Adam Angst feiern “Neintology”-Sektengründung mit 100 neuen Anhängern in Bonn

Adam Angst Neintology Sektengründung BLA Bonn

Adam Angst nimmt seine Sekte ernst. Nicht nur das zweite nach der neuen Institution benannte Album spickt der Wutbürger (natürlich im Anhang: seine Bandkameraden) mit politisch wütenden Songtexten und provokant nach vorne treibenden Instrumentals, nein: Er erhebt gemeinsam mit vielen neugewonnen Anhängern in der für einen Abend nach Bonn ausgelagerten Sektenzentrale wenige Tage nach Veröffentlichung das spießbürgerliche Rotweinglässchen, um auf den bereits unaufhaltsamen Erfolgskurs von “Neintology” anzustoßen. Natürlich liefert der feine Sektengründer darauf ebenfalls einige wohlbekannte und einige neue Predigten, die seine Anhänger bereits zwei Tage später auswendig aufsagen können. Toll!

Doch was hält “Neintology” für den Einzelnen bereit? Die Sekte schafft für alle überarbeiteten, verzweifelten Konservenbürger, die einen Weg suchen, um in der hiesigen Leistungsgesellschaft auf Antrieb und positive Vibes zu stoßen, Platz. Dafür bietet “Neintology” das EL-T (Eleven Level-Travel) an, das die ausgelaugte Menschenhülle in elf Schritten zum Glück bringen soll – ganz getreu dem Motto „lebe nice“. Außerdem stellt die Sekte ihren Anhängern sogenannte individuelle Eleven Level-Travel Well-Leveler-Bundles zur Verfügung, die gegen kleine Spenden erworben werden können (unter anderem hier) und bei der Lösung eines sekteninternen Gewinnspiels helfen können. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Nun aber zurück zum spektakulären Umtrunk, zu dem selbstverständlich auch einige Pressevertreter geladen wurden! In Perwoll-weiß gekleidet moderierten die fünf Sektengründer um Adam Angst durch die Feierlichkeit und ließen ihre Anhänger natürlich nicht ohne einige wichtige Weisheiten heimkehren: Ob „was nichts kostet, wird auch nichts“ oder „Marder sind Mörder“, tiefgreifende Wandspruch-Weisheiten stehen bei „Neintology“ stets ganz oben auf der Tagesordnung! Ebenfalls demonstrierte Sektenführer Adam Angst die Zwiespältigkeit seines Wesens, verwandelte sich mal in die Sektenbrüder Broilers oder die Kirchenfreunde Annenmaykantereit.

Sich dem Bann des faszinierenden Selbstläufers „Neintology“ zu entziehen, stellte sich wegen der greifbaren Nähe, die die hochrangigen Sektengründer ausstrahlten, als äußert schwierig heraus – viel zu fesselnd waren die Predigten, viel zu eindringlich die hypnotischen Blicke der stets mit erhobenen Zeigefinger sprechenden Redner. Trotz dieses positiven Zwangs verließen schlussendlich doch alle wohlgewärmt die heiligen Hallen der neu entstandenen Bewegung und machten sich in ihr neues Leben voll Erfolg und Liebe auf. Lang lebe „Neintology“!

Der Inhalt dieses Text ist 100%ig ernst gemeint und basiert zum Teil auf Beobachtungen, die am 30.11.2018 auf dem Adam Angst-Konzert in Bonner BLA getätigt wurden. Wer Ironie findet, darf sie behalten.

So sieht die Aufnahme in die Sekte eventuell aus:

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Übrigens: Anfang September trafen wir die Band zum Interview. Hier lang!

Achja: Eine schöne Doppel-Review gibt es ebenfalls. Da!

Adam Angst live 2018:

15.11. – Wiesbaden, Schlachthof (ausverkauft!)
16.11. – Wien, Arena (Hochverlegt!)
17.11. – München, Backstage Halle (hochverlegt!)
18.11. – Zürich, Dynamo
20.11. – Köln, Kantine (verlegt!)
21.11. – Hannover, Musikzentrum
22.11. – Münster, Sputnikhalle (hochverlegt!)
23.11. – Bremen, Kulturzentrum Schlachthof (hochverlegt!)
24.11. – Hamburg, Übel & Gefährlich (hochverlegt!)
25.11. – Berlin, Festsaal Kreuzberg (hochverlegt!)

Adam Angst live 2019:

22.02. – Dresden, beatpol
23.02. – Leipzig, Conne Island
24.02. – Frankfurt am Main, Das Bett
01.03. – Stuttgart, Im Wizemann
02.03. – Osnabrück, Kleine Freiheit
03.03. – Dortmund, FZW

Foto von Jonas Horn.

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