Basement – Beside Myself

Basement - Beside Myself

Ein Vertrag bei einem Major-Label kann vieles bewirken: Ausverkauf, fette Produktion, große Promo-Maschinerie, steigender Bekanntheitsgrad, simplere Musik. All diese Dinge bilden zumindest das ab, was vielfach erwartet wird, wenn eine kleinere Band bei einem der „großen Drei“ unterschreibt. Die britische Emo-Gruppe Basement ging nach drei Langspielern beim Qualitätsgaranten Run for Cover Records Anfang 2017 einen Deal mit Fueled By Ramen, einem zu der Warner Music Group gehörenden Unterlabel, ein. Nun erscheint mit „Beside Myself“ das erste Album über diese neue einflussreiche Plattform. Wird das Quintett an dem riesigen Erfolgsdruck dieser Geldindustrie zugrunde gehen?

Eins vorweg: Basement klingen auf ihrem vierten Werk so vielseitig und breit wie nie zuvor. Den größten Einfluss hat das Major wohl auf die Produktion der Platte. Am deutlichsten treten hier die nicht selten vor Pathos triefenden Vocals von Frontmann Andrew Fisher hervor. Diese kommen deutlich vielseitiger daher. So darf der Gesang sich in fast schon shoegazigen Chören auch mal wie ein viertes Instrument zu Bass, Gitarre und Schlagzeug gesellen. Daneben stehen die übrigen Instrumente, die, wie man deutlich hört, nicht in einem Take live aufgenommen sind, sondern bis auf’s Letzte für überlagert und variiert werden. So fettet den Sound mal eine Akustikgitarre, mal ein Klavier an. Die Aufnahmen bieten dadurch konträr zu den recht simplen und rohen Ausarbeitungen der Vorgänger viele verschiedene Ebenen, die es zu entdecken gibt.

Was unter dieser neuen Ummantelung überhaupt nicht leidet? Sowohl die energetischen, härteren Parts, als auch das immer fokussierte Songwriting. So treibt „Stigmata“ mit seinen grungigen Riffs nach vorne, wohingegen „Slip Away“ den Circle-Pit mit flotten Punk-Rock-Gitarren antreibt. Im Gegensatz dazu stehen einige in sich gekehrte Stücke, wie das akustische mit Klavier unterlegte Interlude „Changing Lanes“ oder der Closer „Right Here“. Es sind die kleinen Momente, die „Beside Myself“ interessant halten. Es sind die kleinen Drum-Fills, wie vor dem letzten Refrain von „Just A Lie“, die vielen kindlich verspielten Gitarrenmelodien – man höre sich nur das chaotische Ende von „Reasons For Breathing“ oder die melodiöse Bridge von „Nothing Left“ an – die den simplen Songs ihre besondere Note verleihen.

Auch ansonsten machen Basement gar nicht so viel anders als auf ihren Vorwerken. Noch immer kann der emotionale Hörer zu den hymnischen Refrains die Faust gen Himmel strecken, während ein, zwei Tränchen sich den Weg die Wange hinab bahnen. Noch immer kann der enthusiastische Fan bei genug Imagination ebenfalls im heimischen Kämmerlein stagediven, während die verzerrten Riffs der Gruppe aus den Boxen tönen. Noch immer können sich einfühlsame Menschen in die düstere Gefühlswelt Fishers hineinversetzen. So ein Major-Deal kann den Kern eines Künstlers anscheinend auch unangetastet lassen. Hach, was ein tolles Album!

Das Album “Beside Myself” kannst du dir hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

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Basement live 2019:

15.01. – Köln, Kantine
16.01. – Hamburg, Logo
22.01. – Berlin, Bi Nuu
23.01. – München, Feierwerk / Hansa 39
24.01. – Wien, Flex

Die Rechte für das Cover liegen bei Fueled By Ramen.

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