Napoleon, Die Trompete Bochum, 22.03.2019

Napoleon Bochum

you are the reason I feel alive, so watch my soul ignite tonight“ schreien sich Wes Thompson und Publikum ein allerletztes Mal entgegen. Abschiedskonzerte lassen sowohl schöne als auch traurige Gefühle aufsteigen, besonders während solch emotionaler Textzeilen. Doch so traurig es auch ist, dass sich die britische Band Napoleon auflöst, so erfreulich ist es zu sehen, dass die Hardcore-Szene auch eine großartige neue Band bereithält. Napoleon befindet sich zur Zeit auf Abschiedstour durch Europa und machen auch Halt in Bochum, wo sich die Besucher der Show über einen tollen Supportact freuen dürfen.

Die Lücke, die Napoleon hinterlassen werden, mag vielleicht nicht allzu groß sein, da die Band bis zuletzt eher ein Geheimtipp bleibt. Nichtsdestotrotz wird es unmöglich sein sie zu schließen. Napoleon bewegen sich stilistisch auf einer Ebene, die schwer zu beschreiben ist. Außergewöhnliche groovige Melodien und komplizierte Riffs, Geschwindigkeitswechsel und verschiedene Taktarten innerhalb eines Liedes lassen einen jeden Song vor Ideen schon fast explodieren. Hinzu kommen die emotionalen Texte und der außergewöhnliche Gesang. All das macht ein Konzert der vier Jungs schon fast anstrengend zu verfolgen.

Nun aber zurück zu dem Auftritt in Bochum. Einmal auf die außergewöhnliche Musik eingelassen, konnten die Fans ausgiebig mit Napoleon feiern. Frontmann Wes verließ dazu fast die ganze Zeit die Bühne (wenn man die kleine Erhöhung des hinteren Eckbereichs der Trompete als solche bezeichnen kann), um dem Publikum ganz nah zu sein. Leider verschwand der Rest der Band dadurch ein wenig im Hintergrund. Vergrößert wurde der Abstand zwischen Band und Publikum noch durch eine große Box, die vor einem Teil der Bühne stand. Wes machte aber das Beste draus und nutzte diese, um möglichst viele seiner Fans ein letztes Mal zu sehen. Außerdem konnte er von dort mit möglichst vielen Menschen im Publikum sein Mikrofon teilen.

Auch Henning Begemann, Sänger der Vorband The Pariah, nutze besagte Box, um das Publikum von dort aus einzuheizen. Die Bottroper Band präsentierte vielversprechenden Hardcore, der leicht zugängig war, aber keineswegs eintönig wirkte. Die Jungs machten sich in der lokalen Szene bereits einen Namen. Mit energiegeladenen Sets, sympathischen Ansagen und gut durchdachten Songs erfüllen sie nämlich alle Voraussetzungen einer erfolgreichen Band. Der Großteil des Publikums nickte während des Auftritts im Takt mit und es waren auch zögerliche Bewegungen auszumachen. Als sich dann Tobias Rische der Band Alazka ein Mikrofon für sein Feature in „Regression“ schnappte, sprang der Funke endlich über. Und es herrschte die Stimmung, die The Pariah verdiente: Ein Moshpit öffnete sich und der Teil der Menge vor der Bühne drängte sich gen Mikrofon, um mitzuschreien.

Bei Napoleon hingegen war die Stimmung ab erster Sekunde genau so, wie sie sein sollte: Die Fans lagen sich Arm in Arm, darunter auch Sänger Wes, und sangen gemeinsam. So unmöglich es auch schien, entstand immer wieder ein Circle Pit auf kleinstem Raum. Die Menge sprang, trug Crowdsurfer durch den Club und genoss den letzten Auftritt auf ganzer Linie. Dazu gaben die vier Jungs einen Mix ihrer bedeutsamsten Lieder zum Besten. Darunter befanden sich auch drei von vier Liedern der „What We See“ EP, mit der viele der Anwesenden Napoleon kennenlernten und nun verabschiedeten.

Schließlich feierten die Fans einen gelungenen Abschied einer Band, die immer etwas Besonderes bleiben wird. Zum Glück ist und bleibt Napoleons Musik für die Ewigkeit! Außerdem hält die Szene tolle Bands wie The Pariah bereit, die es lohnt zu verfolgen und zu unterstützen.

Napoleon – The Final Tour 2019:

27.03. – Replugged, Wien (AT)
29.03. – Naumanns, Leipzig
30.30. – De Klinker, Aarschit (BE)

Tickets für die Tour kannst du hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

Napoleon

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The Pariah

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Die Rechte für das Beitragsbild liegen bei Lucie Kreß.

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