JoJo, Club Bahnhof Ehrenfeld – Köln, 23.01.2017

JoJo_Mad Love Tour

Wenn die Lieblingssängerin nach ewiger Zeit mit neuem Album im Gepäck endlich auf Tour geht malt man sich im Kopf schon das tollste und imposanteste Konzert überhaupt aus. Schön ist es dann vor allem, wenn man nicht enttäuscht wird. Vergangenen Montag kam JoJo zum zweiten Mal überhaupt in ihrer Karriere nach Deutschland für ein Konzert im Kölner Club Bahnhof Ehrenfeld und ließ nichts zurück außer purer Begeisterung.

Den Auftakt des Konzertes gab der Kanadier Craig Stickland, der allein mit seiner Gitarre das Publikum von Anfang an für sich gewinnen konnte. Charmant führte er durch die Songs seines neuen Albums „Leave Me To The Wild“ und löste galant einige technische Schwierigkeiten. Die Kombination aus sympathischem Sänger, einfühlsamen Texten und   erstaunlichen Gitarrenklängen gab einen rundum perfekten Startschuss für das Konzert ab. Im Nachhinein war sich Craig Stickland auch nicht zu schade, um mit den meist weiblichen Fans etliche  Bilder zu machen.

Craig Stickland_ Mad Love Tour JoJo

Letztes Jahr im Oktober brachte JoJo ihr drittes Studioalbum „Mad Love“ auf den Markt, das im wahrsten Sinne des Wortes im Fokus des Abends lag. Sie spielte nicht nur zwölf von fünfzehn möglichen Songs aus dem Album, sondern macht den ganzen Abend auch immer wieder ihre Dankbarkeit, diese überhaupt spielen zu dürfen, deutlich.

Absolutes Highlight ihrer Show war ein Medley aus Songs, die sie größtenteils in ihrer zehn Jährigen Veröffentlichungspause via Mixtapes an die Fans gebracht hatte. Neben Songs, wie „Disaster“, „We get by“ oder dem Drake Cover „Marvins Room“, stimmte sie dabei auch damalige Hits wie „Too little too late“ oder „Leave (Get Out)“ an.  Die meisten ihrer Fans erwiesen sich dabei als treue Anhänger und konnten selbst bei den Liedern aus JoJos erstem Album aus dem Jahre 2003 problemlos mitsingen.

Trotz einiger stimmlicher Probleme aufgrund von Heiserkeit schaffte JoJo es jeden einzelnen Song an dem Abend zu einem Gänsehaut Moment zu machen. Sobald die Stimme versagte, durfte das Publikum ran, was JoJo schon fast zu Tränen rührte. Ungeachtet ihrer Heiserkeit an einigen Stellen bewies sie aber wieder, dass ihre Stimme zu den besten unserer Zeit gehört. Egal ob leise Töne, tiefe Töne oder eher laute und hohe Töne- die Stimme von JoJo ist Weltklasse! Ebenso Spaß hatte man an ihrer dreiköpfigen Band, die die perfekte Ergänzung zu ihrem Gesang darstellt.

JoJo _Mad Love Tour

JoJo_Mad Love Tour 3

JoJo signalisierte dem Publikum mit jeder einzelnen Pore, dass sie an keinem Ort lieber stehen würde als auf dieser Bühne. Sie strahlte dabei ein immenses Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Stärke aus die gleichermaßen ansteckend waren. Ihr zerbrechliche und emotionale Seite präsentiere sie vor allem bei den Balladen „Music“ und „I am“, in denen sie sich auf bewundernswerter Weise mit ihrem Leben auseinandersetzt.

Das Publikum wiederum dankte ihr mit tiefer Verbundenheit, sorgfältiger Aufmerksamkeit und Spaß an der Sache. Einziger Kritikpunkt an dem Abend war, dass JoJo trotz langer Setlist nur sehr kurz spielte. Einige Songs verkürzte sie drastisch, wodurch sie im Endeffekt nur etwas über eine Stunde auf der Bühne stand. Dabei könnte sie sehr viel länger spielen, da sie insbesondere in den letzten zehn Jahren viele Songs geschrieben und wie bereits erwähnt via Mixtapes veröffentlicht hat.

JoJo_ Mad Love Tour2

Schlussendlich lässt sich nur sagen: JoJo ist endlich wieder zurück! Ihr Platz ist in der Musikindustrie, sie lebt für die Musik und die Bühne ist ihr Spielplatz. Sie hat Spaß an der Sache, was sich auf das Publikum überträgt und einen unvergesslichen Abend zaubert. Sie ist zugleich Vorbild als auch Superstar und hat den Applaus, der bei dem Konzert nicht zu kurz kam, zutiefst verdient. Sie ist nicht mehr das kleine Mädchen, dass „Leave (Get Out)“ gesungen hat, sondern eine erwachsene und selbstbewusste Frau. Hoffentlich wird dies nicht das letzte Konzert von ihr in Deutschland gewesen sein!

So hört sich das an:

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