Interview mit den Donots über “Lauter als Bomben” – Teil 1!

Donots Interview Ingo Lauter als Bomben

Seit über 23 Jahren sind die Donots schon als Band unterwegs und am 12. Januar kommt mit „Lauter als Bomben“ ihr neues Album raus. Wir haben uns vorab mit Sänger Ingo darüber unterhalten, was hinter den ganzen neuen Songs steckt.

minutenmusik: Vor ein paar Wochen habt ihr das Video zu euer neuen Single „Eine letzte letzte Runde“ veröffentlicht. Gedreht wurde das ganze im Ibbenbürener Märchenwald. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen gerade dort das Video zu drehen?

Ingo Donot: Wir sind mittlerweile auch stolze Papas in der Band und wenn wir dann Oma und Opa in Ibbenbüren besuchen, dann kommt natürlich eins zum anderen und da ist der Märchenwald natürlich ein super Ausflugsziel, wo man die mal kurz  mit hinnehmen kann. Jetzt im Sommer bin ich mit meiner Tochter, die jetzt 2 Jahre alt ist, dagewesen und ich hab gedacht wie geil Old-School ist es da bitte?! Dass es das immer noch gibt und wie viel Atmosphäre das hat. Das ist auf der einen Seite total schön nostalgisch und auf der anderen Seite auch einfach ein bisschen gruselig. Ich bin da als Kind ultra oft gewesen und dann hab ich mir gedacht: Boah eigentlich müsste man hier mal ein Video drehen. Besonders diese Zwergenkneipe, wo die ultra besoffen in der Ecke abhängen, finde ich unfassbar geil. Dann haben wir rumgesponnen, was wir so videomäßig machen könnten, weil wir ja mittlerweile unsere eigene Plattenfirma sind. Wir überlegen dann immer, was clevere gute Moves sind, die man machen kann und wo man nicht irgendwie shitload of money aus dem Fenster schmeißen muss. Dann haben wir bei der Sommerrodelbahn beziehungsweise dem Märchenwald angefragt und die waren super nett und haben sich total gefreut. Das hat uns natürlich auch mega Spaß gemacht, weil wir hinter die Kulissen gucken durften. Sonst stehst du ja immer nur davor und diesmal durften wir mittendrin liegen und das war echt ganz geil!

minutenmusik: Da wir gerade schon bei Musikvideos sind: Beim Anschauen eures Videos zu „Problem kein Problem“, was ja noch von der Karacho Platte ist, ist mir aufgefallen, dass ihr dort zwischendurch vor einer Wand steht auf der „Whatever Forever“ draufsteht und das ist ja auch der Name eines Songs auf der neuen Platte.

Ingo: Du hast ja Adleraugen! Das ist ja saugeil, dass dir das aufgefallen ist! Du hast in der Tat Recht da kommt der Songtitel wirklich her. Wir fanden den Spruch so geil als der an der Wand stand und haben da auch Fotos vorgemacht. Mich hat das die ganze Zeit nicht losgelassen, was für eine geile Scheißegal-Haltung  „Whatever Forever“ ist. Ich habe es mir damals aufgeschrieben und das lief dann immer im Hintergrund mit. Vor ein paar Tagen hatten wir ein Album-Prelistening mit ein paar Leuten und dann saß jemand im Publikum der meinte, ob wir uns von der Band Modern Baseball inspiriert haben lassen, die halt die Textzeile „Whatever Forever“ auch in einem Song haben. Da hab ich noch gesagt, dass das nicht daher kommt , sondern mal an einer Häuserwand in Barcelona stand.
Ich mag das total gerne von solchen Sachen so inspiriert zu sein und die länger wirken zu lassen. Ich finde es dann nochmal doppelt geil, wenn sich ein Kreis so ein bisschen schließt, wie dir das jetzt aufgefallen ist. So kleine Hutzieher vor gewissen Situationen oder ein Musikvideo, das auf einen späteren Text Bezug nimmt oder umgekehrt, mag ich total gerne. Wenn ich bei anderen Bands so etwas merke, macht es das für mich als Fan auch immer spannend.

minutenmusik: Ihr habt einmal erwähnt, dass  das Album erst wie der Opener „Geschichten vom Boden“  heißen sollte…

Ingo: Wir haben uns in der Tat eine ganze lange Zeit überlegt, dass das Album „Geschichten vom Boden“ heißen könnte, weil das auf der einen Seite natürlich so seine politischen und sozialen Komponenten hat. Das ist der eine Teil von der Platte und der andere Teil ist ein bisschen persönlicher. Mir ist dann aufgefallen, dass viele Dinge auf dem Album mit dem Thema Boden zu tun haben, wie auf die Fresse fallen und wieder aufstehen oder auf dem Bordstein sitzen und so weiter. Dann fand ich diesen Titel „Geschichten vom Boden“ eigentlich ganz nett. Aber am Ende des Tages haben wir dann gedacht, dass es gerade so plakative Zeiten sind in denen von irgendwelchen Populisten alles nur in Großbuchstaben rausposaunt wird. Wenn die Rechtspopulisten laut twittern oder schreien, dann können wir auch laut dagegen halten und haben uns dann kurzerhand für „Lauter als Bomben“ als Albumtitel erschienen.

minutenmusik: Im Mai habt ihr zusammen mit Adam Angst eine Split veröffentlicht. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Ingo: Wir sind halt echt gute Freunde und ich hab dem Kruse, also dem Bassisten von Adam Angst, den Job damals besorgt. Wir hatten Adam Angst glaub ich bei einem ihrer ersten Konzerte als Support dabei. Der Kruse ist einer meiner allerbesten Freunde und ich weiß, dass er total Bock hatte in einer Band zu spielen. Ich hab dann damals Backstage mit Felix Schönfuss von Adam Angst gestanden und der meinte so, ob ich einen Bassisten kennen würde, weil deren Bassist aufhört. Und dann war der Kruse unten und ich meinte so „Ey, alter! Hast du nicht Bock dich mal vorzustellen, du willst ja gerne spielen.“ Dann haben die sich an dem Abend kennen gelernt und seitdem spielt der Kruse in der Band. Und dementsprechend häng ich halt auch mit Felix und dem Kruse öfters mal auf ein paar Getränke rum. Dann war das so, dass ich dem Kruse erzählt habe, dass wir einen Song auf dem Album haben, der „Keiner kommt hier lebend raus“ heißt und er meinte, dass bei ihnen einer „Wir werden alle sterben“ heißt und das passt ja total gut. Und dann haben wir gesagt, dass das echt total gut passt, lass doch mal eine Split machen und dann haben wir das halt gemacht.

minutenmusik: Nachdem ich „Lauter als Bomben“ jetzt einige Male durchgehört habe, ist „Aschesammeln“ mein aktueller Favorit. Magst du ein bisschen über die Idee hinter dem Lied erzählen?

Ingo: Das ist abgefahren, dass du das sagst! Das ist bei uns in der Band inzwischen auch der Song, der uns am meisten abholt. Wir haben bei jedem Song geguckt, wie wir das Gefühl von dem Song maximieren können und der reißt einen ja schon irgendwie mit, aber ist dabei trotzdem auch ein bisschen traurig und melancholisch. Ich hab immer geschaut, wenn ein Grundgerüst von einem Song fertig war, wie der sich anfühlt und was für Gefühle der in mir auslöst. Dann hab ich gedacht, dass es für den Song total geil wäre eine verzweifelte Situation zu beschreiben, wie zwei Menschen nie so ganz zueinander finden und habe versucht das zu beschreiben. Ich habe auch ein paar Textzeilen gehabt, die irgendwie ganz gut auf diese Situation gepasst haben und ich bin in der Tat echt sehr glücklich darüber, dass das am Ende wirklich dieser Text geworden ist, weil der halt wie Arsch auf Eimer passt.

minutenmusik: Beim Hören habe ich mich außerdem gefragt, wer da eigentlich mit dir bei dem Song „Gegenwindsurfen“ singt.

Ingo: Das ist unser lieber Freund Jan Windmeier, der bei Turbostaat sing. Und Turbostaat ist meine deutsche Lieblingsband derzeit. Ich finde keine deutsche Band besser als Turbostaat, die machen so geiles diffuses Kopfkino mit mir. Ich habe einfach allergrößten Respekt vor denen und auf der anderen Seite sind das natürlich auch gute Kumpels. Ich habe dem Jan eine WhatsApp Nachricht geschrieben und gefragt, ob er auf unserem Album singen möchte. Es gäbe einen C-Teil, also so ein Gitarrenthema, was mich viel an Turbostaat erinnert hat und er meinte so „Woah total geil machen wir!“. Und dann haben wir uns gegenseitig die Spuren geschickt und dann ging das ab!

Das war der erst Teil unseres Interviews mit Ingo von den Donots. Im zweiten Teil wird es weiter über die Einflüsse bei „Lauter als Bomben“ gehen und die Frage klären, warum die Aufnahmen dieses Mal so anders als bei den letzten Platten waren.

Hier geht es zu Teil 2 des Interviews!

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Und so hört sich das an:

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Donots Live 2017/2018:

29.12.17 Osnabrück, Rosenhof
30.12.17 Osnabrück Rosenhof (ausverkauft)

20.02.18 Saarbrücken – Garage
21.02.18 Bremen – Schlachthof
22.02.18 Hannover – Capitol
23.02.18 Berlin – Huxleys
24.02.18 Rostock – MAU Club
06.03.18 Dresden – Schlachthof
07.03.18 Wien – WUK
08.03.18 München – Tonhalle
09.03.18 Karlsruhe – Substage
10.03.18 Zürich – Dynamo
20.03.18 Dortmund – FZW
21.03.18 Hamburg – Grosse Freiheit
22.03.18 Köln – Ewerk
23.03.18 Erlangen – Ewerk
24.03.18 Wiesbaden – Schlachthof
15.12.18 Münster – MCC Halle Münsterland

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Die Bildrechte liegen bei Dennis Dirksen.

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