Franz Ferdinand, Palladium Köln, 05.03.2018

Franz Ferdinand Palladium Köln

Manchmal stimmt bei einem Konzert einfach alles. So geschehen beim Hurricane 2014 als Franz Ferdinand die Bühne betraten. Ich hatte leicht einen sitzen, die Abendsonne strahlte gerade noch einmal so richtig, bevor sie sich vom Himmel verabschiedete, die Leute hatten gute Laune und die Band ebenfalls Spaß auf der Bühne. Die wollte man sich also noch einmal ansehen, auch, um das schöne Hurricane Gefühl von damals noch einmal aufleben zu lassen. Geklappt hat das leider nicht, weil Köln Anfang März die kältesten Tage des bisherigen Jahres erlebte – ein spaßiges Konzert durften wir jedoch trotzdem erleben.

Los ging es aber erst einmal mit Leoniden aus Kiel, die in unserer Redaktion ja bekanntermaßen schon einigermaßen abgefeiert werden. Nach zwei Songs fand ich das ehrlich gesagt mehr grausam, als gut. Dann spielte die Band jedoch mit „1990“ einen ihrer bekanntesten Songs, den ich ebenfalls kenne und mag. Und ab dann ging es nur noch aufwärts – von Leoniden werden wir sicherlich noch mehr hören.

„Oh Gott, sind die alt geworden!“, war mein erster Gedanke, als Franz Ferdinand die Bühne betraten. Ein Bekannter, der die Band zwar bereits im Vorhinein in Hamburg gesehen hatte, hatte mich zwar schon vorgewarnt, jedoch war ich schließlich doch überrascht, wie extrem die Herren – besonders Frontmann Alex Kapranos gealtert sind. Abgesehen von reinen Äußerlichkeiten war den Herren ihr Alter jedoch nicht anzumerken. Kapranos war besonders sportlich unterwegs und turnte ab Minute 1 über die Bühne und animierte das Publikum zum Mitfeiern. Dieses ließ sich natürlich nicht zweimal bitten und klatschte, tanzte und sang eifrig mit.

Franz Ferdinand haben mit inzwischen fünf Studioalben eine riesige Auswahl an möglichen Stücken, am Beliebtesten sind tatsächlich jedoch noch immer die ältesten Songs. Das liegt einerseits daran, dass Stücke wie „Take Me Out“ oder „The Dark Of The Matinée“ auf jeder guten Indie-Party bis heute nicht in der Playlist fehlen dürfen, andererseits haben Franz Ferdinand jedoch unter anderem auch auf ihrem neuesten Album „Always Ascending“ merklich nachgelassen. Wirklich geniale Einfälle oder eingängige Ideen tauchen hier nicht mehr auf – zwar gibt es mit dem Titelsong oder „Lazy Boy“ noch den einen oder anderen netten Song, aber auch diese schaffen es nicht darüber hinaus mehr zu sein, als nur „nett“. Es gibt also auch ein paar Lückenfüller-Songs im Set, das ist aber alles halb so wild, denn sobald Franz Ferdinand den nächsten, alten Hit auspacken tanzt das Publikum wieder. Ein Publikum übrigens, das mit der Band gealtert zu sein scheint. Wir sind hier, zusammen mit wenigen anderen Ausnahmen, die Jüngsten. Aber tanzen und mitsingen, das können auch Mutti und Vati noch, vor allem zu einer Band, die sie schon in ihren jungen Jahren gefeiert haben. Ich finde das toll und es macht mich auf Konzerten immer wieder glücklich zu sehen, das Konzerte eben mehr sind, als nur ein Hort von jungen Menschen, sondern ein sozialer Treffpunkt für jedes Alter. Alleine dafür hat es sich schon gelohnt Franz Ferdinand auf dieser Tour noch einmal mitzunehmen.

So hört sich das an:

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Beitragsbild von David Edwards.

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