Bishop Briggs – Champion

Bishop Briggs

Zwischen den ersten harten Rückschlägen bis zum Entdecken der unabdingbaren Selbstliebe liegt oft ein harter, steiniger Weg. Auch bei der jungen Indie-Hoffnung Bishop Briggs stellte sich die Zeit zwischen dem Debüt „Church of Scars“ und dem zweiten Album „Champion“ als keine leichte heraus: Das Ende ihrer Beziehung stellte Briggs auf die Probe und fand seinen Weg natürlich auch auf die neue Platte. Von Selbstmitleid ist hier aber keine Spur, wie schon die Albumcover dokumentieren: Aus der jungen Sängerin ist in kürzester Zeit viel mehr eine selbstbewusste Kämpferin geworden, die ihre eigenen Makel nichtzu verbergen braucht.

Zwischen Intimität und großen Gesten

Kaum endet eine wichtige Beziehung im Leben, folgt meist gezwungenerweise die introspektivische Auseinandersetzung: War es auch meine Schuld? Wie geht es jetzt weiter? Wenn man so will, ist „Champion“ ein wahres Konzeptalbum über diese Zeit geworden, widmet sich den Licht- und Schattenseiten der schwierigen Situation in zehn Etappen. Dank schlichter Instrumentierung fühlt man sich Briggs im Opener „I Still Love You“ und dem intimen Bekenntnis über Selbstzweifel von „Someone Else“ ganz nah, auch der Closer „I Tried“ funktioniert einzig mit einer akustischen Indie-Gitarre hervorragend. Zwar funkelt die wahrlich beeindruckende Stimmkraft der Britin in diesen reduzierten Arrangements besonders imposant, doch was „Champion“ noch eine Stufe besser macht als der Vorgänger sind definitiv die Uptempo-Nummern. Da deutet der Titelsong anfänglich noch mit Akustik-Gitarre eine weitere Ballade an und auch „Jekyll & Hyde“ lässt mit dem sakralen Orgelspiel zu Beginn falsche Schlüsse ziehen: Mit fetten Beats, großen Chören, schallenden Riffs und abgeklärtem Gesang liefert Briggs hier wahre Selflove-Hymnen und stellt ein für alle Mal klar, dass sie niemand anderen braucht, um eben ein wahrer „Champion“ zu sein.

Vielfältige Markenzeichen

Songwriting, das beherrscht die Britin offensichtlich generell ziemlich hervorragend; denn der Sprung vom Debüt zum Zweitling wird vor allem in gewagteren Entscheidungen wie dem Gospel-Kracher „Lonely“ oder der wütenden Hip-Hop-Bridge in „My Shine“ deutlich. Generell scheint das Album, abgesehen vom klassischen „Tattooed On My Heart“, weiter vom Pop gerückt zu sein und es sich dank der vielseitigen Sounds noch gemütlicher in der Indie-Szene zu machen. Doch welche Fans Briggs am Ende auch genau erreichen mag: Mit dieser beeindruckenden Entwicklung klettert die Britin mit ziemlicher Sicherheit noch schneller nach oben. Über die nötige Kämpfernatur scheint sie auf jeden Fall zu verfügen.

Das Album „Champion“ kannst du hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

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Bishop Briggs live 2019:

  • 12.12.2019 Uebel & Gefährlich, Hamburg
  • 13.12.2019 Metropol, Berlin
  • 15.12.2019 Kantine, Köln

Rechte am Albumcover liegen bei Universal.

 

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