Justin Timberlake – Man Of The Woods

Justin Timberlake - Man Of The Woods

Mit seinen bisherigen Alben setzte Justin Timberlake konstant neue Bestenmarken – was Erfolg, aber auch was Kreativität betrifft. Im großen Sog des Mainstream gehörte Timberlake wohl zu den stilsichersten Künstler*innen. Belohnt wurde das mit einer der größten Ehren, die es im Musikbusiness überhaupt gibt – der Halbzeitshow beim Superbowl – zum zweiten Mal! Zu diesem Anlass erscheint nun also “Man Of The Woods”, ein Album zwischen verschiedensten Erwartungen. Albumtitel und Bekanntgabe des Feature-Gasts Chris Stapleton ließen zunächst mögliche Country-Anteile erahnen, der erste Song “Filthy” zeigte sich hingegen ungewohnt elektronisch, dafür mit dem typischen Timberlake-Groove.

Tatsächlich scheint der Albumtitel programmatisch für den musikalischen Beeinflussung des Albums zu stehen. Gemeint sind damit jegliche Arten von seichter Gitarrenmusik, insbesondere wohl Americana, Folk und Country. Dabei können dann etwas rockigere Stücke wie “Sauce” oder ganz ruhige Songs wie “Man Of The Woods” mit Gospel-Chören entstehen. Macht es das Album gleich zu einem Nischen oder gar alternativem Album? Wohl eher kaum, denn alle Songs scheinen von demselben Beat untermalt zu sein, der spätestens nach 5 Liedern doch etwas eintönig wirkt. Leider stechen auf dem Album wenige Lieder hervor, dem Songwriting scheint eben der Flow zu fehlen, den man von diesem Musiker so geliebt hat. Besonders ärgerlich wird das dann in so enervierenden Stücken wie “Waves”, dessen Refrain eher miss- als gefällt.

Manchmal holen Feature-Gäste  das Beste aus einem Album heraus und bereichern es um weitere Nuancen. Mit den großen Namen Alicia Keys und Chris Stapleton wurden hier also auch gewisse Erwartungen groß. Das balladeske Lied “Morning Light” im 60er-Jahre Stil wird aber leider auch mit Alicia Keys nicht aufregender. Da kann “Say Something” mit Stapleton um einiges mehr überzeugen und wirkt definitiv als richtige Wahl zur zweiten Single-Auskopplung. Unweigerlich kommt da die Frage auf, wieso sich dieses Album nur so selten traut, so aufzubrechen wie in diesem Song. Immer dann, wenn der Beat mal etwas einnehmender im Mittelpunkt steht wie in “Montana” oder “Breeze Off the Pond”, fühlt man sich direkt wieder wohl. Eindeutige Verbindungen zum musikalischen Stil von Pharrell Williams werden hier erkennbar, der ja ohnehin in einem engen Verhältnis zu Timberlake steht.

Am Ende bleiben diese Momente aber so deutlich in der Unterzahl, dass man sich nach 16 Liedern und über einer Stunde Spielzeit fragt, ob man das Album gerade verpasst hat. Peinlich muss Timberlake diese Platte nicht sein, sie biedert sich auch nicht allen Trends an. Problematisch ist aber eben diese unglaubliche Kraftlosigkeit der Songs, die doch die Frage aufwirft, wie viele Leute dieses Album wirklich öfter hören werden. Bei der heutigen Live-Performance wird er mit “Say Something” und “Filthy” noch zwei der schillerndsten Stücke präsentieren, doch insgesamt kann dieses Album leider um Längen nicht mit den Vorgängern mithalten.

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Und so hört sich das an:

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