Westlife – Spectrum

Westlife - Spectrum

Es mag das Jahr der Boyband – Comebacks sein. Während Busted bereits ihr zweites Album seit der Reunion veröffentlicht haben und auch die Backstreet Boys mit ihrem Comeback Album „DNA“ wieder auf der Bildfläche erschienen sind, darf eine Band nicht fehlen: Westlife. Die irische Boyband gründete sich im Jahr 1998 und gab nun, zehn Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums „Gravity“ ihre Reunion bekannt. Mit Songs wie „World Of Our Own“, „Flying Without Wings“, „You Raise Me Up“ oder „Bop Bop Baby” gehörten Westlife um die 2000er Wende zu den besten Boybands der Welt und spielten sich immer wieder in die Herzen der Fans.  Nach der endgültigen Trennung im Jahr 2012 ist die Band nun besser denn je mit ihrem elften Studioalbum „Spectrum“ zurück.

Bereits die ersten vier Songs des Albums „Hello My Love“, „Dynamite“, „Better Man“ und jüngst „My Blood“ erschienen in den letzten Wochen als Singles und gaben einen gekonnten Vorgeschmack darauf, was die elf Songs auf „Spectrum“ mit sich bringen. An allen vier Songs war niemand Geringeres als Ed Sheeran als CO-Writer beteiligt und beweist einmal mehr seine Künste als Singer-Songwriter. In gewohnt alter Manier bringen Westlife viel Dramatik, wunderbare Harmonien und eine  gewisse Melancholie in die Lieder hinein. Vom Sound her ist sich die Band treu geblieben. Allerdings besitzen Songs, wie „Hello My Love“ deutlich mehr Energie als früher. Es erscheint ein wenig, als hätte man den altbewährten Sound mit moderneren Einflüssen kombiniert und so eine noch deutlich bessere Version von Westlife geschaffen. Ausschlaggebend für die Songs sind darüber hinaus vor allem die brillanten Stimmen von Shane Filian und Mark Feehily. Sehr markant, berührend und in allen Höhen und Tiefen berauschend, schaffen sie ein schönes Miteinander. Schade ist an dieser Stelle, dass Kian Egan und Nicky Byrne sehr wenige Solo-Parts auf dem Album zugeschrieben werden. Die vier Stimmen der Jungs in den Refrains der Tracks vereint, krönen noch einmal das gesamte Talent der Band. Brian Mc Fadden, der 2004 aus der Band ausstieg, um mehr Zeit mit seiner Frau zu verbringen, vermisst man tatsächlich in keinem einzigen Song. Dies spricht für die verbliebenen vier Bandmitglieder und weniger für Mc Fadden, dessen Ehe darüber hinaus eh nicht gehalten hat.

Dass zwischen dem jetzigen und dem letzten Album der Band zehn Jahre liegen, wird besonders am Song „My Blood“ hörbar. In diesem besingen die vier Jungs das Erwachsenwerden und die Wichtigkeit von Familie – insbesondere der Kinder. Schön zu sehen ist auch das Video zum Song, in dem erstmals alle Kinder der Bandmitglieder zu sehen sind. Mit „Dance“ liefern Westlife den wohl ungewöhnlichsten Song des Albums. Der Sound könnte gleichermaßen von den Backstreet Boys stammen. Es fehlt der sonst so prägnante Wiedererkennungswert der Band. Dass One Republic Sänger Ryan Tedder am Song mitgeschrieben hat, hört man zudem deutlich heraus. Vielleicht klingt dieser gerade deswegen so andersartig.

Selbstverständlich darf man nicht vergessen, dass es sich bei „Spectrum“ um das Album einer Boyband handelt, die in den frühen 2000er Jahren einen Erfolg nach dem anderen feiern durften. Obwohl moderne Elemente in den Liedern enthalten sind, sind diese dennoch ein wenig cheesy. Um es auf den Punkt zu bringen: Schmalzig. Westlife bedienen sich einer gewissen Tragik, die allerdings nach wie vor funktioniert und zu der Band passt. Die Songs sind sehr abgestimmt, das Album schön rund. Neben Ed Sheeran, der gleich an fünf Songs des Albums beteiligt ist, und Ryan Tedder durfte auch James Bay einen Song beitragen. Durch die talentierten Songwriter und die ebenso talentierten Sänger kreieren Westlife ein Album, das perfekt zu der Band passt. Vor allem Balladen liegen den vier Jungs nach wie vor und schaffen Ohrwurm hinter Ohrwurm. Treue Fans der Band werden das Album wahrscheinlich ebenso lieben wie die vorherigen Alben – neue Hörer sollte man allerdings weniger erwarten, dafür klingen Westlife im Großen und Ganzen dann doch etwas oldschool- mäßig. Ein gelungenes und lang herbeigesehntes Comeback!

Das Album „Spectrum“ kannst du hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

Website / Facebook / Instagram / Twitter

Die Rechte des Covers liegen bei Universal Music.

* Affiliate-Link: Du unterstützt minutenmusik über deinen Einkauf. Der Artikel wird für dich dadurch nicht teurer.