ARXX, Em Drügge Pitter, 12.04.2023

Das „Als hätten wir uns schon ewig gekannt“-Phänomen gibt es auch bei Musik. ARXX sind der Beweis dafür. Bei ihrem ersten Konzert der Debütalbum-Tour im gemütlichem Em Drügge Pitter beweisen Hanni und Clara genau das. Ein Abend, der Makel nicht verschweigt, aber dafür musikalisch in der obersten Liga mitspielen kann. Oder auch: ein Abend wie mit den besten Freund*innen.

Weniger ist mehr als genug

ARXX, das sind jetzt gerade eben wirklich nur Hanni und Clara. Und die kleinen Palmen, die sich die beiden extra für diese Tour geholt haben. Ein kleines Upgrade, das sich zu den beiden neuen Lampen gesellt. Mehr gibt’s nicht zu sehen. Und das braucht man doch auch nicht, schon gar nicht in so einem urgemütlichen Schuppen wie dem Em Drügge Pitter. Die Show ist schon früh ausverkauft, um genau zu sein kurz nach dem großartigen Support-Gig vor dem Yungblud-Konzert in Düsseldorf. Ganz passend zum Motto des Abends „Ohne Schnickschnack“ betritt das Duo aus dem UK um halb 9 die Bühne, Support-Bands gibt’s nur bei den UK-Stopps. Wie auch beim Debüt beginnt der Abend mit „Baby Uh Huh“ – und Hanni und Clara sind mindestens so aufgeregt wie das Publikum. Viele der Songs erleben heute ihr Bühnen-Debüt, die Sorgen der beiden ARXX-Mitglieder sind unbegründet, aber ursympathisch.

Gott sei Dank nicht wie die Profis

Denn klar, auch als Nicht-Musiker*in kann man sich gut in die Situation hineinversetzen: Jetzt kommt’s drauf an! Aber erstens ist das Publikum sowieso schon vorab schockverliebt in dieses Duo. Und zweitens müssen sich Hanni und Clara keine Sorgen machen – selbst wenn mal ein Riff daneben geht, sind die beiden schon jetzt einfach super eingespielt und klingen größer, als man es in diesem Rahmen erwarten würde. Über die Songs von „Ride or Die“ müssen gar nicht viele Worte verloren werden, denn die Platte ist ein Instant-Classic und kann sich ganz entspannt auf ein paar Platzierungen in Indie-Punk Jahrescharts freuen. Platte & Konzert haben von HAIM-Melodien wie in „Call me Crazy“ oder „Not Alone“ über das elektronischste Stück „God Knows“ bis zu den Punk-Stampfern „Iron Lung“ und „Ride Or Die“ ausschließlich Banger dabei. Ganz nach dem Motto „All Killer, No Filler“ ist das Set deswegen schlicht makellos und lässt keinen Raum für Skepsis. Das ist Indie der Herzerwärmer-Sorte.

Und Hanni und Clara machen das Ganze durch ihr Zusammenspiel miteinander noch angenehmer. Zum Beispiel wenn sie ein kleines Cover von Chers „Believe“ ins Set schmuggeln und etwas entsetzt sind, dass einige der zugegeben sehr jungen Fans den Song scheinbar nicht kennen. Oder wenn sie gemeinsam darüber schmunzeln, dass sie etwas unvorbereitet in die Yungblud-Tour gestapft sind und spontan einen Licht-Techniker suchen mussten. Oder wenn sie vom Schokoladenmuseum-Besuch erzählen. Zusammenfassen kann man all die schönen Momente gar nicht – aber das ist bei einem Abend mit den besten Freund*innen ja auch kaum möglich. Und wenn eine Band dieses Gefühl schon bei der ersten Album-Tour hinterlässt, wünscht man sich umso mehr, dass dieses Gefühl bleibt. Viel Erfolg bei der weiteren Reise, ARXX! Es war ein Fest.

Und so hört sich das an:

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Bild von Julia.

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