Mina Richman – Grown Up

Cover des Mina Richmann Albums "Grown Up"

„Grown Up“ ist genau das Coming-of-Age-Album, das man sich von diesem Titel erhoffen darf: emotional vielschichtig, intensiv und retrospektiv & auch ziemlich hin- und hergerissen. Während die breite Masse beim Fazit ‚Älterwerden ist nicht leicht‘ stehen bleibt, geht Richman tiefer und holt all die Facetten ans Tageslicht, die zu ihrem persönlichen Leben gehören. Großes Kino.

Part 1: Der Sound

Es schockiert ein wenig, dass „Grown Up“ ein Debütalbum sein soll. Wie konnte Mina Richman bitte schon in diesem Stadium so unglaublich lässig werden? In 10 Songs durchläuft die Musikerin aus Bielefeld einen Sound zwischen modernem Indie, butterweichem Soul und einer selbstbewussten Anmut, wie in Größen der Marke Paloma Faith auf Bühnen bringen. Über weite Teile bleibt die Platte dabei aber reduziert und lässt vor allem Richmans samtig-markantes Timbre den Ton angeben. Wenn dann Klavier, Gitarre und Schlagzeug doch zum großen Finale aufrufen wie in „Take Me“ oder dem schnellsten Stück „Song Of Consent“ klingt Richman endgültig wie eine international längst gesetzte Größe.

Part 2: Der Inhalt

Form follows function scheint hier darüber hinaus der Leitspruch gewesen zu sein. Denn dass „Grown Up“ ganz ohne aufregende Sound-Spektakel auskommt, liegt an Richmans außergewöhnlichem Songwriting-Talent. Oberflächliches ‚Früher war alles besser‘ können eben alle, Richman wählt lieber den persönlichen Weg. Und der schlägt vom Zwischen-den-Stühlen-Sein bei Eltern, die miteinander nicht mehr glücklich werden, („Referee“) über die vielen Facetten des Erwachsenwerdens inklusive Sexismus, der eigenen Kultur und der Sehnsucht nach einer Kindheit, die es so nie gab, im Titeltrack bis zum Fazit, dass man bei all den Fuck-ups wenigstens etwas gelernt hat („The Woman I Am Now“) einen großen Bogen.

Dazu gibt es mit „Baba Said“ eine große Hymne über Richmans persönlichen Bezug zur iranischen Revolution (an dieser Stelle: Zan, Zendegi, Azadi) und den „Song Of Consent“ über das unbedingte Gebot Ja heißt Ja. Zwischen den kleinen Zwischentönen und großen Momenten wie der Frage „How did Love become resentment?“ oder dem Spoken-Word-Part in „Grow Up“ zeichnet sich mehr und mehr ab: Mina Richman ist in all den Jahren sicherlich vieles geworden. Eins davon ist ohne Frage eine der spannendsten und stärksten Songwriterinnen der deutschen Indie-Bubble.

Und so hört sich das an:

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Mina Richman live 2024:

  • 15.03. LOK Kulturzentrum Jever
  • 16.03. Kultur-Gulfhof Freepsum
  • 18.03. Domkeller Aachen
  • 19.03. Café Galao Stuttgart
  • 20.03. Gold Club Ulm
  • 21.03. KuBa Donaueschingen
  • 22.03. Milla München
  • 23.03. NUN Kulturraum Karlsruhe
  • 24.03. Hafen 2 Offenbach
  • 27.03. Knust Hamburg
  • 03.04. Horns Erben Leipzig
  • 04.04. Berghain Kantine Berlin
  • 05.04. Nörgelbuff Göttingen
  • 06.04. Kulturzentrum Schlachthof Kassel
  • 12.04. King Georg Köln
  • 18.04. FFT Düsseldorf
  • 19.04. Grend Essen
  • 20.04. Altstadtschmiede Recklinghausen
  • 22.04. Pension Schmidt Münster
  • 26.04. Forum Bielefeld
  • 21.06. Traumzeit Festival Duisburg

Rechte am Albumcover liegen bei Ladies&Ladys.

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