Interview mit Tribe Friday zu Touren in Corona-Zeiten

Tribe Friday

(ENGLISH VERSION BELOW) Eigentlich sollten die schwedischen Alternative-Newcomer Tribe Friday dieses Jahr auf eine ganz normale Club-Tour gehen – man kann sich denken, wieso das doch nicht klappt. Doch das Kollektiv darf den großen Wunsch der eigenen Deutschland-Tour doch noch wahr machen – wie nur wenige anderen ist es auch dem Quartett gelungen, zumindest einige Konzerte zu spielen, natürlich ganz Corona-konform. Nicht nur Konzertgänger*innen, die sich nach Live-Musik verzehren, dürfte das in die Karten spielen – auch die Band selbst ist sichtlich begeistert über die Gelegenheit.

minutenmusik: Irgendwann habt ihr bestimmt nicht mehr daran geglaubt, dieses Jahr noch auf Tour gehen zu können – und dann nicht nur virtuell, sondern sogar noch auf der Bühne. Inwiefern bereitet ihr euch für diese Tour anders vor als in einer Zeit ohne Pandemie?

Tribe Friday: Es sieht schon seit einiger Zeit ziemlich düster aus, das stimmt, aber wir hatten immer diese unerschütterliche Hoffnung, dass wir dieses Jahr wenigstens noch eine weitere Tournee machen können. In dieser Hinsicht mussten wir einfach positiv bleiben. Gott weiß, ob wir es sonst jemals auf die andere Seite des COVID schaffen würden. Zum Glück wurden unsere Gebete erhört, und jetzt kommen wir nach Deutschland! Natürlich gibt es eine Menge praktischer Dinge, um alles so sicher wie möglich zu machen, aber abgesehen davon war es so ziemlich das Gleiche wie bei jeder anderen Reisevorbereitung. Proben, Routenplanung, Hotelbuchung – all die wichtigen, aber langweiligen Sachen. Wir können genau diese Dinge nicht so gut, also hatten wir zum Glück viel Hilfe von unseren Freunden von Spider Promotion. Ein Hoch auf sie, da sie unser Leben leichter gemacht haben.

minutenmusik: Dieses Jahr habt ihre eure EP “Chasing Pictures” veröffentlicht. Wie habt ihr den Release in der Pandemie erlebt? Wie habt ihr versucht, euch mit euren Fans zu verbinden?

Tribe Friday: Richtig! Wir haben die bereits im März veröffentlicht (glaube ich zumindest – seit Beginn des Lockdowns sind Monate und Daten irgendwie verschwommen). Keine Veröffentlichungsshow/-party zu machen, war natürlich seltsam, und das war für mich der größte Unterschied, denn ich liebe eine gute Party. Aber andererseits konnten wir während der Veröffentlichung online mit vielen Freunden und Fans aus der ganzen Welt sprechen, was super cool und einzigartig war. Wir haben tatsächlich damit begonnen, einen wöchentlichen Livestream auf Instagram zu machen, um diese klaffende Lücke zu füllen, wo sonst Liveshows sind. (Jeden Freitag um 19:30 Uhr! Schaltet mal ein!) Wo wir gerade von der Veröffentlichung von Sachen zu COVID-Zeiten sprechen – es gab Gerüchte, dass wir eine weitere EP-Veröffentlichung planen, mit der ersten Single, die am 4. September erscheint. Es heißt, es sei der bisher beste Tribe-Song und es ginge um einen Acid-Trip, der schief gegangen sei, aber ich kann da nichts bestätigen…

minutenmusik: Wir haben jetzt schon einige Monate des Lockdowns und Social Distancing überlebt. Wie habt ihr als Band die gemeinsame Zeit genutzt? Habt ihr schon neue Songs aufgenommen oder habt ihr euch gar nicht gesehen?

Tribe Friday: Wir haben diesen Frühling und Sommer damit verbracht, Material für ein ganzes Album zu schreiben und aufzunehmen, wobei die meisten Sessions im Tribe HQ (dem Haus im Wald, in dem wir alle leben) stattfanden. Glücklicherweise sind diese 6 Monate also nicht umsonst gewesen. Ich denke, die ganze Band hat diesen sehr starken kreativen Drang, so dass es nie eine Option war, den Lockdown nicht damit zu verbringen, etwas zu machen. Wir wären sonst verrückt geworden.

minutenmusik: Wie würdet ihr den Einfluss eurer Heimatstadt Örebro auf euren Sound beschreiben? Hatte die schwedische Musikszene eine große Rolle für euren Sound gespielt oder orientiert ihr euch eher an international Bands?

Tribe Friday: Das Interessante hier ist, dass wir alle aus verschiedenen Teilen Schwedens kommen – Örebro ist nur ein guter geographischer Mittelpunkt, weswegen wir beschlossen haben, dort unsere Basis einzurichten. Die Entstehungsgeschichte der Band ist, dass Anton und ich (Noah) im Norden in einer kleinen Stadt lebten, in der es nichts zu tun gab, und so begannen wir nach der Schule Musik zu machen, um uns die Zeit zu vertreiben. Auf diese Weise ist Tribe Friday also definitiv ein Produkt der “schwedischen Kultur”, oder des Mangels daran. Ich glaube, das Gefühl der Langeweile und der Unruhe in der Heimatstadt hat aber jeder schon einmal erlebt. Es ist nichts Außergewöhnliches.
Was den Klang betrifft – alle oder die meisten unserer Vorbilder stammen aus den USA und Großbritannien, also ist das natürlich in der Musik zu hören. Es gibt allerdings auch einen kleinen Hauch von schwedischer Angst, das auf jeden Fall.

minutenmusik: Was sind eure nächsten Ziele und Wünsche? Habt ihr schon langfristige Pläne für Tribe Friday oder denkt ihr eher in kleinen Etappen?

Tribe Friday: Wir wollen die größte Band der Welt sein. So einfach ist das.

Und so hört sich das an:

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Tribe Friday live 2020:

  • 17.09.2020 Huxley’s neue Welt, Berlin *
  • 19.09.2020 Utopia, Wuppertal
  • 22.09.2020 Bei Chéz Heinz, Hannover
  • 23.09.2020 Subrosa, Dortmund
  • 24.09.2020 Musa, Göttingen
  • 26.09.2020 Cadillac Oldenburg

*Streaming-Concert auf https://strock.tv

minutenmusik: At a certain point, you probably didn’t even believe that you could go on tour this year – and not only virtually, but on stage. How do you prepare for this tour now in a different way than in a time without a pandemic?

Tribe Friday: Things have been looking pretty bleak for a while now, yes, but I think we’ve always had this unyielding sense of hope that we’d at least get to do one more tour this year. We’ve had to stay positive in that way, you know. God knows if we’d ever make it to the other side of COVID otherwise. Thankfully, our prayers were answered, and now we’re coming to Germany! Obviously, there’s a lot of practical stuff with making everything as safe as possible, but other than that it’s been pretty much the same as any other tour preparation. Rehearsals, route planning, hotel booking – all the important but boring stuff. We kind of suck at doing the important but boring stuff, so thankfully we’ve had lots of help from our friends at Spider Promotion. Cheers to them for making our lives easier.

minutenmusik: This year you have released your EP “Chasing Pictures”. How did you experience the release within the pandemic? How did you try to connect with your fans in this time?

Tribe Friday: Correct! We released it back in March (I think – months and dates have been kind of blurry since lockdown started). To not do any release shows/parties was obviously strange, and that was the biggest difference for me because I love a good party. But on the other hand, we got to talk to a lot of friends and fans from all over the world online during the release, which was super cool and unique. We’ve actually started doing a weekly livestream on Instagram to fill the void of playing shows. (19:30 every Friday! Come hang out.) Also, speaking of releasing stuff during COVID times – there’s been rumors that we’re doing another EP release, with the first single coming out Sept 4th. They say it’s the best Tribe song to date and that it’s about an acid trip gone wrong, but I’m not confirming anything..

minutenmusik: We have survived some months of lockdown and social distancing. How did you as a band use the time together? Did you already start writing new songs or did you not see each other the whole time?

Tribe Friday: We’ve spent this spring and summer writing and recording a full album’s worth of material, with sessions mostly taking place in Tribe HQ (the house in the woods where we all live). So thankfully these 6 months haven’t gone to any waste. I think the whole band has a very strong creative urge, so to not spend the lockdown making something was never an option. We would’ve gone crazy otherwise.

minutenmusik: How would you describe the influence of your hometown Örebro on your sound? Did the Swedish music scene have a big influence on your sound or did you rather orientate yourself on international role models?

Tribe Friday: The interesting thing here is that we’re all from different parts of Sweden – Örebro is just a good geographical midpoint where we decided to set up base. The origin story of the band is that Anton and I (Noah) used to live up north in a small town where there was nothing to do, and so we started making music after school to pass the time. In that way, Tribe Friday is definitely a product of ‘Swedish culture’, or the lack thereof. I think the feeling of boredom and restlessness with your hometown is something everyone has experienced, though. It’s not something unique to us.
In terms of sound – all or most of our role models have been from the US and UK, so naturally that can be heard in the music. There’s a little touch of Swedish angst there too though, for sure.

minutenmusik: What are your next goals and wishes? Do you also have long-term plans for Tribe Friday or are you rather people who think in small steps?

Tribe Friday: We want to be the biggest band in the world. It’s really that simple.

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