Kayef, Carlswerk Victoria Köln, 15.03.2026

Kayef_Carlswerk Köln, 15.03.26

Kaum stimmt Kayef die ersten Töne an, geht ein spürbarer Ruck durch das Publikum. Handylichter und Arme werden in die Höhe gereckt, erste Tränen kullern bei einigen Besucherinnen und Besuchern über die Wangen. Während der Sänger komplett in seiner Musik aufgeht, ist das Publikum wie gebannt. Anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Albums „Lieder für dich“ hat Kayef auch im Kölner Carlswerk haltgemacht und für ein Konzerterlebnis gesorgt, bei dem die Liebe zur Musik klar im Mittelpunkt stand.

Passend dazu spielte er mit „Musik“ direkt zu Beginn des Konzertes einen Klassiker, der nur so vor Energie strotzte. Der Sänger und seine Band zeigten ein eingespieltes Zusammenspiel, das dem Abend von Beginn an eine besondere Dynamik verlieh. Gleich 27 Songs schafften es dabei auf die vollgepackte Setlist. Ein bunter Mix aus allen Kayef-Ären, der insbesondere bei den Fans der ersten Stunde gut ankam. So spielte er unter anderem „Wir sein“ aus seinem 2014 erschienenen Album „Relikte letzter Nacht“ oder „Schon okay“ vom 2016 erschienenen Album „Chaos“.

Nicht zu kurz kamen die Tracks seines kürzlich erschienenen Langspielers „Lieder für dich“. Von „Pflaster“ über „Roter Knopf“ hin zu „Es war nie Paris“ durften sich die Zuschauenden über etliche Live-Premieren freuen. Kayef war dabei deutlich anzusehen, wie viel Spaß er am Performen hatte. Eine Energie, die sich schnell auf das Publikum übertrug. Auch die Nahbarkeit, mit der er die Lieder ankündigte, über sich selbst lachte und mit dem Publikum interagierte, sorgte für viele sympathische Momente. Die spürbare Freude des Sängers an den Live-Performances macht die Konzerte immer wieder aufs Neue so besonders. Es scheint, als wäre die Bühne sein Safe Space, in dem er komplett aufgehen kann. Eine Lebensfreude, die sich kaum spielen lässt und sich an diesem Abend immer wieder auf das Publikum übertrug.

Für den Song „Das wären nicht wir“ holte der Sänger Christoph Sakwerda auf die Bühne. Und auch Mo-Torres stand an diesem Abend gemeinsam mit Kayef für „Bisschen mehr als Freunde“ auf der Bühne. Zum Tourabschluss überraschten Christoph Sakwerda und Support-Act Fayan ihn mit dem Song „Tausend Gesichter“, für den sie eigens neue Strophen schrieben und performten. Ein Highlight für sich. Denn der Song, den Kayef eigentlich mit Tom Twers singt, ist im Original deutlich zu kurz. Vielleicht finden die neuen Strophen ja irgendwann ihren Weg in eine zukünftige Version. Die drei Musiker harmonierten indessen sehr gut zusammen und schafften einen schönen, spontanen Moment.

Sehr besonders waren auch die Songs, die Kayef nur mit dem Klavier begleitet mitten im Publikum performte. Neben seinen neuen Songs „Große Worte“ und dem emotionalen „Tränen“ bewies er seine ruhige Seite auch mit den Liedern „Oma M“ und „Safe Space“. Besonders die Nähe zum Publikum und die Intensität dieser reduzierten Musikmomente sorgten für einige der eindrucksvollsten Augenblicke während des Konzertes.

Mit einem Remix seiner Songs „Weisswein x Sprite“ und „Musik“ ließ Kayef nach rund 90 Minuten den Abend ausklingen. Gerade die Zugabe fiel im Vergleich zu den emotionalen und energiegeladenen Momenten zuvor etwas schwächer aus. Auch wenn der Sänger und seine Band mit den Remixen noch einmal für ordentlich Stimmung sorgten, fehlte schlussendlich etwas. Gerne hätte das Konzert ein wenig länger gehen können, der Abschluss des Abends wirkte etwas abrupt. Trotzdem bleibt am Ende vor allem eines hängen: die spürbare Energie und die große Liebe zur Musik.

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