Definitiv „mal was anderes“. Und zwar im äußerst positiven Sinne! Unter dem Titel „Blind Date“ erschien eine Compilation, die Mirko Gläser (Uncle M. Records) und Mario Radetzky (Blackout Problems / Munich Warehouse) gemeinsam in die Wege geleitet haben – zwei sehr umtriebige Köpfe, wenn es darum geht, qualitative Indie-Sounds zu veröffentlichen. Auf der Compilation finden sich insgesamt 15 Acts, die zugesagt haben, ein musikalisches „Blind Date“ einzugehen und gemeinsam einen Song zu erschaffen, der hier erscheint. Nach und nach wurden die Stücke im Wochentakt veröffentlicht, bevor im Dezember 2025 schließlich auch die auf 300 Exemplare limitierte Vinyl erschien. Ob digital oder auf dem Plattenteller: Es lohnt sich.
Insgesamt finden sich auf dem Album sechs Stücke. Den Anfang machen Kochkraft durch KMA gemeinsam mit Heisskalt. Ihre Nummer „Realität“ ergibt eine gelungene Symbiose aus den elektronisch geprägten Sounds von Kochkraft durch KMA und dem rockig inspirierten Klang von Heisskalt. Eine treibende Nummer mit Ecken und Kanten, bei der die Zweistimmigkeit hervorragend funktioniert – eine Kombination, die sofort überzeugt.
An zweiter Stelle begegnen sich gleich drei Acts: Emmerich (das Soloprojekt von Moritz Hammrich von Blackout Problems), Attic Stories und Friends Don’t Lie haben sich für „Wasted Youth“ zusammengefunden. Das Ergebnis wirkt dabei erstaunlich wenig wie ein Blind Date, sondern präsentiert sich als äußerst harmonische Pop-Punk-Nummer mit hohem Eingängigkeitsfaktor. Das war eindeutig Liebe auf den ersten Blick.
Auch die dritte Nummer entstand in Dreierbesetzung: Chiefland, Himitzu und Watch Me Rise vereinen hier Melodic Hardcore, Emo und eingängigen Alternative Rock. Das Ergebnis bietet Abwechslung und wirkt dennoch wie aus einem Guss – inklusive Breakdown und einer ordentlichen Portion Post-Hardcore im Interlude.
Weiter geht es an vierter Stelle wieder mit einem Duo: Peter aus der Mozartstrasse und VASI präsentieren mit „Nichts dagegen“ einen zielstrebigen deutschsprachigen Punk-Song. Riffgewaltig, mit Moll in den Strophen und einem ordentlichen Tritt auf den Verzerrer im Chorus – da haben sich zwei gefunden.
Mit dem fünften Stück wechselt die Sprache erneut ins Englische, und wieder ist ein Trio zu hören: Flash Forward treffen auf Coast Down und Wait Of The World. „FYU“ ist geprägt vom Alternative-Rock-Sound, für den Flash Forward bekannt sind – ohne Coast Down und Wait Of The World wäre es jedoch nicht der Song geworden, der er ist. Eingängig, druckvoll und abwechslungsreich begeht auch dieses Trio sein Blind Date.
Zum Abschluss haben sich Remote Bondage und Nikra zusammengefunden. Mit dem deutschsprachigen „Madonna vs. Britney“ geht es noch einmal mit Tempo nach vorne. Zwischen Alternative Rock und Punk machen sie es sich bequem, harmonieren stimmlich gut miteinander und legen zum Ende ein ordentliches Riff-Gewitter hin – ein starker Abschluss.
Kurzum: Eine gelungene Compilation, bei der das Konzept voll aufgeht. Eine Fortsetzung wäre definitiv spannend – Lust auf mehr macht „Blind Date“ allemal.
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Tracklist:
01. Kochkraft Durch KMA x Heisskalt – „Realität“
02. Emmerich x Attic Stories x Friends Don’t Lie – „Wasted Youth“
03. Chiefland x Himitzu x Watch Me Rise – „Crashing Out“
04. Peter aus der Mozartstrasse x VASI – „Nichts dagegen“
05. Flash Forward x Coast Down x Wait Of The World – „FYU“
06. Remote Bondage x Nikra – „Madonna vs. Britney“
Und so hört sich das an:
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