Kapelle Petra – Der Sommer EP

Review: Meteorologisch ist er schon einige Tage da, jetzt kommt er auch bei Kapelle Petra: Der Sommer.

Der Sommer ist da! Gut, das mag jetzt nicht unbedingt die bahnbrechendste Erkenntnis sein, das haben Meteorologen und das Thermometer längst erfolgreich verifizieren können. Gemeint ist hier aber auch gar nicht die Jahreszeit an sich, sondern die neue EP von Kapelle Petra, die gemäß der vier Jahreszeiten auch vier EPs veröffentlichen. Frei nach dem Motto „alles zu seiner (Jahres-)Zeit“ erschien nun „Der Sommer“ und löst damit den Vorgänger „Der Frühling“ ab. Darauf zu finden sind erneut vier Stücke, die einen Bezug zu der Jahreszeit herstellen. Mal tun sie dies inhaltlich, mal kam schlichtweg Idee beziehungsweise Inspiration dazu im Sommer.

Beim eröffnenden „Ameland“ ist man schon fast geneigt, einen „Damals im Ferienlager“-Gag zu machen. Tatsächlich geht es um die im Jugendcamp erwachte Liebe zwischen ihm in seinem Alf-Shirt und ihr im Patrick Swayze-Shirt, Annäherungen am Lagerfeuer und die Frage, ob er Gitarre spielen können. Die Kitsch-Fettnäpfchen-Falle wurde angenehmerweise umgangen und es erklingt ein Stück im Dur-lastigen treibenden Rocksound. Rockig geht es auch weiter, zumindest im Chorus von „Einsame Insel“. Und humorvoll! Reggae-nahe Strophen und druckvolle Klänge im Chorus erzählen vom Fund einer Flaschenpost im Pfandautomaten, die zur einsamen Insel führt. Wobei die Pointe der einsamen Insel sich im Stück dann erschließt – eine gelungene Pointe des Stücks. In der Folge wird in „Manche Menschen“ gelungen demonstriert, dass nicht nur Herbert Grönemeyer den Mambo beherrscht. Mit Bläsersätzen, die im Midtempo-Stück ihre Akzente setzen, erzählt die Kapelle Petra davon, dass im Endeffekt jeder so seine Macken hat – mit der Feststellung, dass das auch gut ist, wie es ist. Klingt ironisch, hat aber seinen wahren Kern. An vierter und letzter Stelle geht es dann noch einmal ordentlich in den Sommer rein. Mit leichter Wild-West-Anmutung wird das sommerliche Dasein bei 40° im Dachgeschoss („ich liege nackt in meinem Saft“) geschildert. Banal anmutende Alltäglichkeiten erhalten hier fast schon poetischen Charakter.

Auch auf „Der Sommer“ haben es Kapelle Petra wieder geschafft, eine gefällige EP aufzunehmen, ohne dabei irgendwie anbiedernd zu klingen. Definitiv eine Empfehlung für Freunde deutschsprachiger Rock-Klänge!

Hier kannst du dir die EP (digital) kaufen.*

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