Antiheld & Perez, Live Club Barmen Wuppertal, 08.02.2019

Zugegeben: für eine Großstadt mit mehr als 360.000 Einwohnern ist in Wuppertal konzerttechnisch nicht allzu viel los. Doch im neuen Jahr soll dies offenbar geändert werden, denn immer mehr Künstlerinnen und Künstler finden ihren Weg in die Stadt irgendwo zwischen Dortmund und Köln mit ihrer weltberühmten Schwebebahn.

Am 08.02.2019 war es die Stuttgarter Musikszene, die den Live Club Barmen in Aufruhr versetzte. Antiheld statteten Wuppertal im Rahmen ihrer “Keine Legenden Tour” einen musikalischen Besuch ab. Als Sänger Luca Opifanti den Support Act ankündigte, musste er selbst zugeben, dass wohl die wenigstens einen Hip-Hop-Act als Opener für die Tour erwartet hatten, doch Perez seien langjährige Freunde der Band, die doch bitte wie Familienmitglieder empfangen werden sollten. Gesagt, getan – mit tosendem Applaus begrüßte die Wuppertaler Menge das Stuttgarter Hip-Hop Duo. Rapper Jannik und Schlagzeuger Moritz harmonierten musikalisch hervorragend miteinander und benötigten zur Kommunikation lediglich ein paar kurze Blicke zwischen ihren Songs. Neben eingängigen Hip-Hop-Beats präsentierten Perez auch eine gefühlvolle Ballade, die dem ein oder anderen Fan in der ersten Reihe eine stille Träne entlockte. Für alle, die Perez bislang noch nicht auf dem Radar hatten, empfehlen wir die Solotour des Stuttgarter Duos, die Anfang März starten wird. Wenn ihr mehr über Perez erfahren möchtet, behaltet gerne auch unsere Seite im Auge, denn im Interview standen die Jungs uns später noch Rede und Antwort!

In Wuppertal war es hingegen Zeit für den Hauptact des Abends: Antiheld, die ihren ausgefallenen Sound selbst als so genannten “Straßenköterpop” beschreiben. Die bunt gemischte Fanbase aller Altersgruppen feierte die Musik der ungewöhnlichen Band sogleich mit den ersten Tönen. Musikalisch kann man den fünf Männern aus Stuttgart keinen Vorwurf machen, denn der raue Gesang, die Gitarren, das Schlagzeug, Bass, Akkordeon und Keyboard bildeten eine harmonische Einheit, die gekonnt verschiedene Musikgenres abdeckte. Doch abgesehen von ihrer musikalischen Glanzleistung ließ uns die Band mit ihrem Straßenköterpop etwas ratlos zurück.

Antiheld könnten mit ihrer kitschigen und gleichzeitig rabiaten Wortwahl eine stimmungsvolle Festivalband für besoffene Punker sein – wären da nicht immer diese fröhlichen Pop-Melodien. Ein Beispiel: “Heute bleiben wir im Bett liegen und ficken für den Weltfrieden. Uns ist alles scheißegal (…) Unsere Liebe ist radikal.” Okay. Solche Lyrics, die irgendwo nach rebellierenden Dorfkindern klingen, verhindern leider aber genauso gut, dass man Antiheld als glatt gebügelte Pop-Sternchen betrachten könnte. Gerade diese Ungereimtheit ist wohl das, was die Stuttgarter Band so besonders macht, denn in einem ihrer Tracks heißt es sogar “so scheiße kitschig, aber we don’t give a fuck“.

Was man Antiheld zugute halten muss, ist auf jeden Fall die Tatsache, dass sie ihre Stimme und Popularität auch für politische Zwecke verwenden und in einer Ansage ihre Abneigung gegen die AfD deutlich machten. Im darauf folgenden Song motivierten sie ihre Fans, für ihre Rechte zu rebellieren. Ob man diesen musikalischen Mix aus Pop und Punk nun gut findet oder nicht muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Das geht am besten im Oktober, wenn Antiheld mit ihrer “Goldener Schuss Tour” erneut die deutschen Clubs unsicher machen.

So hört sich das an:

Antiheld

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https://www.youtube.com/watch?v=sKk-Ng4s5r4

Antiheld: Goldener Schuss Tour:
03.10.19 Freiburg – Gaststätte Waldsee
04.10.19 Kaiserslautern – Kammgarn
05.10.19 Wilhelmshaven – Pumpwerk
11.10.19 Frankfurt – Das Bett
12.10.19 München – Strom
17.10.19 Dresden – GrooveStation
18.10.19 Bochum – Rotunde
19.10.19 Köln – Helios37
25.10.19 Leipzig – Neues Schauspiel
26.10.19 Berlin – Privatclub
01.11.19 Hamburg – Hebebühne
02.11.19 Hannover – Lux

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Perez

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https://www.youtube.com/watch?v=9O27R16imMM

Perez: „SO WAS WIE NE TOUR” Tour:
07.03.19 Frankfurt – Ponyhof
08.03.19 Stuttgart – Schräglage
09.03.19 Köln – Tsunami Club
20.03.19 Hamburg – Knust Bar
21.03.19 Bremen – Tower
22.03.19 Berlin – Monarch
27.03.19 Dresden – Altes Wettbüro
28.03.19 München – Zehner
29.03.19 Nürnberg – Club Stereo

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