Das Cover des Albums "Spirit World Field Guide" von Aesop Rock

Aesop Rock – Spirit World Field Guide

Wer denkt die Zeit einstündiger, hoch lyrischer Rap-Konzeptalben sei schon lange unter Adlips und Auto-Tune-Gesang begraben, hat seine Rechnung wohl ohne den New Yorker-Rapper Aesop Rock gemacht. Ian Mathias Bavitz, wie Rock abseits von Bühnen und Platten-Covern heißt, gilt nicht nur seit einer 2017er-Studie des Datenwissenschaftlers Matt Daniels als der englischsprachige Rapper mit dem größten Wortschatz. Nein, er beweist dies auch noch regelmäßig durch seine von wilder Metaphorik geprägten Raps. Ja, beinahe fühlt man sich beim Hören seiner Texte … Weiterlesen

Das Cover von FALKs Album "Bitter"

FALK – Bitter

Musik von Battlerappern ist leider immer so eine Sache. Das hat zumindest die Vergangenheit gezeigt. Nur wenige Vertreter der Szene schafften es, ihre in Battles gewonnene Bekanntheit durch gute und innovative Musikveröffentlichungen zu krönen. Denn nicht selten werden ihnen die Bedingungen in den Cypherkreisen von Plattformen wie Don’t Let The Label Label You! (DLTLLY), Toptier Takeover und Co zum Verhängnis: In den dort meist Accapella performten Rap-Begegnungen lässt sich die Crowd mehr durch Wortwitz, Stimmeinsatz und Timing als … Weiterlesen

Das Cover von Dizzee Rascals Album "E3 AF"

Dizzee Rascal – E3 AF

Okay, bevor man mit Dizzee Rascal über einen der prägendsten Künstler des britischen Grime-Genres spricht, gilt es fix ein, zwei Dinge im Umgang mit der brachialen Musikrichtung klar zu stellen. Regel Nummer Eins: Gottverdammt, don’t call it Hip-Hop! Der aus Großbritannien stammende Genre-Mix aus Dancehall, Hip-Hop und Ragga-Elementen zeichnet sich zwar auch durch verspielte Rap-Performances aus, ist aufgrund des deutlich höheren Tempos sowie der elektronischen Einflüsse aus Drum and Bass und Dancehall aber von seinem amerikanischen Geschwisterkind Hip-Hop abzutrennen. Regel … Weiterlesen

Das Cover des Albums JP4 von Junglepussy

Junglepussy – JP4

Vieles, was in der hiesigen wie internationalen Hip-Hop-Landschaft veröffentlicht wird, bezeichnet sich 2020 gerne mal selbst als „zu wild“ oder „way too lit“. Gemeint ist dabei meist keine mutige, gar experimentelle Herangehensweise an das eigene Genre, sondern viel mehr das erfolgsorientierte Kopieren von Formeln, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben. Auch Jahre nach Drakes Jahrhundert-Hit Hotline Bling ist nicht abzusehen, wie lange Mainstream-RapperInnen rund um den Globus noch mit Afro-Drums unterspielte Trap-Gesänge als „der eigenen Zeit voraus *Feuer-Emoji*“ … Weiterlesen

Das Cover der EP "DEUFRALA" von Albi X, Christ D.Q und Melo.

Albi X, Christ D.Q & Melo – DEUFRALA

Als ich vor rund acht Jahren das erste Mal einen Song des mittlerweile zum Feuilleton-Liebling aufgestiegenen Offenbacher Gangsta-Rappers Haftbefehl hörte, war es sofort um mich geschehen. Naja, ganz so einfach war es dann doch nicht. Zugegebener Maßen war Verwirrung das vorreitende Gefühl, verstand ich doch nur wenig von dem brachial kratzigen Vortrag des Azzlack-Oberhauptes. Nur wenige als deutsch identifizierbare Wörter konnte ich im Sprach-Wirrwarr seiner Songs ausfindig machen. Wie selbstverständlich mischte der Deutschtürke unterschiedliche Sprachen, darunter Arabisch, Türkisch, Spanisch und … Weiterlesen

Das Cover von badmómzjays Debüt-EP "18"

badmómzjay – 18

Was habe ich schon mit 18 Jahren gemacht? Ziellos zog ich damals durch die Kneipen und Bars meiner Heimatstadt und ignorierte die sich anbahnenden Jahre voller Verantwortung und möglicher Karriereziele, die bei mir nicht ausgereifter waren als: „Och, vielleicht mach ich ja irgendwas mit Medien!“ Nicht so Deutschrap-Newcomerin badmómzjay, die mit „18“ nach millionenfach geklickten Single-Releases endlich ihre Debüt-EP veröffentlicht und ihren Weg ins 18te Lebensjahr zelebriert. Keine verkopfte Sinnsuche nötig, nein, die junge Rapperin weiß genau, was sie will.… Weiterlesen

Cover von Machine Gun Kellys erstem Punk-Album "Tickets To My Downfall"

Machine Gun Kelly – Tickets To My Downfall

Rapper*innen werden Popstars – eine Entwicklung, die im letzten Jahrzehnt unaufhaltsam voranschritt. Die junge Szene scheint dabei beinahe geschlossen aktuellen Trends hinterherzulaufen. Aber eben nur beinahe. Während einst dem Hip-Hop verschworene Szenegrößen ihr Tanzbein zu dumpfen Dancehall-Drums über die Bühnen der weltgrößten Arenen schwingen oder von Bling-Bling behangen hochgradig meme-fähige Trap-Pop-Hooks trällern, wagt sich der Texaner Rapper Machine Gun Kelly mit seinem neuen Album in augenscheinlich ausgediente Genre-Tiefen.

Pop-Punk it is

Dass MGK im Jahr 2020 den MTV Video-Music-Award für … Weiterlesen

Interview mit Weekend Lightwolf Foto von Saeed

Interview mit Weekend über „Lightwolf”

Am 11.09.2020 meldet sich der Rapper Weekend nach dreijähriger Szene-Abstinenz mit seinem neuen Album „Lightwolf“ zurück. Am Telefon konnten wir mit dem gut gelaunten Stuttgarter über die Arbeit am Album, persönliche Entwicklungen, seinen Blick auf die deutsche Rap-Szene und die Netflix-Serie Bojack Horseman sprechen.

minutenmusik: Hallo Weekend, wir freuen uns sehr, dass es geklappt hat. Am 11.09 erscheint dein neues Album „Lightwolf“. Bisher wurden fünf Singles veröffentlicht. Wie nimmst du die bisherige Resonanz wahr?

Weekend: Die Resonanz ist tatsächlich sehr

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Cover von Weekends Album "Lightwolf".

Weekend – Lightwolf

Während halb Deutschrap sich als Alphatier, Rudelanführer oder blutrünstiges Raubtier inszeniert, in dubiosen Motivationsreden nichts außer maximaler Leistung akzeptiert und dafür sorgt, dass toxisches Männlichkeitsgehabe zum guten Ton der Szene wird, zeigt Weekend, der selbsternannte „deutsche Ghostface Killah in nett“, mit ausgestrecktem Zeigefinger auf eigene und fremde Schwachstellen. Aus überzeichneter Stärke wird eingestandene Schwäche. Aus testosterongeladener Selbstüberschätzung wird ein Streben nach Selbstreflexion. Aus fanatischer Zielstrebigkeit wird ein Ringen mit dem eigenen Selbst. Aus Leitwolf wird Lightwolf.

Mit neuem Produzenten und

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Cover von Elias Album "Came From Nothing".

Elias – Came From Nothing

In einer Zeit voller Plagiatsvorwürfe und ‚Deutschrap ist fresher denn je‘-Memes sind Hommagen und Referenzen in der hiesigen Hip-Hop-Szene ein gefährliches Vorhaben. Will man den eigenen Jugendidolen und viel verehrten Genre-Legenden Tribut zollen, ohne dabei den eigenen Stil aufzugeben oder sich Biting-Vorwürfen auszusetzen, ist das stets mit einem waghalsigen Balanceakt verbunden. Eine Herausforderung, der sich Elias mit seinem Debütalbum „Came from Nothing“ stellen möchte.

Vom Newcomer zum Szeneliebling

Kaum zu glauben, dass der Düsseldorfer Elias gerade erst mit seinem Album-Release

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