LGoony – Frost Forever

Cover von LGoonys "Frost Forever"

LGoony bringt dem Deutschrap im sonnigen Frühling eine frostige Erfrischung. Knapp eineinviertel Jahr nach dem durchweg guten „Lightcore“ serviert der Kölner Rapper seinen Fans mit „Frost Forever“ neues Material. Das hat der scheinbar losen Aneinanderreihung der Songs wegen eher Mixtape- als Albumcharakter sowie umfasst gerade einmal neun Stücke und geht damit mehr als EP, denn als LP durch. Erstmals beginnt LGoony sich dabei in Wiederholungen zu verlieren.

Dabei setzt „Frost Forever“ zunächst dort an, wo der Vorgänger aufgehört hatte und entwickelt sich fortan von diesem Sound fort. „Demo“ beispielsweise steht mit seinem eingängigen Refrain und knackigem Beat noch wunderbar neben hitlastigen Geschwisterstücken wie „Zeit“ oder „Nacht“. Im Verlauf des Tapes nehmen die kleineren Experimente aber zu. So setzt „Audemars“ auf eine verschmitzte Flüster-Hook, die gar nicht mehr aus der eigenen Gedankenwelt verschwinden möchte und schreckt selbst vor abschließendem Gitarren-Solo nicht zurück. Auch „Allein Gegen Alle“ stammt wie „Audemars“ aus der Feder von Ex-DAT ADAM-Produzent Mary und baut auf verzerrte Sechssaiter, die sich mit treibenden Hi-Hats duellieren. „Rihanna“ ist zudem eine Hommage an den großen Star mit selbigem Namen, referenziert immer wieder Hits der Pop-Queen und funktioniert auch mit seinem Augenzwinker-Musikvideo wunderbar. Die unbeschwerte Sommer-Hymne „Juni“ – die erste Eigen-Produktion des mutmaßlich 14-Jährigen Rappers – führt mit seinem Tropical-Flair wenig später ebenfalls neue Einflüsse ein.

Vor allem textlich kupfert LGoony jedoch erstmals von sich selbst ab. Der Rap-Mainstream und die Industrie: Interessieren nicht. Materialismus: Wird in maximal großem Ausmaß ausgelebt. Luxus-Autos: Deshalb an die Wand gesetzt. Und gerappt wird mit Leichtigkeit. Dazu gibt es Früher-Heute-Aufstellungen und massig pop-kulturelle Anspielungen: Matrix-Hauptcharakter Neo hält als Vergleich her, die Rap-Liste „Modus Mio“ wird (zurecht) in den Dreck gezogen, Lines mit Drake– und Kanye West-Verweisen versehen, Marken vielfach gedroppt und auch die Juice findet Erwähnung. Hat man nahezu alles schonmal gehört! Die Feature-Gäste bringen ebenfalls nichts neues: Money Boy ist ein früher Wegbereiter. Young Kira ein alter Bekannter. Und auch Süßling Juicy Gay – wenn auch hier mit Highlight-Part – kennt man von den ersten Tourneen LGoonys mehr als gut.

Bleibt mit den charakteristischen Adlibs ein weiteres bedeutendes Element des LGoony-Sounds erhalten, so stellt der Kölner auf „Frost Forever“ so sehr denn je seinen Humor in den Vordergrund. Das schlägt sich auch in den Videos nieder, die das Release begleiten: Wirklich ernst ist hier wenig gemeint. Ob die weiteren Veröffentlichungen, die LGoony für den Verlauf des Jahres angekündigt hat, ähnlich verschmitzt auf den Faktor Witz setzen? Ob der Kölner sich neben der Soundprogression dort auch inhaltlich weiterzuentwickeln weiß? Aufschluss darüber gibt nur die Zeit. Und die fließt bei LGoony ja bekanntlich auf einer Roli.

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Und so hört sich das an:

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LGoony live 2020:

18.11. – Leipzig, Naumanns
19.11. – Dresden, Groovestation
20.11. – Bremen, Kulturzentrum Lagerhaus
23.11. – Düsseldorf, zakk
25.11. – Wien, Grelle Forelle
27.11. – Bern, ISC Club
01.12. – Frankfurt, Zoom
02.12. – Münster, Skaters Palace
04.12. – Dortmund, Junkyard
05.12. – München, Technikum
07.12. – Stuttgart, Im Wizemann
09.12. – Nürnberg, Z-Bau
10.12. – Berlin, Lido
11.12. – Hamburg, Uebel&Gefährlich
13.12. – Saarbrücken, Kleiner Klub Garage
16.12. – Hannover, Kulturzentrum Faus
17.12. – Kiel, Die Pumpe
19.12. – Köln, Carlswerk Victoria

Die Rechte für das Cover liegen bei Airforce Luna.

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