Mo-Torres – 4 Wände

Er gehört zu den beliebtesten Rappern der Stadt und ist spätestens seit der Europa-Qualifikation des 1. FC Kölns durch seinen Hit Effzeh international ein gefeierter Musiker: Mo-Torres. Erst Ende 2016 nahm der inzwischen 29-jährige Kölner mit Weltmeister Lukas Podolski und den beliebten kölschen Rockern von Cat Ballou den Song Liebe deine Stadt auf, der sich nicht nur zu einer gefeierten Lobes- und Liebeshymne an die Stadt etablierte, sondern auch auf Spotify und YouTube für millionenfache Klicks und Streams sorgte. Seit letztem Jahr füllt Mo-Torres nun schließlich auch ganze Hallen und Säle: Ob vor Publikum in der Lanxess-Arena, Auftritten im Gürzenich oder kleineren Szene-Clubs wie dem mittlerweile in Schutt und Asche begrabenem Underground oder den Kneipentouren im Joode Lade – der junge Rapper weiß sein Publikum vor kleinem oder großen Haus zu überzeugen. Dabei hat sich auch sein täglich geflötetes „Guten Morgen“, das Moritz Helf – wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt – vom Balkon seiner im wunderschönen Stadtteil Ehrenfeld gelegenen Wohnung via Instagram an seine Gefolgschaft ausspricht, für viele seiner Fans zu einem morgendlichen Ritual etabliert.

In den letzten anderthalb Jahren hat sich für Mo-Torres somit eine Menge verändert: Er kündigte seinen Job und gründete mit seinem Team ein eigenes Label, mit dem er sich auch sogleich in die Produktion für neue Lieder stürzte. Am vergangenen Freitag erschien nun endlich das Resultat dieser langen Arbeit: Sein neues Studioalbum 4 Wände, das – neben seiner Liebe und Begeisterung für die Stadt Köln – auch frische, bislang eher ungehörte Töne anschlägt. Waren die Songs des Rappers bislang eher primär für FC-Fans und Köln-Sympathisanten konzipiert worden, möchte Mo-Torres durch sein neustes Werk auch über die Stadtgrenzen hinaus an Bekanntheit gewinnen. Das Album wurde somit – obwohl aus der Heimat Köln weiterhin ein großer Teil der Inspirationen rührt – nicht nur für das Kölner Publikum, sondern für jedermann entwickelt.

Herzlich Willkommen zum wohl allerbesten Album meines Lebens“, heißt es so eindrucksvoll auf dem Eröffnungstack. Das Intro, das die Lust auf die noch kommenden Tracks gewaltig steigern lässt, würde sich wohl hervorragend als Stimmungsanheizer zu Beginn eines jeden Mo-Torres-Konzerts eignen und liefert dem Hörer zudem durchdachte Hip-Hop-Lines gepaart mit eingängigen, harten E-Gitarren-Sounds und rockigem Flair. Der Folgetrack 24/7 erläutert auch sogleich die Motivation, die hinter Idee des Albums und hinter dem Wunsch, gemeinsam eigene Musik zu machen, steckt und führt den Hörer dabei langsam an die Gefühlswelt, die der Ehrenfelder-Rapper seinen Zuhörern öffnet 24/7 für meine Vision / Dass mein Traum eines Tages lebendig ist / 24/7 ackern wie ein Idiot / Bis jeder Widerstand mir aus den Händen frisst), heran.

Doch wer glaubt, Mo-Torres habe im Vergleich zu seinen Vorgängerwerken mit eigenem Label und eigener Produktion seinen Wiedererkennungswert abgelegt, irrt: Obwohl sich der Rapper auf seiner neusten Platte in vielerlei Hinsicht (weiter-)entwickelt hat, bleibt er sich selbst und seinem Stil treu: Kein Straßen- und Gangstarap, nein einfach nur ein Jung usm Veedel, der Musik lebt und liebt. Auf JUV 2 führt der junge Kölner dabei einen musikalischen Gedanken weiter, den er bereits 2016 mit dem Vorgänger JUV begonnen hatte. Auf nur leicht abgewandeltem Beat schaut er hierbei nicht nur auf seine musikalische, sondern auch persönliche Entwicklung der letzten Jahre zurück: „Ich bin immer noch der Junge aus dem Veedel / Und meine Stadt bleibt das bunteste Gemälde“.

Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung hatte Mo-Torres mit seinem absolut-ohrwurmtauglichen Meisterwerk Weissmaler die Vorfreude auf den Longplayer gewaltig in die Höhe schnellen lassen. (Wir berichteten hier.) Doch nicht nur der Song, dessen Hook („Du bringst mir Farbe in die Welt / Wenn mich die Angst gefangen hält / Du bist mein Weissmaler / Was du mir weiß machen kannst schafft sonst keiner“) von Casbo gesungen wird, sondern auch viele weitere Tracks des Albums sind deutlich melodiöser aufgebaut als man es bis dato vom Sound des Rappers kannte: Songs wie Präsidentin, den der Kölner bereits noch unveröffentlicht im Sommer vor dem „Jeck im Sunnesching“-Publikum präsentiert hatte, Lass los (feat. Philippe Heithier), Irgendwie okay oder der namensgebende Song des Albums 4 Wände lassen den Hörer schnell begeistert mitpfeifen.

Hierbei fällt auf, dass der 29-jährige Ehrenfelder auf seinem neusten Werk häufig versucht, aus seiner bislang bekannten Wohlfühlzone – dem Sprechgesang – herauszutreten und nun vielmehr selbst die Töne zum Tanzen zu bringen. Zugegeben – auch wenn Mo-Torres selbst nicht zu den herausragendsten Sängern des Landes zählen mag, spürt man die Freude und Energie, die in seinen Songs transportiert werden. Zudem holt er sich hier und da tatkräftige gesangliche Unterstützung von befreundeten Goldkehlen wie Cengiz, Casbo oder Philippe Heithier.

Für Fans des Rappers, die sogar die gesamte und limitierte Fan-Box zum Album bestellt haben, gibt es außerdem noch ein paar zusätzliche Gastauftritte zu hören, denn die Köln-EP II, die neben einem Mo-Torres Schocken-Set, einem Shirt sowie Postern und Autogrammkarten dem limitierten Fan-Bundle beigelegt wurde, wird von Kölner Legenden wie Brings, Cat Ballou oder auch dem ehemaligen Wise Guys- und mittlerweile dem Alte Bekannte-Mitglied Dän (Daniel Dickkopf) gefeatured. Hip-Hop meets Kölsch – eine gelungene EP, die sich vordergründig ihrer geliebten Stadt widmet.

Alles in allem ist 4 Wände ein wirklich gelungenes Werk geworden, das dem Hörer zeigt, welch Fleiß und Mut in die Platte investiert wurde. Ein ohrwurmreicher Gute-Laune-Song folgt dem nächsten und verspricht vor allem vor Publikum für Stimmung zu sorgen. So fasst der entsprechende Pressetext zum Album nicht nur den Stil der Platte, sondern auch das Erfolgsrezept des Rappers in wenigen Worten treffend zusammen:

„HipHop-Strophen und eingängige Refrains gepaart mit einer Prise Wumms.“

Das Album “4 Wände” kannst du dir hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

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4 Wände Tracklist
  1. Intro
  2. 24/7
  3. Weißmaler (feat. Casbo)
  4. Was mich ausmacht (feat. Cengiz)
  5. Jeder Stein
  6. Irgendwie okay
  7. Labyrinth
  8. Wände
  9. Juv 2
  10. Stecker vom Netz
  11. Präsidentin
  12. Lass los (feat. Philippe Heithier)
  13. Allerbeste Zeit
Köln EP II Tracklist
  1. All die Leeder
  2. För immer uni wich feat. Brings
  3. Jott un de Welt
  4. Köllemania feat. Cat Ballou
  5. Köln ist einfach korrekt feat. Dän

Coverrechte liegen bei USMVEEDEL (Groove Attack).