Dead Koys – Resting Places

Dead Koys - Resting Places

Nach den drei EPs „Friends In Jail“, welche 2012 ihre Veröffentlichung feierte, „Sensitivities“ aus dem Jahre 2014 und dem 2016 erschienenen „Wehringhausen“ folgt mit „Resting Places“ nun der erste Langspieler der Dead Koys. Um ihr full-length-Debüt zu veröffentlichen haben sich die fünf jungen Herren aus Hagen-Wehringhausen mit einem verregneten März, in dem die Temperaturen gerne an der Null-Grad-Grenze kratzen, den perfekten Zeitpunkt ausgesucht. „Resting Places“ vereint den Sound ihrer vorangegangen Veröffentlichungen mit melancholischer Ruhrpott-Romantik und einer angenehm kühlen Produktion. Obendrauf lässt sich vor allem im Songwriting ein Wachstum feststellen. Musikalisch verarbeiten die Dead Koys scheinbar alles, was sie während ihrer Adoleszenz begleitet hat.

Weicher Kern mit harter Schlagseite

Nicht selten erinnert der Sound von „Resting Places“ an die Emocore-Pioniere Rites Of Spring oder artverwandte Bands wie Fiddlehead, Drug Church und Sunny Day Real Estate. Zersetzt werden ihre nahbaren Klänge mit kurzen Hardcore-Einbrüchen. Für Akzente sorgt das Schlagzeug immer wieder mit kleinen Fill-Ins oder bedachten Beckenschlägen. Immer wieder finden klassische Punk-Riffs den Weg in ihre Musik und über das gesamte Album legt sich ein leichter Post-Punk-Schleier. Songs wie „Autogrill“ oder die Vorabsingle „Norderney“ stehen exemplarisch für die Symbiose aus sanften Klängen und metallischen Untertönen. Gerne klingt ihre Musik wie eine Kombination aus Press Club und Turbostaat mit harter Schlagseite. Betrachtet man Fotos der Band, so scheint es keine allzu große Überraschung zu sein, dass in ihre Musik Einflüsse aus härteren Gefilden Einzug halten: Freudig lassen sich die Band-Mitglieder in Mantar-, Entombed- oder Wolves-In-The-Throne-Room-Shirts ablichten.

Gutes Songwriting zeichnete die Dead Koys schon immer aus. Aber die Geschichten, welche auf ihrem Debüt-Album zu hören sind, sind noch lebendiger erzählt, als sie es auf ihren vorangegangenen EPs bislang waren. Nicht zuletzt führt die mitreißende Musik dazu, dass die Stücke auf „Resting Places“ so vital wirken. Seichte Gitarren und verrauchter Gesang, die in eine kühle Produktion gehüllt sind, kommen wie ein warmer Tee an kalten Tagen daher. Beispielhaft für ihre Leidenschaft übers Geschichten Erzählen stehen auf „Resting Places“ die Songs „Racoons“ und „Elbows And Lungs“.

Geschichten aus dem Ruhrpott

Lyrisch befassen sich die Dead Koys mit dem Erwachsen-werden, „First World Problems“, Liebe und generell Geschichten aus dem eigenen Leben. Die Themenwahl mag vielleicht etwas abgedroschen für Emo-Punk-Bands oder gar infantil klingen, ergänzt den jugendlichen Sound der Platte jedoch nahtlos. Durch gemeinsame Konzerte mit Gruppen wie Alarmsignal, Red City Radio oder Mobina Galore konnte sich die Band bereits einen Live-Namen in der deutschen Hardcore- und Punk-Rock-Szene erspielen. Mit ihrem ersten Langspieler weiß die Gruppe auch auf Album-Länge zu überzeugen. „Resting Places“ bietet zehn Emo-Punk-Stücke, in die sich immer wieder Akzente aus Hardcore, Post-Punk und gar Heavy Metal einschleichen. Abgerundet wird die Platte durch lebendige Texte, die es sich zu hören lohnt.

Das Album ist hier erhältlich.*

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Dead Koys Live 2020:

  • 21.03. – Dortmund, Atelier Schreinerei

Die rechte am Albumcover liegen bei Bakraufarfita.

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