SYML, Carlswerk Victoria, 08.02.2026

syml konzert köln 2026

Die fast restlos ausverkaufte „Nobody Lives Here“ Tour von SYML endete am Sonntag in Köln. SYML, walisisch für „simpel“, bürgerlich Brian Fennell, freute sich über ein ausverkauftes Carlswerk Victoria. Das Publikum vor Ort war generationenübergreifend gemischt und ungewöhnlich still. So still, dass man sich bei einer so ruhigen Show tatsächlich gar nicht über Gequatsche ärgern musste. Das passiert nicht jeden Tag.

SYML mit voller Bandbesetzung

Nachdem sich die Singer/Songwriterin BER als Voract bereits ihren Applaus abgeholt hatte, betrat SYML die Bühne. Gleich nach den ersten Songs gab er erst einmal den Fahrplan des Abends vor: „Some old songs, some new songs“ –  und vor allem das Ziel, einem hoffentlich perfekten Wochenende der Besucher*innen einen krönenden Abschluss zu bieten. Mitgebracht hat SYML seine Band, bestehend aus drei Musikern, die sich um Keys, Drums, Synthesizer, die Riffs und auch die emotionalen Melodien an der Geige kümmern. Die Band und natürlich auch die Techniker am Mischpult sorgten für einen durchgehenden exzellenten Sound an diesem Abend.

SYML Setlist 2026 und musikalische Höhepunkte

Wie der Tourname verriet, fokussierte sich die Setlist auf den 2025er Longplayer „Nobody Lives Here“, sieben Songs dieses Albums spielte SYML jedoch noch 14 weitere Stücke aus älteren Alben sowie zwei beliebte Cover: „Mister Sandman“ von Vaughn Monroe and His Orchestra und „when the party’s over“ von Billie Eilish. Zu den Fan-Highlights gehörten die Singles „Girl“, „The White Light of the Morning“ und der größte Hit „Where’s My Love“.

Besonders bemerkenswert war die Performance von „Oblivion“. Der Song begann ruhig mit Geige, Gitarre und Klavier sowie Fennells einfühlsamer Stimme, und baute sich zunehmend auf, bis ein dichter Klangteppich aus Synthesizern entstand, der den Song mächtig wirken ließ. Fennell erwähnte zudem, dass „Oblivion“ in Deutschland besondere Resonanz genießt, unter anderem, weil Ina Müller den Song in ihrer Sendung Ina’s Nacht unbedingt hören wollte. Eine Fernsehsendung, die auch Brian Fennell beeindruckt zu haben scheint.

Sowieso hatte Brian Fennell die eine oder andere Anekdote zwischen den Songs zu erzählen. Er freute sich darauf, später den Superbowl zu schauen, da die Seattle Seahawks aus seiner Heimat im Finale standen. Und er erzählte von emotionalen Momenten aus seinem eigenen Leben, die sein Songwriting häufig beeinflusst haben.

Denn Musik ist der Weg, den SYML wählt, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Und das kam bei vielen Fans im Raum genauso emotional an, wie es musikalisch vorgetragen wurde. Viele standen dort mit geschlossenen Augen, Tränen kullerten das Gesicht herunter. Das Konzert kam ohne viel Bewegung aus, einige wippten zwar im Takt mit, aber viele schienen ganz in sich gekehrt und ließen die Musik von SYML einfach nur auf sich wirken.

Der Funke sprang nicht über

Gute Ausgangsbedingungen für den krönenden Abschluss des Wochenendes, möchte man meinen. Trotz vieler positiver Elemente sprang der Funkte am jedoch nicht vollständig über. Zwei Störfaktoren beeinträchtigten das Gesamterlebnis: Zweimal während des Sets nahm sich Fennell mehrere Minuten Zeit, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Als Fanservice waren diese Aktionen sympathisch und mutig – schließlich konnte jede Frage kommen. Für mich bedeuteten diese Dialoge jedoch, dass ich jeweils komplett aus der wohlig-warmen Stimmung, die die Musik von SYML erzeugt, herausgerissen wurde. Diese Frageblöcke stellten einen klaren Bruch während des Konzertes dar, jeder Song nach diesen beiden Blöcken fühlte sich gleich wieder wie ein Konzertbeginn an. Und dann dauert es wieder einige Minuten bis man emotional wieder richtig drin ist.

Während des Konzerts kam es zudem zu zwei medizinischen Zwischenfällen im Saal. Die Unterbrechungen waren notwendig und richtig aus Rücksicht auf die Betroffenen, sowohl SYML als auch das Publikum haben sich hier sehr vorbildlich verhalten. Aber auch dadurch wurde das Konzert noch zweimal mehr unterbrochen. Dafür kann der Künstler gar nichts, es half aber leider nicht dabei, dass man erneut herausgerissen wurde und sich für einen Moment nicht mehr richtig in die Musik von SYML hereinfühlen konnte.

In Summe bot das Konzert sehr gut vorgetragene neue und alte SYML-Songs, musikalisch war das einwandfrei. Dennoch verhinderten die wiederholten, stimmungstrennenden Elemente und die unvorgesehenen Pausen, dass der Funke bei mir nicht komplett übersprang. Es fühlte sich im Nachgang ein bisschen so an, als hätte ich einen Kinofilm gesehen mit mehreren Werbeblöcken. So bleibt am Ende ein gutes Konzert, ein richtig gutes war es aber leider nicht.

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Beitragsbild von Melvin Klein.

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