My Chemical Romance, Bonn, 18.06.22

(Die Bildergalerie findet ihr unter dem Text). „Go Hard Go Home”. So steht es auf dem Fell der Kickdrum. Geschrieben mit rotem Marker hat es Gerard Way. Es soll der Leitspruch des Abends werden. Doch bevor es für die Emo-Rock Band My Chemical Romance nach Hause geht, feiert sie ihren Tourabschluss in Bonn auf dem KUNST!RASEN-Gelände. Vor 10 Jahren hätte man kaum geglaubt, jemals My Chemical Romance wieder gemeinsam zu sehen. Doch nach der Reunion Ankündigung 2019 ist es nach mehreren Pandemie-bedingten Verschiebungen endlich so weit und die Band kann ihre angekündigte Tour spielen. Entsprechend groß ist die Ekstase als das Konzert nach dem fast 10-minütigen Intro wirklich beginnt.

Mit ihrem erst vor kurzem veröffentlichten Song (der erste seit 2014) „The Foundations Of Decay“ startend, fällt der Backdrop und gibt den Blick auf eine zerstörte Stadt frei. Während als nächste Songs „Our Lady of Sorrows“ und „Na Na Na (Na Na Na Na Na Na Na Na Na)“ gespielt werden, setzt nach und nach die Realisierung ein, dass da wirklich My Chemical Romance, die Band, die so viele in ihrer Jugend stark beeinflusst hat, auf der Bühne steht. Von Jubelschreiben zu Freudentränen ist die Euphorie bei den Zuhörenden durchgehend zu spüren. Und bei der Hitze mit 38 Grad kann man es niemanden übelnehmen, dass das Publikum weniger in Bewegung ist als es am Tag zuvor. Und organisatorisch sind zum Glück auch einige Probleme vom Vorabend verbessert worden. So ist der Einlass an diesem Tag wesentlich schneller und auch der Sound ist von Beginn an lauter, aber leider immer noch leider verhältnismäßig leise.

Gerard Way, dieses Mal ohne exzentrisches Outfit sondern im rosa Hemd, tänzelt über die Bühne, fühlt die Musik und auch der Rest der Band hat sichtlich Freude daran wieder live zu spielen. Besonders magisch wirken die Hits vom “The Black Parade”-Album, etwa die Singalongs in “Famous Last Words” sowie im Titelstück „Welcome To The Black Parade“. Die Setlist ist auf der gesamten Tour jeden Tag unterschiedlich, was die Möglichkeit bietet auch ältere kaum aufgeführte Stücke zu hören. So spielen sie in Bonn zum Beispiel „Heaven Help Us“, eine B-Seite von „The Black Parade“.

Als Zugabe gibt es „Vampire Money“, „Helena“ und “I‘m Not Okay (I promise)“, bevor schließlich Gerard Way mit dem emotionalen “Cancer“ die Show beendet, während die restlichen Mitglieder der Band von der Seite aus zuschauen. Und die letzten Zeilen hallen noch lange nach: „Cause the hardest part of this is leaving you“. Kein Wunder also, dass dem Spruch auf dem Schlagzeug kurz vor Schluss noch ein knallrotes Herz hinzugefügt wird.

Und so hört sich das an:

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Bildergalerie: 

Alle Bilder von Marie H. / @afirehorizon

 

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