Walk Off The Earth, Palladium Köln, 18.04.2018

Es gibt Bands, die immer neue Songstrukturen erkunden. Es gibt Bands, die für ordentlich Ohrwürmer sorgen. Es gib Bands, die alleine durch die besondere Stimme des/der Sänger*in überzeugen. Es gibt Bands, die starke Instrumentalist*innen in den Reihen haben. Und dann gibt es noch Walk Off The Earth, die einfach alles verbinden, nur eben in der fünffachen Ausführung. Den meisten sind sie wohl vor allem seit dem wahnsinnigen Erfolg ihrer Coverversion von “Somebody That I Used To Know” im Jahre 2012 ein Begriff. Für alle die es noch nicht kennen oder sich nochmal davon faszinieren lassen wollen, wie fünf Leute an einer einzigen Gitarre funktionieren, hier der Link! Alle, die sich auch weiterhin mit der Band auseinandergesetzt haben, wissen, dass die Faszination nicht bei dem einen Cover blieb, auf ihrem sehr empfehlenswerten Youtube-Kanal zeigt die Band konsistent die kreativsten Ideen zu bekannten Songs – aber natürlich auch ihre eigenen!

Schon ein erster Blick auf die Bühne verrät – normale Bandkonstellationen aus Drums, Bass und Gitarre wird man heute lange suchen können. Bereits bei der Vorband, den Darenots, zeigt sich, wie wunderbar beeindruckend eine Liveshow sein kann – und wie eingerostet alte Bandgefüge teils wirken. Die Darenots heizen mit einer spannenden Mischung aus Reggae und Hip-Hop an, aber auch einige Gitarrenriffs dürfen natürlich nicht fehlen. Dabei werden von allen Bandmitgliedern auch mal portable Drums verwendet – die Stimmung steigert sich permanent. Als dann auch noch Giovanni von Walk Off The Earth zu einem Feature auf die Bühne kommt, ist endgültig klar: der Support passt hervorragend! Als während eines Songs Ninjas die Bühne stürmen und wild auf Tom-toms einhämmern, wird klar, dass das wohl heute nochmal eine Rolle spielen wird.

Der Raum verdunkelt sich, Nebel steigt auf, schließlich richten sich die Scheinwerfer auf das erhöhte Zentrum der Bühne und man sieht: 5 Musiker*innen an einem Tisch mit merkwürdigen Instrumenten, die wir nicht näher definieren können, aber immerhin genial klingen! Gesungen wird einer der erfolgreichsten und mittlerweile wohl auch nervigsten Songs der letzten Zeit: “Shape of You” von Ed Sheeran in einer ganz wunderbaren Version. Lange bleibt es aber nicht bei dieser ruhigen und nahezu romantischen Atmosphäre. Schon beim zweiten Song “Rule the World” verteilt sich die Band auf der ganzen Bühne, die Schweinwerfer und das Publikum geben alles – die Stimmung ist ausgelassen. Mit im Gepäck haben sie knapp 5 weitere Musiker*innen, die sich um Synthies, Tom-Toms, Bläser und Bass kümmern – und etliche Roadies, die nicht weiter verwendete Instrumente kunstvoll aus der Luft schnappen. Instrumente kommen hier eigentlich in jedem Song in den verschiedensten Ausführungen zum Tragen und auch sonst ist die Show beeindruckend. Nebel, Konfetti, Ballons, Ninjas (beim Song Taekwondo dürfen sie wieder ran!), eigentlich fehlt hier gar nichts. Bleibt aber natürlich die Angst, dass bei so viel Bombast die Musik doch vielleicht leidet. Aber weit gefehlt! Bei fünf Vollblutmusiker*innen kann das kaum passieren. Gesangsharmonien sitzen, alle beherrschen gefühlt jedes Instrument der Welt (und dazu noch etliche selbst erfundene!) und sind dazu noch richtige Entertainer! Eine Setlist, die keine Wünsche übrig lässt – Cover von Riesenhits wie “Happy”, “All Time Low” oder “Hey Ya”, aber auch eigene Hits mit Gänsehautgarantie wie “Gang of Rhythm” oder “Red Hands” sind dabei.

Langweilig wird es keine Sekunde, zwei Momente haben sich (neben dem fulminanten Finale, bei dem sogar die Vorband wieder auf die Bühne kommt und alles aus Konfetti und Liebe zu bestehen scheint) ins Gehirn gebrannt. Sängerin Sara holt ihre beiden Kinder auf die Bühne, die sogar mitsingen dürfen – mit den süßesten Stimmen der Welt. Und der Beard Guy, das “Maskottchen” der Band, der einen Song spielen soll, den alle kennen – vor der ersten Zugabe. Er wählt “Bohemian Rhapsody”. Sein Klavierspiel reicht dafür, dass die Halle inbrünstig das gesamte Lied (!) singt, bis der Rest der Band zum finalen Gitarrensolo auf die Bühne stürmt. Eine bessere Show, eine sympathischere Band, eine größere musikalische Leistung ist kaum denkbar. Und ja, “Somebody That I Used To Know” lief natürlich auch.

Und so hört sich das an:

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