Wage War – Manic

Wage War - Manic

Die Manie ist ein psychischer Zustand von extrem aufgehellter, meist euphorischer Stimmung. Sie tritt in der Regel phasenweise im Wechsel mit längeren depressiven Phasen auf. Die wilden Emotionen, die diesen Wechsel prägen, ziehen sich thematisch durch das vierte Album der Metalcore-Band Wage War. Mit „Manic“ pusht das Quintett aus Florida seine Grenzen wie zuvor auf „Pressure“. Diesmal aber nicht in Richtung Popularität, sondern Kreativität.

Mit der ersten Single „High Horse“ kündigten Wage War das Album im August an und luden gleichzeitig in den Pit ein. „Manic“ ist im Vergleich zum Vorgänger allgemein wieder härter! Lediglich „Never Said Goodbye“, ein balladenartiger Song, und „Circle The Drain“ drosseln etwas die Geschwindigkeit. Hier passt das aber auch zur Thematik, denn im ersteren geht es, wie der Titel vermuten lässt, um Verlust. Zweiterer appelliert daran, sich mal die Zeit zu nehmen und sich seines Umfeldes und dessen Probleme bewusst zu werden. Ansonsten ist das Ergebnis des gemeinsamen Songwritings – Die Band schrieb die Platte abgekapselt in einer Waldhütte – rasant und voller Elan.

Insbesondere die Musik repräsentiert die „highest highs“ und „lowest lows“, die Wage War in den letzten 1,5 Jahren der Pandemie durchlebten. Unter anderem erzeugen quietschende Gitarren in „Death Roll“, düsteres Geflüster sowie gespenstische Obertöne in „Teeth“ und sprunghafte Teile in „Slow Burn“ einen Whirlpool an Emotionen. Gebrochene Riffs, brutale Breakdowns sowie mitreißende Melodien untermalen den Wechsel zwischen Shouts von Frontmann Briton Bond und klarem Gesang von Bassist Cody Quistand. Das Grundgerüst der Songs ist zwar klassischer Metalcore, aber so mit experimentelleren Elementen geschmückt, dass das Genre teilweise fast versteckt ist. Besonders gewagt ist der Titelrack. Dieser sticht nämlich durch Hip-Hop Vibes und düsterer Elektronik hervor.

Wage War finden mit „Manic“ endlich den Sound, mit dem sie zufrieden sind. Sicherlich werden sie damit anecken. Aber während die Jungs mit „Pressure“ eher die breite Masse für sich gewinnen konnten, macht „Manic“ die Band wieder interessanter – und relevanter.

Das Album „Manic“ kannst Du hier (physisch) und hier (digital) kaufen.*

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Die Rechte am Beitragsbild liegen bei Fearless Records/ David Niacaris.

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