THOMAA! – South Rim

3 + 4 + 9 + 43? Die Lösung muss nicht zwingend 59 sein, sondern kann durch die Variablen „Instrumente“, „Musiker“, „Tracks“ und „Minuten Spielzeit“ auch „Unendlich Lust auf Musik“ ergeben. So wie im Falle von THOMAA! aus Köln, die gerade ihr Debüt-Album South Rim vorlegen. Moment! South Rim? Kurzer Erdkunde-Exkurs: Der „South Rim“ liegt im Grand Canyon Nationalpark und ist ein sehr bekanntes Naturschutzgebiet. Was ihn dabei auch auszeichnet: Felsen und Felsformationen, behaftet mit Ecken und Kanten. Und in diesem Sinne kann man dann auch den Titel des Albums von THOMAA! lesen, denn ein bisschen Wild-West-Feeling ist genauso vorhanden wie ein ungeschliffener Sound, die Prise Stoner passt dann in der Folge auch gut.

Dieses Gefühl wird folglich auch direkt im Opener gestärkt: Davon reitende Pferde, Pistolengeräusche und ein – im positiven Sinne – staubig beginnendes Stück leiten in den Kosmos von THOMAA! ein und bauen sich langsam in Three Dead Men zu einem verdichteten Sound auf. Ein hier leicht verzerrter Gesang, dazu Gitarrenlinien und druckvolle Riffs, schon ist man mitten im Album, erfreut sich an den sich aufbauenden Klängen und ist gespannt auf das, was da noch so kommen wird. Beispielsweise ein nahtloser Übergang in den nächsten Titel Deep Impact. Die Freude am Riff ist unüberhörbar, dazu begegnen auch Sololäufe der Gitarre im Laufe des Stücks und als Freund des Alternative Rock fühlt man sich hier schnell wohl.

Überhaupt: Solo-Gitarre! Was heutzutage zunehmend weniger Bands machen, ist bei THOMAA! umso stärker vertreten: Gerne darf die Gitarre mal zum Solo ansetzen, wie beispielsweise auch in Anger. So bedient man sich alter Rock-Tugenden, ohne dabei altbacken zu klingen. Einzig staubig ist schließlich der bereits eingangs erwähnte Wild-West-Touch. Ansonsten ist es ein frisches und vielseitiges Rock-Album, das überwiegend mit Härte zugange ist, aber mit TV Dreams beispielsweise auch einmal ein bisschen Raum zum Verschnaufen gibt, bevor man weiter Richtung Finale zieht. Und das mitunter auch mit einem sehr stark angezogenen Tempo, wie in Crippled World, das mit seinem Schlagzeug nur so durchpeitscht.

Zabriskie Point präsentiert sich zum Ende hin noch einmal dynamisch mit ruhigen bis verhangenen Strophen, bevor man zum Chorus hin das Tempo ordentlich anzieht. Ein guter Track, um das Album zu beenden. Und hinterher fragt man sich: War das jetzt wirklich ein Debüt-Album? Ja, tatsächlich: THOMAA! haben sich erst Anfang 2020 gegründet, dies hier ist ihr erstes Album. Das hört man nun wirklich nicht, denn es klingt sehr ausgereift, was hier gespielt wird. Wer Alternative Rock der härteren Gangart mag, dem sei sehr empfohlen, hier mal ein bis zwei Ohren zu riskieren.

Und so hört sich das an:

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Die Rechte für das Albumcover liegen bei THOOMA!.

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