„Wir haben zum Glück nach wie vor unsere Spielfreude nicht verloren. Das ist für uns eine riesige Leidenschaft. Das springt auf die Menschen über. Wir haben eine ganz große Energie zusammen, die sich auf das Publikum überträgt.“ So beschrieb Leoni Klinger in unserem Interview vor einiger Zeit das, was die Band live ausmacht. Wer Umme Block bereits einmal live erlebt hat, dürfte genau das wiedererkennen. Umso größer war die Vorfreude, als die Band am 13. Dezember zum Jahresabschluss 2025 im Münchner Ampere auftrat. Es brauchte folglich nicht lange, bis nach dem Einlass die Plätze direkt an der Bühne – publikumsnah und ohne Bühnengraben – belegt waren. Bis zum Beginn des Sets, das Umme Block direkt und ohne Support-Act eröffneten, hatte sich der Club gut gefüllt, sodass die Band sich einer ordentlichen Kulisse erfreuen konnte.
Mit „Bubbles“ hatte das Duo an diesem Abend einen sehr atmosphärischen Opener gewählt, zu dessen organisch pulsierenden Synthie-Sounds die Musikerinnen die Bühne betraten. Mit „Du sagst“ ging es dann auch schon direkt in die Vollen: treibender Elektrosound und ein Stück, das im Publikum inzwischen sichtlich vertraut wirkt. War es auf dem dritten Album der Band noch neues Terrain, auch deutschsprachige Songs zu veröffentlichen, tat dies der Bewegung im Raum keinerlei Abbruch. Folglich war die Stimmung bereits bei der Begrüßung durch die Band sehr gut. Überhaupt: die Stimmung. Die war nicht nur beim Publikum spürbar, sondern auch bei Umme Block selbst, die hier sichtbar in ihrem Element aufgingen und sich auch in den Ansagen durchweg sympathisch zeigten. Etwa, als sie erwähnten, dass Umme Block eben Klara und Leoni sind – und das auch zum Jahresabschluss, ganz ohne 80-köpfiges Orchester.
In dieser bewährten Duo-Besetzung führten die beiden durch einen Abend, der alle drei Alben berücksichtigte und diese sehr harmonisch miteinander verzahnte. „Phoenix“ vom Album „State of Limbo“ begeisterte dabei mit atmosphärischer Dichte und tanzbaren Beats und ging fließend in „Floodgates“ vom Debüt „25 Hours“ über. Anschließend ging es wieder zurück zu „Limbo“, das ebenfalls für Stimmung und Gänsehäute sorgte. Es war dabei nicht nur das Musikalische, das überzeugte, sondern das Gesamtpaket. Etwa, als im weiteren Verlauf erneut der Bogen zum Album „Nächte“ geschlagen wurde, zu dem es einige Erläuterungen gab, bevor mit „Nachtbruch“ dessen Opener erklang. An dieser Stelle ist auch das Publikum ausdrücklich zu loben: Während man bei Konzerten nicht selten erlebt, dass Ansagen und ruhigere Passagen von Gesprächen überlagert werden, folgte man hier aufmerksam der Band.
Bei aller Ruhe sollte nun auch die Tanzbarkeit wieder deutlich gesteigert werden. Raue Beats treffen auf einen melodiösen, eingängigen Chorus – genau das ist „Rage“. Und gerade diese melodischen Momente, so der Appell der Band, solle man auch genießen, wie sie vor „YDWD“ betonten: Es sei nicht verkehrt, auch mal mit Leichtigkeit „durchs Leben zu tanzen“. Diese Leichtigkeit war der Band auch anzumerken, als Leoni während des Songs auf die Box stieg und von dort weitersang. In „Humble“ tat Klara es ihr gleich und stellte sich samt Gitarre auf die Box. Man merkte: Die Stimmung war beidseitig gelöst, alle Beteiligten hatten sichtbar Freude – und es hätte noch eine ganze Weile so weitergehen können. Tat es zumindest bis zu „25 Hours pt. II“ auch, nach dem die beiden zunächst einmal die Bühne verließen.
Während die Band zunächst von der Bühne verschwunden war, liefen auf der Videoleinwand Outtakes aus den Album-Sessions, die Umme Block und auch die Crew im Entstehungsprozess von „Breathe“ zeigten – humorvoll und nahbar. Kurz darauf kehrte das Duo in frischen Outfits zurück und spielte mit eben jenem „Breathe“, dem temporeichsten Stück des aktuellen Albums, direkt weiter. Nachdem die Crew zuvor bereits auf der Leinwand präsent gewesen war, bedankten sich Klara und Leoni noch einmal namentlich bei allen Beteiligten, begleitet von verdientem Applaus, bevor „Nächte“ den regulären Teil des Abends beschloss. Vorerst, versteht sich. Natürlich folgte noch eine Zugabe. Der Abend endete so, wie auch das aktuelle Album ausklingt: „Leise“, „Still“ und „Frühlicht“ bildeten als Trilogie den Abschluss – ergänzt durch gesamplete Field Recordings des Tagesanfangs.
Ein wirklich gelungener Konzertabend von Umme Block hinterließ ein begeistertes Publikum. Wenn auch mit einem kleinen weinenden Auge, denn die Band kündigte an, dass nun zunächst eine Live-Pause ansteht. Bleibt zu hoffen, dass diese nicht allzu lang ausfällt. Der Abend im Ampere jedenfalls wird in bester Erinnerung bleiben.
Setlist:
01. Bubbles
02. Du sagst
03. 25 Hours
04. Voiture (Rework)
05. Yellow Lights
06. Phoenix feat. Floodgates
07. Limbo
08. Nachtbruch
09. Rage
10. YDWD
11. Humble
12. Blue Hour
13. 25 Hours pt. II
14. Breathe
15. Nächte
16. Leise (Z)
17. Still (Z)
18. Frühlicht (Z)
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