TWINS – soon

Neues Material für Mathrock-Fans liefern die Newcomer TWINS. Nachdem es bereits die ersten Single-Auskopplungen in den letzten Monaten zu bewundern gab, erschien nun das Debütalbum „soon“. Nach dem ersten Reinschnuppern in die Single „Bathroom“ war ich direkt neugierig, weshalb ich mir das Debütalbum schließlich genauer angehört habe.

„soon“ präsentiert dem Hörer auf zehn Songs und knappen 29 Minuten allerlei Durcheinander. Harte, geschriene Parts wechseln sich ab mit eingängigen Clean-Gesängen, die auf deutsch und englisch vorgetragen werden. Zeitweise verstummt der Gesang auch über einen längeren Zeitraum ganz, damit sich die Instrumente im gegebenen Raum ausbreiten können. Nicht nur die Tracklist stiftet hier Verwirrung. Während TWINS so einiges an Kreativität in ihre Musik einfließen lassen, so haben sie an selbigem bei der Benennung ihrer Songs eher gespart. Statt komplexer, langer Songtitel – die ja auch im Indierock oder Hardcore zuweilen vorkommen – heißen die Songs einfach „Library“, „Maps“ oder „Houses 1“, Houses 2“ und „Houses 3“. Das wirkt zwar im ersten Moment albern, aber der Hörer kann durch einen Blick auf die Titelliste zumindest eine gewisse Struktur erwarten. Ab der Sekunde, in der der Opener Song läuft, ist es damit jedoch gleich wieder vorbei. Denn TWINS lieben das musikalische Chaos und wagen einen intensiven Blick in verschiedenste Genre-Schubladen. So ist auf dieser Platte für jeden etwas dabei. Melodie und Eingängigkeit für die Indiefans, kratzende Shouts und schnelle Crashbecken-Schläge für die Core-Fraktion und genug musikalische Spielerien, die jedem Mathrockfan das Herz aufgehen lassen. Passenderweise beschreibt die Band das Album auch als „Genrehybrid“.

Insgesamt klingt der Erstling der neuen Formation unfertig. Wenn das so sein soll, haben die Musiker alles richtig gemacht. Aber so ganz wird man den Eindruck nicht los, dass hier mit ein bisschen weniger Chaos und mehr Struktur eine richtig gute Post-Hardcore-Platte hätte entstehen können. So bleibt das Debüt „nur“ ein gutes erstes Album. Im Wesentlichen bringt dieses jedoch eine entscheidende Eigenschaft zum Ausdruck: Den Spaß am Musik machen.

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So hört sich das an:

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Die Rechte am Albumcover liegen bei Through Love Records.

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