhere whether I will have a number one album or nobody listens to it, I’m still going to show up in the studio the next day and speak truth to power as best as I can. I’ll try and push these genres of music that I grew up with forward and add my own voice to that conversation. My inner desire to do so is completely separated from how it is received.

minutenmusik: In how far did it feel different to write this album as a coherent piece of music in contrast to your EPs?

grandson: It felt good! It was in some ways challenging because there’s no right answer for any of this. I could have chosen to make ten songs about anything. But finding that coherent theme to build around and the emergence of these different characters and this relationship of things that have one foot in current events and the other in something way more phantastical and dystopian was a slow process. It had that momentum where I began to love it and look forward to getting into the studio with more progress each day. Going into the studio with these abstract goals of finishing an album, but without the clarity to know what my album will be about, the first couple of sessions before I figured that out were somehow challenging. I think a lot of artists currently lean on other writers to give them that focus, that angle. But then you run the risk of dilluting what made you you. That was my biggest fear by making this album. Doing my first major label album and having the ressources now to work with the biggest names in rock’n’roll that I would become yet another amount of everybody else’s thing.

One of the things we navigated that was by keeping the core creative team the same as it had been when I first started, while also introducing new pieces that were delicate or sensitive to the existent creative ecosystem that I have. I work on everything with my co-writer, this amazing Dutch producer named Coon, I’ve built a relationship over the last five years with. We’ve been through so much together and have discussed the current rock industry. But then I was also able to work with Mike Shinoda and Travis Barker without abandoning the people that helped me get here. That was how I approached not being to worried that I would lose myself in this process while still trying to take a more ambitious strings conceptually and doing something bigger than I have ever done.

minutenmusik: Do you still remember the moment or phase you were in when you created this alter ego X?

grandson: As I was writing it was clear that the tension that I feel between wanting to remain hopeful and letting self-doubt, cynicism creep in was something I draw much inspiration from. I wanted to find a creative way to personify or anthropomorphize that conflict, to give it human qualities. Those were all feelings before the lockdown. My attitude was “I’ll write these songs and then I’ll go on tour. Hopefully I’ll figure it out on the back of a tour bus.” But being on tour you’re constantly sleep deprived, you’re constantly putting out fires. So normally, writing is something that I do when I’m back. And then I’ll perform then on the next tour and I let the performances inspire what I want to do next. But not having that part of this process made me sit and made me digging in creatively because it was the only thing I could do to valuably use my time. Otherwise you are just sitting around waiting for a vaccine to happen. I hate sitting still, I need a sense of purpose to wake up to in the morning. From that place I came to digging deeper to that conflict and figure out the visual representations of these songs. I was always proud to be a songwriter and let these music videos and photo shoots be other people’s interpretation.

But all I wanted to do was those to tell the same story, in a kind of redundant form. But with this album I knew that I was more interested to be in front of the camera as it would give me an opportunity to perform. It felt like it gave me butterflies, it made me nervous in a way I want to spend my whole life chasing. The day that this doesn’t excite me any more, I’ll become a professional sky diver. That was where it began. I wasn’ sure what the characters would look like, I wasn’t sure where the narrative should conclude. I think it remains ending on this ambiguous, undefining space which is the actual way of ending a story that is still being written. It came around lockdown, in long conversations with my manager and creative directors and pacing around in my appartment, not having the opportunity to walk around and piece these things together.

minutenmusik: Where do you see the connection between your song “Identity” and this other character? And how would you describe the connection between finding one’s own identity and social media since you as an artist are very active on social media?

grandson: “identity” was actually the last song that I wrote before the lockdown and I think that the indecisiveness you hear in songs like “Riptide” or “in over My Head”, those are songs where you hear this foreboding sense of displacement. “Identity” was the song that processed this in a more personal way. I think with that song in the first verse I speak my fears about questioning purpose. If I stand for something and ultimately that thing is lost in the footnotes of history, did it even happen? That is something that has been on my mind a lot. Both in terms of the political climate, but also with my career. Then the second verse I just think about why would it not happen? All of this overwhelming avalanche of bad news that we all see across our timeline on a daily basis, mass detention of immigrants, a mass epidemic, all these different manifestations of hopeless circumstance. That is this other side of my self talking back. I think that this song is like an introduction to my “X”-character that is why I think it was important to put it in the beginning. Although the first half of the album is much more optimistic, I wanted to include that early. Unfortunately, for better or worse, he makes some good points. I think that when making protest music you always want to give the impression that the other side doesn’t know what they’re talking about, that those are the bad guys, we are the good guys – that’s the narrative people want me to tell. But I think it’s important to underline that it’s much more complicated than that. I wanted to make the most honest album I could and I wanted to be most honest about my own short comings and my own fears.

As far as social media goes and discovering one’s own identity through it, there’s this real drunk power of anonimity, of being able to hide behind the screen. I’ve had all kinds of experiences. I’ve received death threats from people that don’t realize that I can click their profile. Sometimes I would receive these really hateful, vitriolic comments on my instagram inbox and then click to the kid’s page and he’s a 17 year old who just posted a picture of his prom graduation with his mother in his little suit. I like phantasizing about entering that scene, being there together and I wonder if he would say the same things to me. We’re in a bit of a Wild West right now where it seems obvious that there need to be some kind of warning labels or regulation for social media, particularly for young people. I think we have a huge problem that we need to figure out. The lines between fact and fiction are blurring fast than our efforts to be able to disearn the differences, the ability to find fact checked, honest interpretations of events. I feel like that real life has become to feel like a Chose-your-own-adventure-book where there are these increasingly divided silos of thought that one can choose to enter. Sometimes one gets unnoticed into them. Here in America, when you are born into a neighbourhood, based on your demographic information around you, your YouTube-feed, your Twitter-feed, the news stations that are on at the restaurants you order food at – all of them have a different interpretation of something. For instance, the incredible, solidarity and informative experience that was the summer of social unrest here in Los Angeles. It was so beautiful to see so many people come together. Inevitabely, when you put so many people together that have been locked up for five months, some one’s gonna throw a brick. Choosing to focus on that, choosing to paint the entire situation as riots and the way in which they dehumanized that conversation. How you piece together what happened and what conclusions to draw is just based on the first video you click on. I think it’s a really confusing time and I certainly don’t think have any of the answers, but I try to give as honest a soundtrack as I can to this cacophony, to this so much noise but little space to express our frustration and find a cathartic moment for it. That’s what this album and this project will always be about.

minutenmusik: As an instrument for this mentality you have chosen a very modern rock sound that moves beyond genres. Do you think that the rock scene as you have talked about earlier is heading in this direction in general and that there is a future for the rock industry or do you think that it is moving backwards in some way?

grandson: I think that it’s so decentralized now, through the accessability of being able to put music online is such that you see an explosion. There will always be waves in music and I think that inevitabely that we seek to understand things and put them together and the we seek to break them apart. There will always be people that defy the norms of the time and they’ll lead a generation. When I think of artists like Billie Eilish, Odd Future, those artists are inspiring rock music in that they are subversive, imperfect. I think when you look at an artist like Frank Ocean, all of that has lead to the very conditions for there to be a grandson, twenty one pilots lead the way. All of that is in response for pop of the mid 2000s. I think you’ll see a lot of both, I think you’ll see a lot of alternative music that comes from different places. Back in the day, you only had ten dollars, you went into the record store and you either bought a rock record or you bought a hip hop record. But I didn’t grow up like that. I grew up with downloading a song, it would take ten minutes, you might be getting your computer a virus, but it was a different education. I would have one hip hop-song, one rock-song, I didn’t relate to albums in a way for a long time. And I think because of that you’ll see artists coming from different places and genres in unconventional ways, but you’ll also see a certain nostalgia in these people of the new era of pop punk or grunge. I’m not here to judge how anybody expresses themselves. But I’m proud to use my little slice of the internet to push the conversation forward, not just dramatically and lyrically, but also about what rock’n’roll generally can be. And rock more than anything is an attitude, a feeling, a spirit of rebellion, standing up to authority, there will always be room for that. A 100%.

Rechte am Beitragsbild liegen bei Ashley Osborn.

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