Johnossi – Blood Jungle

In ihrer Heimat Schweden können John Engelbert und Ossi Bonde, zusammen Johnossi, schon einige Platinauszeichnungen und Musikpreise für sich beanspruchen. Auch in Deutschland konnten sie sich in ihrer fast 12-jährigen Bandgeschichte einen Namen erspielen, sei es als Support für Bands wie Mando Diao, auf Festivals oder auf ihren Headliner-Touren durch ausverkaufte Clubs. Beim Rest der Welt scheinen sie allerdings noch nicht so richtig angekommen zu sein. Das wollen die beiden Indie-Rocker nun offensichtlich ändern, denn ihr neues und fünftes Album ist das erste, das weltweit veröffentlicht wird.

Zu diesem Anlass haben Johnossi erstmals mit den Produzenten Astma & Rocwell zusammengearbeitet, deren Spezialgebiet eigentlich eher im Pop-Bereich liegt. Das schlägt sich natürlich im Sound nieder. Auch die diversen anderen Songwriter, die dieses Mal an der Erschaffung des Albums beteiligt waren, haben ihre Spuren hinterlassen. Die Musik ist nicht mehr so geradlinig wie bei früheren Stücken, sondern verspielter geworden. Es gibt Bläser, Fanfaren und Choreinlagen. Insgesamt ist alles etwas poppiger geworden, aber eben immer noch Johnossi. Textlich wollten sich die beiden dieses Mal nach eigener Aussage „mutiger“ geben und haben gesellschaftskritische Themen wie Waffen- und Polizeigewalt, aber auch persönliche Aspekte wie Einsamkeit aufgegriffen. Zum neuen Klangbild mag das nicht immer so ganz passen. So wird z.B. im Titel „Hands“ eben jene Polizeigewalt abwechselnd aus Opfer- und Tätersicht thematisiert, die Musik plätschert aber eher vor sich hin. Ein wenig druckvoller und härter hätte es da schon sein dürfen. Insgesamt bietet das Album aber trotzdem eine angenehme musikalische Vielfalt: In „Weak Spots“ bekommt man die klassischen Rockelemente und Gitarrenriffs serviert. Beim sehr tanzbaren „Hey Kiddo“ wippen die Indie-Füße automatisch mit. Und das ruhigere „War / Rain“ gibt als vorletztes Lied nochmal die Gelegenheit durchzuatmen, bevor „Got Your Gun“ den Hörer schließlich doch noch mit Ossis kraftvollem Schlagzeug zum großen und lauten Finale treibt und damit wohl am ehesten den „alten“ Johnossi-Sound wieder aufleben lässt.

„Blood Jungle“ mag vielleicht nicht so abenteuerlich sein, wie es der Titel vermuten lässt, doch es ist ein stimmiges Gesamtwerk. Die Lieder haben fast alle Ohrwurm-Potenzial, auch wenn manchmal das gewisse Etwas zu fehlen scheint. Ich bin allerdings guter Dinge, dass eben dieses Etwas bei den kommenden Konzerten nachgeliefert wird. Denn dass Johnossi live begeistern können, haben sie schon oft genug bewiesen.

Termine:

01.03.2017: Leipzig, Werk 2
02.03.2017: Wien, Flex
03.03.2017: München, Muffathalle
06.03.2017: Köln, Essigfabrik
07.03.2017: Münster, Skaters Palace
10.03.2017: Berlin, Columbiahalle
11.03.2017: Hamburg, Docks

So hört sich das an:

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http://www.youtube.com/watch?v=rQDTG-caCOs

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Cover: Universal Music

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