Gurr – She Says

Gurr verkörpern wohl das, was sich die meisten kleinen Indie-Acts von ihrer jungen Karriere erhoffen. Mit handgemachter, unangepasster Musik spielte sich das Berliner Indie-Garage-Duo schnell in die Herzen vieler Fans – unter anderem Boy George. Auch Kritiker*innen loben die Musik der Band, so dass sie für ihr Debütalbum “In My Head” gar mit dem IMPALA-Preis für das beste europäische Album des Jahres 2018 ausgezeichnet wurden. Nach Support-Slots für unter anderem Arcade Fire und diversen Solo-Shows hatten die beiden Musikerinnen Andreya Casablanca und Laura Lee nun genügend Ideen für eine 7 Song starke EP gesammelt. Mit gewohnter Leichtigkeit verknüpfen Gurr verschiedene Stilrichtungen zu einer ganz eigenen Kreation, die sich jedoch bedeutend vom Sound des Debüts unterscheidet.

Schon mit dem Titelsong und Opener wird diese Klangverschiebung deutlich: vom einst mitreißendem Garage-Punk werden auf der EP alle Regler runtergedreht. Schnelle Beats werden besänftigt, Gitarrenriffs mit Hall übermalt, aufreibende Ansagen durch mit Bedacht gewählte Melodien ersetzt. Schon dieser erste Song weckt dabei Shoegaze-Momente, bevor das folgende “Bye Bye” als schnellster Track der EP dann doch noch Raum für kleine Riot-Grrrl-Momente lässt. Diesen Schwung übernimmt “Middleton Mail”, verpackt wird dieser nun jedoch in pumpendem Indie-Rock. Wie die besten Freundinnen scheinen Casablanca und Lee in “Of Hollywood” die Hörer*innenschaft in den Arm zu nehmen und mit besänftigenden Worten durch schwierige Momente zu leiten. Das inoffizielle Herzstück der Platte ist aber wohl “Zu spät”. In diesem deutschsprachigen Song begeistert das Duo mit einem locker-flockigen sommerlichen Sound, der nahezu darüber hinwegtäuscht, dass es textlich um die Rastlosigkeit in dem Zeitalter der Digitalisierung geht.

“She Says” denkt die auf dem Debüt angedeutete Wandelbarkeit von Gurr also konsequent weiter. Dieses Mal setzt das Duo jedoch weniger auf punkige Mitreißer, als auf vielseitige Indie-Klänge. Ob dieser Wandel auch live einen kleinen Bruch in der Diskografie darstellt, wird wohl die kommende Tour beweisen.

Und so hört sich das an:

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https://www.youtube.com/watch?v=Q_BgHLleezE

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Gurr live 2019:

  • 03.04.2019 Hafenklang, Hamburg
  • 04.04.2019 Gleis 22, Münster
  • 05.04.2019 Helios, Köln
  • 06.04.2019 Amadeus, Oldenburg
  • 08.04.2019 Naumanns, Leipzig
  • 09.04.2019 Club Stereo, Nürnberg
  • 10.04.2019 Kellerclub, Stuttgart
  • 11.04.2019 Schon Schön, Mainz

Rechte am Albumcover liegen bei Miriam Marlene Waldner.

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