Leoniden (Donots-Support), E-Werk Köln, 22.03.2018

Leoniden, E-Werk Köln, 22.03.2018

Das prallvolle Blue Shell in Köln im Frühling 2017, der Hexenkessel The Tube inklusive schwitziger Indie-Party im Herbst desselben Jahres, vor Franz Ferdinand im riesigen Palladium und nun vor den Donots im tausendfach entspannteren gegenüber gelegenen E-Werk. Wir konnten die Kieler Indie-Newcomer Leoniden schon in den unterschiedlichsten Settings erleben und konnten bislang von dem aufstrebenden Quintett ausnahmslos begeistert werden. Nun nahmen wir die Band bei ihrem knapp halbstündigen Donots-Warm-Up nochmal genauer unter die Lupe, suchten nach den Gründen für den scheinbar nie endenden Aufstieg der Jungs und wurden erneut mit einem Lächeln auf den Lippen von den fünf Männern „mit den schlecht sitzenden Hosen“ zurückgelassen.

Dass kurze Zeit später eine Band eine große Party in die Location bringen wird, deutet sich knapp fünf Minuten vor dem Auftritt der Kieler nichtmal ansatzweise an. Der Großteil des Publikums sitzt noch gemütlich auf dem kühlen Hallenboden, wirklich gut gefüllt ist die ausverkaufte Halle ebenfalls noch nicht. Das ändert sich im Laufe des Konzertes, das die Leoniden abliefern. Wenn das Quintett gut 40 Minuten später die Bühne wieder verlassen wird, ist der Raum mittlerweile bis zu den Nähten ausgefüllt und ordentlich warmgetanzt. Als die Band pünktlich um 20 Uhr die Bühne betritt, steht bereits das gesamte Publikum. Wie man es von den Kielern gewohnt ist, stimmt dann von Sekunde eins an einfach alles.

So ist der Sound ist im Vergleich zu der Show im Palladium vor einigen Wochen viel druckvoller und klarer und lädt nur so zum Tanzen ein. Die einzelnen Bandmitglieder bringen allesamt ihre eigenen Dancemoves mit und strotzen vor Energie. Vor allem Sänger Jacob Amr, mal an der Rassel, mal an den Kuhglocken oder am Synthesizer in der Mitte aller Mitglieder, hält es kaum auf der Bühne, so leichtfüßig tänzelt er innerhalb von Sekunden vom einen Bühnenrand zum anderen. Gitarrist Lennart Eicke dient mit seiner sonderbaren Performance hauptsächlich dem eher beobachtenden Teil der Menge als Gesprächsthema, verschluckt sich fast an seinem Mikrofon und balanciert sein Instrument auf seinem Kopf. Allround-Talent Djamin Izadi bewegt sich hingegen durchgehend so, als befände er sich auf einer New-School-Rap-Show und bedient vor allem die Kuhglocken und Synthesizer.

Die ersten etwas krummeren Stücke aus dem selbstbetitelten Debütalbum der Band bleibt das Publikum noch etwas zurückhaltender, spätestens als die Leoniden später ihren Indie-Hit „1990“ anstimmen, entwickelt sich aber ein immer größer werdender Moshpit, der seinen Höhepunkt neben dem ausufernden Electro-Jam im zweiten „Hit“ der Band „Nevermind“ findet. Bei dieser Party lässt es sich Amr auch nicht nehmen ein Kuhglockensolo inmitten eines ausgelassenen Circle-Pits, in dem man vielleicht auch einen unserer Redakteure erspähen mag, zu spielen. Danach findet das kurze, intensive Set des Quintettes mit dem etwas zurückgelehnteren „Sisters“ sein Ende, Amr bedankt sich ein letztes Mal und die Menge ist bereit für die Donots, die ihr Publikum natürlich nicht weniger im Griff haben (einen ausführlichen Bericht zu einer Donots-Show gibt es hier).

Im Sommer werden Leoniden wieder etliche Open-Air-Festivals spielen und im Winter – wohl auch mit neuer Musik – erneut auf Tour, diesmal ihre bislang größte, gehen. Mit ihren Auftritten beweisen die Kieler immer wieder, dass sie szeneübergreifend Fans begeistern können, weil sie nicht nur großartige Musiker sind, sondern auch in der Live-Situation mit dem Publikum umzugehen wissen. Wer mit einem derartigen Do-It-Yourself-Spirit so weit kommt, den erwartet sicherlich noch Großes. Die größeren Clubs im Winter werden sicherlich auch ausverkauft sein und wir die Band in Zukunft auch als Headliner in noch größeren Hallen begleiten.

Und so hört sich das an:

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Leoniden live 2017:

01.11. – Bremen, Tower
02.11. – Göttingen, Musa
03.11. – Münster, Gleis 22
07.11. – Hamburg, Knust
08.11. – Berlin, Lido
09.11. – Leipzig, Naumanns
10.11. – Chemnitz, Atomino
12.11. – Wien, B72 (AT)
14.11. – Graz, Forum Stadtpark (AT)
15.11. – Salzburg, Rockhouse (AT)
16.11. – Linz, Posthof (AT)
21.11. – Zürich, Exil (CH)
22.11. – Bern, Rössli (CH)
23.11. – Basel, Sommercasino (CH)
24.11. – Freiburg, ArTik
25.11. – Heidelberg, Halle 02 Club
27.11. – Stuttgart, ClubCann
28.11. – Luxemburg, Rotondes (LUX)
29.11. – Wiesbaden, Schlachthof
04.12. – Aachen, Musikbunker
05.12. – Köln, Gebäude 9
06.12. – Oberhausen, Druckluft
07.12. – Hannover, Musikzentrum
08.12. – Rostock, Peter-Weiss-Haus
14.12. – Kiel, Pumpe

Foto von Jonas Horn.

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