Judith Holofernes, Zeltfestival Ruhr, 02.09.2017

Judith Holofernes ist den meisten wohl als Frontfrau von Wir sind Helden bekannt. Lange Zeit veröffentlichte sie in diesem Format immens erfolgreiche Alben im Bereich des deutschsprachigen Poprock. Seit dem Erscheinen ihres Debütalbums „Ein leichtes Schwert“ 2014 zeigte sie, dass sie musikalisch auch selbstständig einiges zu bieten hat. Im Zuge ihres zweiten Albums „Ich bin das Chaos“ machte die Sängerin unter anderem Halt beim Zeltfestival Ruhr und bot eine beeindruckende Show!

Leider fand das Konzert lediglich im kleinsten Zelt, dem Zelt 3, des Zeltfestivals statt und scheinbar war nicht ein Mal dieses ausverkauft. Die Show, die hier allerdings geboten wird, hat auch das Zeug für viel größere Hallen, trotz des recht überschaubaren Publikums gibt die Künstlerin wirklich alles. Und die Anwesenden danken ihr das auch zutiefst: der Jubel ebbt zu keiner Zeit ab.  Judith Holofernes betritt als sympathische und extrem authentische Person die Bühne und spielt während des Sets selbst Gitarre und Ukulele. Unterstützt wird sie außerdem durch Gitarre, Bass und Schlagzeug, Synthesizer, Xylophon, Schellenring, Guiro…und zwei unglaublichen Background-Sängerinnen. Diese müssen hier vor allem für die genialen Harmonien hervorgehoben werden, die den vorgeführten Songs ein großes Qualitätsplus bescheren. Da vergisst Holofernes an einer Stelle gar selbst zu singen und kann dazu nur sagen, dass sie zu begeistert von ihren Sängerinnen war.

Mit diesem Aufgebot im Rücken spielt sich Holofernes durch eine Setlist, die unter anderem viele Songs aus ihren beiden Alben beinhaltet. Ob tanzbare Nummern wie „Analogpunk“ oder „MILF“ oder sehr ruhige Lieder wie „Der Krieg ist vorbei“ – das gesamte Konzert scheint in sich schlüssig, langweilt nie und macht ziemlich Spaß! Als die Sängerin schließlich anmerkt, dass sie auf Grund ihres begrenzten Liederrepertoires auf Songs ihrer Lieblingsband zurückgreifen wird, ist die Freude groß – gleich drei Lieder von Wir sind Helden werden gespielt. Mit „Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst“, „The Geek (Shall Inherit)“ und „Ein Elefant für dich“ wurden nicht unbedingt die größten Hits ausgewählt, die großen Fans im Publikum scheint aber genau das so zu freuen. Ein weiteres Cover kommt von Teitur, einem Musiker von den Färöer-Inseln. Dieser unterstütze Holofernes bei den Aufnahmen für das aktuelle Album, sie übersetzte nun einen Song von ihm ins Deutsche. Noch zwanzig weitere übersetzte Lieder habe sie in der Schublade – das Publikum ist sich einig: die wollen wir auch noch hören! Neben ihren extrem sympathischen Erzählungen über Tetris und Ausflüge am „Fluss“ (dem Kemnader See), gibt Holofernes auch ihre lyrischen Fähigkeiten zum Besten: Während des recht schnellen Songs „Platz da“ zitiert sie ein Gedicht aus dem eigenen Gedicht „Vollmeise“, das in ihrem Gedichtband „Du bellst vor dem falschen Baum“ erschienen ist. Im kleinen Kreis wurde hier ein ganz großes Konzert geboten und Judith Holofernes konnte beweisen, dass sie auch als Solokünstlerin noch immer eine Heldin ist!

Und so hört sich das an:

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Rechte am Beitragsbild liegen bei Julia Köhler.

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