Mantar - Grungetown Hooligans II

Mantar – Grungetown Hooligans II

Zugegebenermaßen, zunächst klingt das etwas verwunderlich – macht bei genauerem Hinhören jedoch unfassbar viel Sinn: Mantar veröffentlichen eine Cover-EP. Für „Grungetown Hooligans II“ hat das Duo acht Alternative-Rock-Klassiker durch ihren räudigen Doom-Punk-Sound geprügelt. Dass dieses Prinzip funktionieren kann, haben die Sludge-Metaller Thou mit ihrem Nirvana-Tribute-Album „Blessing Of The Highest Order“ erst kürzlich bewiesen. Mantars jüngste EP ist jedoch nicht nur deutlich kürzer als das Werk von Thou, die beiden gebürtigen Bremer versuchen sich auch gleich an sieben Bands, anstatt es … Weiterlesen

Das bärtige Noise-Rock-Duo aus dem hohen Norden meldet sich zwei Jahre nach dem Release von „Old Money/New Lows“ mit ihrem vierten Album „Lizard Lounge“ zurück. Die Songtitel sind nicht mehr ganz so provokant wie auf „Nique Everything“ von 2015 oder „The Sun’s Not Yellow, It’s Chicken, trotzdem haben sie sich eine gewisse makabre Note beibehalten. Musikalisch haben sie einen Schritt mehr in Richtung Hardcore Punk gewagt, wobei sie ihre brachiale Grundformel trotzdem beibehalten. Unverändert beeindrucken sie mit einem nahezu monströsen Klangbild und lassen erneut die Frage aufkommen, wie ein Duo rotziger, hemmungsloser und schlichtweg kolossaler klingen können, als manch sechsköpfige Band. Zwischen Nostalgie und Ekstase Auf „Lizard Lounge“ spielen Barren Womb sich durch ein Dickicht aus noisigen Gitarren-Klängen, Post-Hardcore-Anleihen der späten 90er bis frühen 2000er Jahre und sludgigen Interluden. Oft erinnern die Songs an Refused, kommen trotz energischer Momente jedoch nicht so aggressiv daher. Bei ihnen steht die Spielfreude im Vordergrund.Gelegentlich unternimmt die ohnehin experimentierfreudige Gruppe überraschende Ausflüge: „Crop Circle Jerk“ startet mit einer befremdlichen Mischung aus schleppenden Schlagzeug-Klängen und einer gegen den Beat spielenden Gitarre, bevor das Stück seine Fühler in die Richtung des frühen Metalcores ausstreckt. In „Hydroponic Youth“ und „Molten Pig“ schlagen Barren Womb einen beeindruckenden Spagat zwischen geballter Hardcore-Energie der letzten zwei Dekaden und einer 90s-Alternative-Atmosphäre. Titel wie „Cemetery Slopestyle“, „Karma As A Tour Manager“, „You Do The Meth” und vor allem „Be Kind, Have Fun And Try Not To Die“ zeugen von ihrem unverändert makabren Humor. Wo sie lyrisch so gleichgeblieben sind, hat sich an den Instrumenten das ein oder andere getan: die auf den Vorgänger-Alben zu hörenden Indie-, Emo- und Country-Elemente sind komplett aus ihrem Sound verschwunden. Nach wie vor lässt sich das Duo in keine Schublade stecken. „Lizard Lounge“ ist unkonventionell und zeigt Barren Womb von einer ungewohnt energischen Seite. Was Bokassa und Blood Command vergebens versucht haben, meistern Barren Womb auf ihrem jüngsten Album.

Barren Womb – Lizard Lounge

Das bärtige Noise-Rock-Duo aus dem hohen Norden meldet sich zwei Jahre nach dem Release von „Old Money/New Lows“ mit ihrem vierten Album „Lizard Lounge“ zurück. Die Songtitel erinnern an das provokante „Nique Everything“ von 2015 oder das kuriose „The Sun’s Not Yellow, It’s Chicken”. Unverkennbar haben sie sich ihre markbare Note beibehalten. Musikalisch haben sie einen Schritt mehr in Richtung Hardcore Punk gewagt, wobei sie ihre brachiale Grundformel trotzdem beibehalten. Unverändert beeindrucken sie mit einem nahezu monströsen Klangbild. Erneut lassen … Weiterlesen

Hathors-Grief Roses And Gasoline

Hathors – Grief, Roses & Gasoline

Was genau ist da auf dem Cover von Hathors drittem Album „Grief, Roses & Gasoline“ zu sehen? Ein Fetzen Giraffenfell, ein Stück Holz oder irgendwas mit Feuer? Vielleicht auch etwas völlig anderes. Naja, ist ja eigentlich egal, solange es ins Auge fällt. Was definitiv nicht egal ist, ist dass es mit der Musik auf „Grief, Roses & Gasoline“ ganz ähnlich ist. Was genau ist auf dem Album eigentlich zu hören? Southern Rock, bluesige Gitarren, noisige Ausbrüche oder doch eher ein … Weiterlesen

Cover von Fake Names Debütalbum "Fake Names".

Fake Names – Fake Names

Brian Baker, der bereits bei den Hardcore-Legenden Minor Threat Gitarre spielte und heute noch mit Bands wie Bad Religion und Dag Nasty unterwegs ist, macht jetzt gemeinsame Sache mit Refused-Chef Dennis Lyxzén. Komplettiert wird das unter dem Namen Fake Names laufende Projekt mit Michael Hampton und Johnny Temple, die ihres Zeichens, wie Baker, Veteranen der legendären DC-Hardcore-Szene sind. Das klingt nicht nur beeindruckend, sondern auch sehr vielversprechend. Erwartet uns möglicherweise die bissigste Kapitalismus-Kritik des noch jungen Jahrzehnts, gehüllt in peitschende, … Weiterlesen

Joe Volk & Naiare – Primitive Energetics

Joe Volk & Naiare – Primitive Energetics

Vielen Psychedelic- und Progressive-Rock-Fans dürfte Joe Volk noch als Frontmann der Band Crippled Black Phoenix Bekannt sein. Andere assoziieren Volks Namen vielleicht mit dem Streetart-Künstler Banksy, für dessen Projekt „Exit Through The Gift Shop“ der Musiker mehrere Stücke beigesteuert hat. Sowieso ist Volk ein etablierter Name in der kreativen Szene rund um und in Bristol. Das Video der ersten Single-Auskopplung seines aktuellen Albums, „Whitesheet“, wurde beispielsweise von John Minton inszeniert, der unter anderem schon mit den Trip-Hop-Pionieren Portishead zusammenarbeitete. Auf … Weiterlesen

Me And That Man - New Man, New Songs, Same Shit, Vol. 1

Me And That Man – New Man, New Songs, Same Shit, Vol. 1

Mit “New Man, New Songs, Same Shit, Vol. 1” meldet sich Adam Nergal Darskis mittlerweile zum Solo-Projekt geschrumpfte Me And That Man zurück. Drei Jahre nach der Veröffentlichung von “Songs Of Love And Death” lässt der Behemoth-Chef erneut eine Mischung aus Folk-Rock, Country und Blues das Licht der Welt erblicken, obendrauf gibt es sogar einen Hauch Black Metal. Gitarrist John Porter hatte das Projekt bereits 2018 verlassen, glücklicherweise schlägt dieser Umstand sich nicht negativ in der Musik nieder. Für “New … Weiterlesen

Pearl Jam - Gigaton

Pearl Jam – Gigaton

Mit erhobenem Zeigefinger melden sich Pearl Jam acht Jahre nach der Veröffentlichung von „Lightning Bolt“ zurück: Unmissverständlich machen bereits das Coverartwork und der Titel von „Gigaton“ auf ein Problem aufmerksam, welches die gesamte Menschheit gleichermaßen betrifft. Gigatonnen sind die Maßeinheit, in welcher schmelzendes Eis gemessen wird. Eine direkte Anspielung auf die Erderwärmung und die damit einhergehenden schmelzenden Polarkappen. Nach 30 Jahren Band-Geschichte schafft es das Quintett immer noch, mit neuen Klängen zu überraschen und relevant zu bleiben. Ihr jüngstes Werk … Weiterlesen

Myrkur - Folkesange

Myrkur – Folkesange

Mit „Folkesange“ präsentiert die dänische Künstlerin Amalie Bruun das dritte Studioalbum ihres Projekts Myrkur. Mit minimalistischem Konzept beweist Bruun, dass es für bombastische, fesselnde Klänge nicht mehr als musikalisches Know-How und kreative Könnerschaft braucht. Bruun hat ihren Blick weg vom Black Metal und Blackgaze gewand. Nun richtet sie ihn auf nordischen Folk. Das zentrale Element ihrer Musik bleibt dabei eine dichte Atmosphäre, die das Album trägt. Immer wieder schimmert ein Hauch von Ulvers 1995 erschienenen Szene-Klassiker „Kveldssanger“ durch, wobei „Folkesange“ Weiterlesen

Dead Koys - Resting Places

Dead Koys – Resting Places

Nach den drei EPs “Friends In Jail”, welche 2012 ihre Veröffentlichung feierte, “Sensitivities” aus dem Jahre 2014 und dem 2016 erschienenen “Wehringhausen” folgt mit “Resting Places” nun der erste Langspieler der Dead Koys. Um ihr full-length-Debüt zu veröffentlichen haben sich die fünf jungen Herren aus Hagen-Wehringhausen mit einem verregneten März, in dem die Temperaturen gerne an der Null-Grad-Grenze kratzen, den perfekten Zeitpunkt ausgesucht. “Resting Places” vereint den Sound ihrer vorangegangen Veröffentlichungen mit melancholischer Ruhrpott-Romantik und einer angenehm kühlen Produktion. Obendrauf … Weiterlesen

Body Count - Carnivore

Body Count – Carnivore [Doppel-Review]

Body Count thematisieren auf ihrem siebtem Album “Carnivore” immer noch die selben Probleme wie sie es schon auf ihrem Debüt aus dem Jahre 1992 taten. Sie sprechen über komplexe Thematiken und spielen energischen Crossover der direkt aus den frühen 90ern kommen könnte. Grund genug für uns das Album aus zwei Blickwinkeln zu betrachten.

Maximilian beleuchtet die Beweggründe und den musikalischen Output:

Ice-T möchte nicht mehr Ice-T genannt werden. Ice-T möchte auch nicht mehr Ice-mothafuckin-T genannt werden. Ice-T möchte nun Ice-mothafuckin-T-Bitch! … Weiterlesen