Die Liste: 10 Live-Videos mit Gänsehaut-Garantie

In Pandemie-Zeiten bekommen konservierte Live-Momente ein ganz anderes Gewicht. Wir präsentieren euch unsere 10 liebsten Live-Videos.

Wenn es weiterhin unmöglich bleibt Konzerten hautnah beizuwohnen, dann müssen für „das Gefühl” eben konservierte Erinnerungen herhalten. So manchem Konzertmitschnitt gelingt es, Momente einzufangen, die Armhaare in die Höhe schnellen und Münder aufspringen lassen. Zehn unserer liebsten eingefangenen Live-Videos haben wir euch hier zusammengestellt – mit Gänsehaut-Garantie.

BLACKPINK – DDU-DU DDU-DU (Coachella Festival 2019)

Neben BTS zählen BLACKPINK zu den weltweit erfolgreichsten K-Pop Bands der heutigen Zeit. 2019 stellte die vierköpfige Girlgroup ihren internationalen Einfluss unter Beweis, als sie als erste koreanische Band auf dem Coachella Festival in Kalifornien spielen durften. In ihrer Doku “Light Up The Sky” berichteten BLACKPINK, dass sie große Angst vor diesem Auftritt hatten. Das Coachella Festival zählt seit Jahren zu den bekanntesten Events der Welt – wieso sollten die Musikfans sich ausgerechnet eine koreanische Band ansehen? Doch die Angst zeigte sich als unbegründet: als BLACKPINK ihr Set mit dem Song „DDU-DU DDU-DU” starteten, war die Masse an Fans begeistert und stimmte begeistert mit ein. Zudem sangen BLACKPINK live, während sie ihre anstrengende Tanz-Performance darboten und traten an dem Tag sogar mit einer Liveband auf – Dinge, die bei K-Pop Bands oft nicht gegeben sind. Die Begeisterung, die Fans und BLACKPINK hier vereinen ist daher auf jeden Fall ein denkwürdiger Gänsehaut-Live-Moment. (Yvonne)

Farin Urlaub Racing Team – Zehn (Haus Auensee Leipzig 2006)

Das Racing Team, wie Farin Urlaub die Liveband seines Soloprojekts liebevoll getauft hat, ist ein Garant für Energie auf und vor der Bühne. Eine Gitarristin, eine Bassistin, eine Drummerin, vier Sängerinnen, vier Bläser und ein Farin sorgen von Anfang bis Ende des Konzerts für Action – und fordern vom Publikum einiges an Ausdauer. Fester Bestandteil der Setliste ist neben all den Hits der Soloalben der Song „Zehn”, den es nur live gibt, weil er nur live funktioniert. Das Prinzip ist simpel: Es wird gezählt, es wird gesprungen, alle werden glücklich sein. (Luis)

Florence + The Machine – Delilah (Glastonbury Festival 2015)

Wer schon einmal die Freude hatte, Florence Welch und ihre Mitstreiter*innen live zu erleben, weiß, dass das hier Gänsehaut pur ist. Diese magische Verbindung aus folkig-majestätischer Erhabenheit, antreibenden Drums, riesigen Chören und -natürlich- Welchs unvergleichlicher Stimme ist nicht ohne Grund eine der wichtigsten Indie-Headliner der letzten 10 Jahre. Wer dieses Video anschaut, weiß ganz genau, woraus die Faszination für dieses gigantischen Phänomen besteht. (Julia)

Have Heart – Hard Bark On The Family Tree & The Maschinist (Boston, Massachusetts 2009)

Ein letztes Mal wollten Have Heart ihren brachialen Hardcore am 17. Oktober 2009, etwas außerhalb von Boston, Massachusetts, vor ihrer Auflösung live zum Besten geben. An die Réunionshows von 2019 dachte zu diesem Auftritt noch niemand. Band und Publikum dachten, dies sein das letzte Konzert von Have Heart überhaupt. Euphorie, Energie und pure Vorfreude stauten sich in der vollgepackten Halle unter die Decke. Bis die Straight-Edge-Legenden zu spielen begannen, um die Anspannung aufzulösen. Mit einem majestätischen Intro leitet die gruppe den Opener „Hard Bark On The Family Tree“, von dem 2008 erschienenen Meilenstein „Songs To Scream At The Sun“, ein. Der Rest ist Geschichte. Gänsehaut ist beim Ansehen garantiert. (Maximilian)

Rin – Bros (Splash!-Festival 2018)

Man kann es fast schon als einen Deutschrap-Generationenwechsel beschreiben. Rin spielt am Festival-Samstag des 2018er Splashs im Nachmittagsprogramm auf einer prallgefüllten Mainstage und sorgt damit für DEN Abriss des Wochenendes. Während der Rapper aus Bietigheim-Bissingen die alteingesessenen Szene-Legenden mal eben locker an die Wand spielt, taumle ich mit aufgeplatzter Lippe von Moshpit zu Moshpit und habe die Zeit meines Lebens. Dass Rins Vocal-Performance zu dieser Zeit noch an der ein oder anderen Stelle zu wünschen übriglässt, stört weder mich noch die restlichen 20.000 Rap-Heads vor Ort. Die Energie, die seine Musik entfesselt, ist einfach durch keine sauber geflowte Reimpassage zu ersetzen. Turn up! (Lukas)

Robbie Williams – Angels (Knebworth 2003)

375.000 Zuschauerinnen und Zuschauer bei dem Konzert eines einzigen Solo-Künstlers, das ist ne Ansage! Robbie Williams hatte im Europa der frühen 0er-Jahren ohne Zweifel den Status von Weltstars wie Michael Jackson oder Freddie Mercury. Das legendäre Open-Air-Konzert im britischen Dorf Knebworth ist wohl der Zenit der um ihn herrschenden Hysterie. Manch einer mag Robbies Musik heute zum Guilty Pleasure degradieren, aber mal ernsthaft: Wer kriegt keine Gänsehaut, wenn über ein Drittel Millionen Menschen den schmalzig schönen Refrain von „Angels” in den Nachthimmel brüllen?! (Lukas)

Snow Patrol – Run (Oxegen Festival 2009)

Ein paar Musiker*innen, einen Überhit und eine textsicherer Menge – mehr braucht es nicht für die ultimative Gänsehaut. Die Musiker: Snow Patrol. Der Hit: „Run“ von der ersten Major-Platte der Band. Die Crowd: Das bestens aufgelegte Oxegen Festival in Irland. Das in Summe ergibt einen unvergesslichen Live-Mitschnitt. Da kann Snow Patrol Sänger Gary Lightbody auch nur verschmitzt lächeln. Und, wie textsicher seid ihr? (Jonas)

The Story So Far – “States & Minds” & “Roam” (Berkeley, Kalifornien 2012)

Es gibt nicht schöneres als eine Pop-Punk-Show in irgendeinem Kellerclub dieser Welt. Eine gerade in der Szene gehypte Band spielt ihre Songs, das Publikum erledigt per Mitschreien, Crowdsurfen und Fingerpointen den Rest. Als Beispiel für ein solches Szenario dient dieses Video einer Hometown-Show von The Story So Far nach ihrem Debütalbum in 2012. Sie kommen raus, spielen den Introsong der Platte und der ganze Raum ist dabei. So geht das dann 50 Minuten weiter, bis jede:r Anwesende seine Stimme und letzte Kraft verloren hat. Ich frage rhetorisch: Wozu braucht man Konfetti und Lightshows?! (Luis)

Twin Atlantic – Free (O2 Academy Glasgow 2011)

Wenn Menschen mich fragen, was mir an Konzerten und Livemusik besonders am Herzen liegt, dann antworte ich oft, dass Konzerte für mich Freiheit bedeuten. Es gibt kein besseres Gefühl als der Moment, in dem die Lichter in der Halle ausgehen und die Band zu spielen beginnt. Der Song „Free” von Twin Atlantic, den sie unter anderem in der O2 Academy in Glasgow spielten, handelt nicht unbedingt von genau dieser Art von Freiheit, doch die Lautstärke und Energie, mit der die Fans hier mitsingen, spiegelt all das wieder und zählt deshalb seit Jahren schon zu meinen absoluten Gänsehaut-Live-Momenten. (Yvonne)

Woodkid – Run Boy Run (Montreux Jazz Festival 2016)

Das Montreux Jazz Festival ist ein jährliches Festival in der Schweiz und Woodkid lieferte 2016 hier mit einer orchestralen Version von „Run Boy Run“ ein absolutes Highlight. Über elf Minuten baut sich der Song langsam auf und zeigt immer wieder neue Facetten. Zuerst nur das Orchester mit den prägnanten Drums, die sich immer weiter steigern und vom Klatschen des Publikums perfekt ergänzt werden und schließlich auch durch einen Chor unterstützt werden. Als finaler Abschluss nach dem eigentlichen Ende des Songs wird die Melodie vom Publikum ausgehend wieder angestimmt und auch von Woodkid wieder aufgegriffen, was für einen wahren Gänsehautmoment sorgt. (Marie)

Mehr „Die Liste” gibt es hier.

Die Rechte für das Beitragsfoto liegen bei Yvonne Hopfensack.

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