Icon For Hire, MTC Köln, 02.05.2018

Geballte Frauenpower und eine ordentliche Portion Selbstliebe gab es am 02.05.2018 im MTC in Köln, wo die amerikanische Rockband Icon For Hire im Rahmen ihrer “Turn Your Pain Into Art“-Tour ihre allererste Headline-Show in Deutschland spielte – und die war sogar ausverkauft!

Zuvor waren Icon For Hire hierzulande bereits als Support von Hollywood Undead unterwegs gewesen und hatten mehrfach auf der von christlicher Musik geprägten Christmas Rock Night in Ennepetal gespielt. Von der christlichen Richtung ihrer Texte hatte die Band sich einige Zeit später jedoch distanziert und versucht, außerhalb dieser Szene durchzustarten.

In Köln eröffnete die schwedische Band Riot Child den ausverkauften Abend. Die zwei cool gestylten Musikerinnen fielen dabei nicht nur durch ihren außergewöhnlichen Look mit Side-Cut und Glitzer-BH auf, sondern überzeugten auch mit ihrem Mix aus elektronischer Pop-Musik, Rock-Elementen und der ausdrucksstarken Stimme von Sängerin Amanda. Musikalisch passten Riot Child hervorragend zum Hauptact und gewannen durch ihren überzeugenden Auftritt in jedem Fall auch einige neue Fans (mich zum Beispiel – hört unbedingt mal rein: Dogs of War).

 

Dann war es Zeit für den Auftritt von Icon For Hire und dieser ließ sich irgendwie von zwei unterschiedlichen Seiten betrachten. Sichtweise Nummer eins:

Mit ausdrucksstarker Bühnenpräsenz waren Icon For Hire direkt von null auf hundert. Von der ursprünglichen Band-Konstellation waren nur noch Sängerin Ariel und Gitarrist Shawn vertreten, doch die beiden Gründungsmitglieder harmonierten perfekt. In der Setlist wechselten sich Songs des aktuellen Albums „Turn Your Pain Into Art“ mit Klassikern der beiden vorangegangenen Platten ab. Zwischen den Songs heizte Ariel der Menge weiter ein und sprach unteranderem darüber, wie Depressionen, Selbsthass und Sucht ihre Lyrics inspiriert haben. Immer wieder sprach die Sängerin den jungen Fans mit Mut zu, sich von anderen nicht unterkriegen zu lassen und dass es gut sei, nicht der Norm zu entsprechen. Das Publikum dankte der Band mit lautem Gesang, Textsicherheit und eröffnete zum Ende hin sogar noch einen Moshpit. Absoluter Gänsehaut-Moment des Abends: in Gedenken an Chester Bennington coverten Icon For Hire den Linkin Park Song „Numb“ der vom gesamtem MTC gefühlvoll mitgesungen wurde. Wow.

 

Doch das war nur die eine Seite, denn neben der durchaus überzeugenden Show wirkte das Konzert der Band aus Illinois auch ein bisschen wie eine Dauerwerbesendung. Bei den Hollywood Undead-Support-Shows hieß es noch, eine eigene Deutschland-Tour würde sich aufgrund des noch zu geringen Bekanntheitsgrades für die Band nicht lohnen. Dieses Mal gab es direkt mal VIP Upgrades für stolze 52 EUR zuzüglich Eintrittspreis, die neben einem Meet And Greet auch ein Foto mit der Band, ein Tour Poster mit Autogrammen, einen laminierten Fan-Pass, Early Access zum Merchandise-Stand und Early Entry beim Konzert beinhalteten. Beim letzten Mal verkauften die Bandmitglieder ihr Merchandise noch selbst… Auf der Bühne präsentierte Ariel außerdem noch ihr gleichnamiges Buch „Turn Your Pain Into Art“ – drei Jahre lang habe sie daran geschrieben und Dank der Fans sei es ein Bestseller geworden. Kann man übrigens auch am Merchandise-Stand kaufen – dann spart man sogar gleich das Porto! Und wo wir gerade dabei sind: lesen wir doch direkt mal eine Passage daraus vor. Da Ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich mir über die Qualität von Ariels Schreibkünsten kein Urteil bilden. Thematisch geht es darin jedoch um Depressionen und Selbsthass – genau wie in so ziemlich jedem Song der Band. Dies wurde den ganzen Abend über nämlich ebenfalls durch dauerhafte Ansagen mitgeteilt. Und ja, das sind wichtige Themen über die man schreiben sollte, doch fühlte sich die Show dadurch für Zuschauer, die nicht mit Leib und Seele dem Icon For Hire Fan Club angehören, irgendwie wie eine leicht deprimierende Therapie-Runde an. Wer uns das nicht glaubt, möge sich bitte das Musikvideo weiter unten ansehen.

Nichtsdestotrotz: Icon For Hire haben an diesem Abend bewiesen, dass sie mittlerweile auch alleine den internationalen Clubs einheizen und eine tolle Live-Show abliefern können.

Und so hört sich das an:

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