Entry – Detriment

Entry - Detriment

„Detriment“ nimmt sich keine Zeit für Spannungsaufbauten. Das macht „Intro“, das einleitende, rein instrumentale Stück des ersten Entry Langspielers, mit seinem brachialen Riffing und disharmonischen Störgeräuschen mehr als klar. Auch die anschließenden „Your Best Interest“, „Vulnerable“ sowie „Secondary“ nehmen ähnlich wenig Rücksicht auf Kopfschmerz und Stress: Gerade einmal drei Minuten braucht es, bis Zuhörer*innen am Ende der flotten Song-Trilogie angelangt sind. Auf dem Weg dahin gibt es knarzende Schrammel-Gitarren, Four-To-The-Floor-Snare-Geballer und wütendes Gebell. Ja, das Quartett aus der City Of Angels Los Angeles scheißt darauf Anlauf zu nehmen und springt lieber direkt ins (Un-)Glück.

Entry, das sind Sängerin Sara Gregory, Bassist Sean Sakamoto, Schlagzeuger Chris Dwyer und Gitarrist Clayton Stevens. Vor allem letzteren sollten Hardcore-Fans bereits als einer der zwei Männer an den Gitarren bei Touché Amoré, immerhin einer der größten aktuellen Bands des Post-Hardcore-Genres, bekannt sein. Vor einer knappen halben Dekade gründete der zusammen mit Gregory die Band Entry. Es folgte eine mittlerweile vergriffene Seven Inch sowie einige Auftritte in Nord-Amerika. „Detriment“ ist nun das erste Album des Projektes und presst neun Songs in fünfzehn Minuten.

Dass Entry sich in dieser kurzen Zeitspanne voll und ganz darauf konzentrieren auf die Fresse zu geben, überrascht nun nicht. Ist ja immerhin Hardcore! Erst „Selective Empathy“ nimmt sich an fünfter Stelle etwas mehr Zeit und überschreitet die zwei-Minuten-Marke. Statt das Tempo jedoch einfach zu drosseln, bauen die US-Amerikaner*innen den Song auf mehreren verschiedenen, sich abwechselnden Parts. Vom Pop-Song-Schema-F ist das jedoch so weit entfernt wie Ed Sheeran vom Metal. Erst das abschließende „Demons“ – dauert sogar über drei Minuten an – wagt sich unter die 160 Beats per minute und ist dabei gar doomig.

Auch generell ist der Sound, den Entry auf „Detriment“ zusammenschustern, mindestens stark verzerrt, immer fett und zumeist bedrohlich und düster. Dementsprechend intensiv ist auch das Hörerlebnis. Manchmal braucht es eben gar keinen Anlauf.

Hier kannst du dir das Album kaufen.*

Und so hört sich das an:

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Die Rechte für das Cover liegen bei Southern Lord.

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