The Tidal Sleep – Be Water

The Tidal Sleep - Be Water

Eine Akustikgitarre erklingt, spielt einige Sekunden eine herzergreifende Melodielinie, dann setzt eine E-Gitarre ein, Soundsturm, emotionales Geschrei. So beginnt das bereits dritte Album der deutschen Post-Hardcore Band The Tidal Sleep. „Be Water“ heißt das Werk, ein passender Titel, so beschreibt die Wassermetapher den atmosphärischen Sound der Band, die auch viele Post-Rock Elemente in ihre Musik einbaut, sehr passend. Nicht nur atmosphärisch ist das neue Album der Band geworden, sondern auch wohl eins der vielseitigsten Post-Hardcore-Alben, die sich jemals ihren Weg in meinen Gehörgang gebahnt haben.

Ob das stürmische „Untertows“, die wunderschöne Gitarrenmelodie in „Poison“ oder der teils gesprochene, teils von gefühlvoller Frauenstimme gesungene Closer „Footsteps“, hier treffen alle erdenkbaren Elemente, die ein gutes Post-Hardcore-Werk aufweisen kann, aufeinander. Diese Vielfalt findet man jedoch nicht nur in der Musik, sondern auch in den Lyrics. So wird „Sogar“ komplett auf Spanisch eingesungen. Ungewöhnlich, aber interessant!

Von gefühlvollen Spoken-Word-Parts über technisch einwandfreie Screams und gar dünnem Post-Rock Clean-Gesang, der kurzzeitig sogar mal an Oceansize erinnert – die Stimme von Sänger Nicolas ist sehr vielschichtig. Auch in dieser Hinsicht wird der abwechslungsreiche Charakter des Gesamtwerkes noch einmal verstärkt. The Tidal Sleep haben noch nie einfache Hardcore-Songs geschrieben. War ihr Sound schon auf ihrer Debüt-LP von Hall- und Reverb-Effekten durchtränkt, so ist „Be Water“ dennoch ihr schlüssigstes Werk, in dem man jeder Zeile, jedem Ton, jeder krachender Snare-Drum die Liebe entnehmen kann, die die Band in ihre Produktion gesteckt hat. So, jetzt zurücklehnen und genießen!

Und so hört sich das an:

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https://youtu.be/4Df9R3JutPI

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