24/7 Diva Heaven – Stress

Review: Das Einzige was am 24/7 Diva Heaven-Debüt "Stress" neben seiner Qualität Konstant bleibt, ist das Träumen von den 90ern.

Die einen hassen ihn, die anderen brauchen ihn. Mal taucht er urplötzlich auf, mal kann er verdrängt werden. Fest steht, alle kennen ihn. Die Rede ist von Stress.

Diesem Stress widmen 24/7 Diva Heaven nun ihr Debütalbum. Dabei kombiniert die Berliner Gruppe die nötige Menge Nostalgie mit Leidenschaft, einer lebhaften Produktion, Späti-Romantik und vielem mehr. In Zeiten, in denen Corona die Welt in Atem hält, macht ein energiegeladenes und vor Spielfreude triefendes Werk wie „Stress“ besonders Lust auf Live-Shows. Durch seine lebendige Inszenierung schafft es das Werk sogar einen Funken Hoffnung zu versprühen.

Songtitel wie „Everything Sucks“ und „Head On Collision“ geben einen treffenden Vorgeschmack darauf, wie die talentierte Gruppe mit dem Thema umgeht. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass „Stress“ deutlich mehr als stumpfes Punk-Manifest ist.

Willkommen in den 90ern

L7 und Bikini Kill stellen die wahrscheinlich wichtigsten Bezugspunkte für dieses Werk dar. Musikalisch wie optisch und textlich orientieren 24/7 Diva Heaven sich an diesen legendären Bands der Gegenkultur. Doch bei Riot-Grrrl-Gruppen ist bei weitem nicht Schluss. Zahlreiche weitere Bands der Punk- und Hardcore-Szenen der späten 80er und frühen 90er haben sich im Sound des Berliner Trios manifestiert. „Bitter Lollipop“ kombiniert beispielsweise Hüsker Dü mit den Ramones und endet in einem noisigen Breakdown. Der gewisse Hauch Nirvana liegt sowieso ständig in der Luft.

Aber ihre Musik ist so viel mehr, als reine Huldigung oder Hommage. 24/7 Diva Heaven nehmen diesen nostalgischen Sound und zersetzen ihn mit Indie-Pop, Proto-Metal und einer Produktion die zwischen Proberaum und Oasis liegt. Das Ergebnis brüllen sie durch punkige Grunge-Attacken immer wieder gegen die Wand, um es danach in den Arm zu nehmen.

Immer Ärger mit Stress

Insgesamt kombinieren 24/7 Diva Heaven eine schier unmöglich aufzuzählende Anzahl an musikalischen Einflüssen auf „Stress“, so dass sich das Album nicht mal ansatzweise einem Genre zurechnen lassen kann. Muss es ja auch gar nicht. Neben den dominierenden Grunge- und Punk-Parts finden Surfmusik und Stoner Rock ebenso Einzug in das musikalische Schaffen der Band, wie Skatepunk-Attitude und High-Energy-Rock’n’Roll. Bei jedem Hören nimmt die Komplexität von „Stress“ sogar zu. So bringen 24/7 Diva Heaven in jedem Stück neue musikalische Welten zusammen, wodurch das Album niemals ankommt, aber immer abholt.

Das Einzige was an „Stress“ neben seiner Qualität Konstant bleibt, ist das Träumen von den 90ern. Kaputte Chucks, abgetragene Jeansjacken und „Everyman“ auf voller Lautstärke bei Kerzenschein machen die Nostalgie dann perfekt.

„Stress“ kannst du hier (Vinyl) kaufen.

Und so hört sich das an:

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Die Rechte am Albumcover liegen bei Noisolution/Soulfood.

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